Lokales

Der 62-jährige Niederösterreicher Günter Wagner würde gerne einmal wieder die Sonne spüren. Vielleicht sogar einen kleinen Urlaub machen oder einen Heurigen besuchen.

Patienten können dies heutzutage trotz künstlicher Beatmung, manche arbeiten sogar Vollzeit und führen ein einigermaßen normales Leben. 

ALS-Patienten wie Wagner hatten früher eine Lebenserwartung von drei Jahren, mittlerweile sind es sieben. Mit guter Pflege sind sogar zwanzig Jahre realistisch, ergab kürzlich eine Untersuchung der Berliner Charite. Doch der Niederösterreicher wird von dieser Zeit wenig haben. Derzeit kann er nicht einmal sein Bett verlassen. Seit eineinhalb Jahren wartet der Waidhofener darauf, dass er von der Krankenkasse einen Rollstuhl zur Verfügung gestellt bekommt. Oder dass ihm das Land die ihm zustehenden, professionellen Pfleger bezahlt.

Am Sonntagvormittag lockte der Vienna City Marathon zahlreiche Läufer nach Wien. Doch nicht nur Sportler waren auf der Laufstrecke unterwegs: Die Klimaprotestgruppe "Letzte Generation" nahm das Sportevent zum Anlass für eine erneute Aktion und verschüttete orange Farbe am Weg.

Auf  Höhe der Reichsbrücke liefen mehrere Mitglieder der "Letzten Generation" auf die Strecke und warfen orange Farbe auf den Asphalt. Eine Videoaufnahme zeigt, dass Beamte der Wiener Polizei umgehend eingriffen und eine längere Unterbrechung des Laufs verhinderten.

Chala Regasa ist der schnellste Mann von Wien. Der Äthiopier gewann den Vienna City Marathon in einer Zeit von 2:06:35 Stunden und holte sich den Siegercheck von 15.000 Euro ab.  Der 26-Jährige verfehlte den im Vorjahr vom Kenianer Samuel Mailu in 2:05:08 fixierten Streckenrekord um rund eineinhalb Minuten. 

Bester Österreicher wurde Mario Bauernfeind. Eine Zeit von 2:14:19 bedeutet für ihn Platz 15. Vier Plätze dahinter rangiert Peter Herzog mit einer Zeit von 2:15:29.

Bei den Damen gewann Nazret Weldu aus Eritrea in 2:24:08 Stunden. Bei Frauen und Männern blieben die Rekordzeiten nicht erreicht.

Österreichs Hoffnung Julia Mayer kam nach 2:31:25 Stunden ins Ziel und hat damit auch ihre Wien-Bestzeit aus dem Vorjahr verpasst. Am Ende wurde es noch Platz 10.

Es ist Sonntag, der 9. Jänner im Jahr 2005. Ein kalter Vormittag. Zwei Gendarmen sind auf der Südautobahn A2 unterwegs. Die beiden Beamten stellen ihren Dienstwagen auf einem verbreiterten Pannenstreifen in Pirka bei Graz ab. Dort ist eine Autobahnbrücke und sie wollen darunter Radarmessungen vornehmen. Doch dazu kommt es nicht mehr.

Einer der Beamten verschwindet ein Stück nach hinten ins Gebüsch. Er muss nämlich kurz austreten. Und dabei macht er einen grausamen Fund. Plötzlich steht er vor einer furchtbar zugerichteten Leiche. Er sieht schnell, dass es sich um eine Frau handelt.

Politik

Es sind turbulente Zeiten, in denen Georg Kodek als einer der höchsten Justiz-Repräsentanten die Bühne betritt. Der Zivilrechtler wurde im Dezember zum Präsidenten des Obersten Gerichtshofes (OGH) ernannt. Im KURIER-Interview spricht der 60-jährige Wiener über Spione und Trojaner, sinn- und unsinnige Vorstöße von grüner und türkiser Seite, und über Polarisierung und Waffenungleichheit in den Debatten rund um die Justiz.

KURIER: Die Causa um den mutmaßlichen Russland-Spion Egisto Ott betrifft in erster Linie das Innenministerium – aber auch die Justiz ist in die Kritik geraten, weil sie 2017, als es erste Vorwürfe gab, nicht reagiert hat.

Georg Kodek: Wenn es damals Hinweise aus der Szene gab, ist denkbar, dass diese nicht ausgereicht haben, um ein Strafverfahren zu führen. In der Spionageabwehr geht es ja primär nicht darum, gerichtsförmliche Beweise zu sammeln und Strafverfahren zu führen. Dazu bräuchte man Zeugen, die auch vor Gericht auftreten würden. Es geht eher um geheime Quellen und um Tipps, die Handlungsanlass geben.

Dennoch reagierte Justizministerin Alma Zadić mit der Ankündigung, die Spionage-Gesetze zu verschärfen. Was halten Sie davon?

Es war mitten in den Sommerferien des Jahres 2022, als plötzlich die Meldung auftauchte, dass Hans Jörg Jenewein aus der FPÖ ausgetreten ist. Das sorgte in der Innenpolitik für großes Staunen. Immerhin galt Jenewein als enger Vertrauter von FPÖ-Chef Herbert Kickl. Zuerst als Nationalratsabgeordneter, dann als Mitarbeiter im Büro des blauen Klubobmanns.

Der Hintergrund für diesen Bruch wurde rasch zum politischen Tagesgespräch: Er soll eine Anzeige gegen die Wiener FPÖ verfasst haben. Das war Stoff genug, um an diesen heißen Augusttagen die Spekulationen sprießen zu lassen. So wurde vermutet, dass durch diesen – immerhin innerparteilichen – Konflikt Herbert Kickl ins Wanken geraten könnte. 

Nach wenigen Tagen war dann alles wieder vorbei. Hans Jörg Jenewein verschwand von der politischen Bildfläche, Herbert Kickl war in seiner Position an der Spitze der Blauen gefestigter denn je. Und eroberte danach in den Sonntagsumfragen dauerhaft den ersten Platz.

Die vom US-Repräsentantenhaus gebilligte milliardenschwere Militärhilfe für die Ukraine wird nach den Worten eines russischen UN-Vertreters eine Niederlage des Landes in dem Krieg nicht verhindern. "Es gibt nichts zu feiern", sagte der stellvertretende russische Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Dmitri Poljanski. Die Ukraine will die Mittel für die Streitkräfte und den Wiederaufbau verwenden.

Der Krieg werde so fortgesetzt, "Tausende Ukrainer werden in den Fleischwolf" gehen, schrieb Poljanski am Sonntag im Sozialen Netzwerk X. "Aber das unrühmliche Ende des Kiewer Regimes ist unausweichlich ungeachtet dieses neuen Pakets und all der nutzlosen Anstrengungen der US- und NATO-Unterstützer, es am Leben zu halten", kommentierte der Diplomat.

Schlagzeilen

Bei besseren äußeren Bedingungen als befürchtet wurde der 41. Vienna City Marathon einmal mehr zum Lauf-Fest. Bei Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich und Sonnenschein starteten 35.000 Läuferinnen und Läufer in den Marathon und dessen Nebenbewerbe. Die Geschichte des Rennens schrieben vor allem diese sechs Spitzenathleten:

Chala Regasa 

Der Äthiopier setzte sich etwa bei Kilometer 30 von der Konkurrenz ab und lief scheinbar locker zum Sieg. In 2:06:35 verfehlte er den Streckenrekord des Kenianers Samuel Mailu klar, der im Vorjahr 2:05:08 gelaufen war. Regasa lief seinen ersten Marathon in Wien, die Stadt jedoch kannte er: Im Jahr 2019 war er einer der Pacemaker für den Kenianer Eliud Kipchoge gewesen, der damals bei einem nicht offiziellen Marathon unter 2 Stunden blieb.

Gerhard Struber hätte am Sonntag wohl seine Freude gehabt. Wäre er denn noch Salzburg-Coach. Seine ehemalige Mannschaft präsentierte im ersten Match ohne ihn nämlich genau das, was Struber seinerzeit angekündigt hatte: Einen unterhaltsamen und spektakulären Offensivfußball.

Salzburg sah beim Kantersieg gegen Klagenfurt wieder ein wenig wie Salzburg aus. Wiewohl der Serienmeister auch jene Defensive-Schwächen offenbarte, die den Klub in den letzten Wochen sportlich in Schieflage gebracht hatten. Mit einem klitzekleinen Unterschied: Beim Debüt von Interimstrainer Onur Cinel war Salzburg in der Offensive deutlich zielstrebiger als unter seinem Vorgänger – und damit auch erfolgreicher.

Sucic sorgte mit  seinem ersten Saisontor (5.) für die  frühe  Führung, doch ein Foulelfmeter brachte Klagenfurt zurück ins Spiel (31.). Irving stellte auf 1:1, nachdem sich Salzburg-Goalgetter Konate im Strafraum ungeschickt als Verteidiger versucht hatte.

3 Tore in 10 Minuten

Die Reaktion der Salzburger ließ aber nicht lange auf sich warten:  Mit drei Treffern innerhalb von zehn Minuten zog der Meister noch vor dem Seitenwechsel auf 4:1 davon. Ein Doppelpack von Konate und ein Tor von Glouck brachten die Hausherren auf die Siegerstraße.

In der Defensive blieb der Serienmeister aber wacklig.  Der Klagenfurter Anschlusstreffer durch Besuschkow (54.), der nach einem Eckball völlig frei stand, machte die Defizite im Abwehrverhalten deutlich.

Offensiv wirkte Salzburg beim 4:2 im ersten Match unter Onur Cinel belebt, nur die Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig. In der Tabelle liegt Salzburg punktegleich mit Sturm Graz in Führung.

Der Triumph des LASK in der letzten Runde gegen Serienmeister Salzburg (3:1) war nur ein Strohfeuer. Nach dem beeindruckenden Auftritt im ersten Match nach der Trennung von Trainer Thomas Sageder fielen die Linzer bei der Heimspiel-Pleite gegen Hartberg prompt wieder in alte Muster zurück und verpasste einen Big Point im Kampf um Platz 3.

Die drittplatzierten Linzer liegen nur zwei Zähler vor Rapid, Hartberg ist mit dem Sieg bis auf drei Punkte an den LASK herangerückt.

Mit ihren schnellen Konterangriffen hebelten die Hartberger die LASK-Defensive immer wieder gekonnt aus. Die 1:0-Führung nach 22 Minuten war hochverdient, aber auch ein wenig glücklich:

Die Flanke von Heil hätte eigentlich auf dem Kopf von Entrup landen sollen. Weil der Hartberg-Goalgetter den Ball aber nicht erwischte, war LASK-Goalie Lawal irritiert. Die Flanke landete schließlich im Netz.

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