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Große Erleichterung bei Österreichs Fußballern nach dem mühsamen 3:1-Sieg gegen Jordanien, große Freude bei den Fans und ein äußerst lockeres ORF-Paar vor der Kamera. 

Andreas Herzog spielte Rainer Pariasek die Wuchtln zu, dieser konterte im Stile eines Fußballers. 

"Es hat erst einmal einen österreichischen WM-Sieg mit 2 oder mehr Toren Differenz gegeben, das war 1954 gegen die Tschechoslowakei", sagte Pariasek auf dem Spielfeld des San-Francisco-Bay-Area-Stadions in Santa Clara. "3:1 ... sind wir jetzt schon zu zwei Dritteln im Sechzehntelfinale?". Herzog: "1954 weiß ich nicht, das hast vielleicht du schon live mitbekommen. Ich war da noch nicht auf der Welt." Das wiederum ließ Pariasek nicht auf sich sitzen und nahm die Vorlage auf: "Du bist a schena Trottl."

Fußballfans fieberten seit Tagen dem WM-Spiel von Österreich gegen Jordanien entgegen. Weil man sich im Jahr 2026 befindet, verfolgen viele das Match (trotz der frühen Morgenstunden) aber nicht am Fernseher, sondern via PC – und zwar im ORF-Stream.

Doch schon bald kam es zum Ärger beim Publikum vorm Bildschirm, der aber nichts mit der Performance von Arnautovic und Co. zu tun hatte: Während der zweiten Halbzeit kam es beim Livestream des ORF zu wiederholten Ausfällen. Was bedeutete: Viele konnten entscheidende Momente wie das 2:1, dessen Aberkennung sowie das erneute Tor nicht mitverfolgen.

Ursache bei Streaming-Infrastruktur der APA

Der Standard fragte beim ORF nach, was denn da los sei. Dieser antwortete prompt und erklärte, dass die technischen Probleme mit der Streaming-Infrastruktur der APA zusammenhingen. Allerdings konnten Nutzer, die bereits im Stream eingeloggt waren, weiter die Übertragung verfolgen – zumindest nach aktuellem Stand der Dinge. Zuschauer, die sich später zuschalten wollten, hatten hingegen mit dem Ausfall zu kämpfen. KURIER-Informationen zufolge waren zu dem Zeitpunkt 250.000 - ein neuer Rekordwert - via Stream dabei.

Der Frust über die schwarzen Bildschirme wurde daher vielerorts in sozialen Netzwerken lautstark geäußert. Insbesondere die entscheidenden Spielszenen, die ohne Bildübertragung stattfanden, waren ein Ärgernis für die Zuschauer.

Die Streaming-Panne wirft Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der digitalen Infrastruktur bei Live-Sportereignissen auf. Für den ORF und die APA könnte dies Anlass sein, ihre Systeme vor den kommenden Spielen der Weltmeisterschaft zu überarbeiten, um ähnliche Probleme künftig zu vermeiden.

Auf dem Papier mag es wie ein absoluter Pflichtsieg aussehen. Österreich liegt auf der FIFA-Rangliste auf Platz 25, Jordanien auf Platz 64.

Aber das hat sich Spanien gegen die Kap Verden am Montag auch gedacht. Am Ende stand ein blamables 0:0.

Was Österreich tun muss, damit das am Mittwochmorgen nicht passiert?

Dazu war am Mittwochabend Andreas Herzog zu Gast in der ZIB2 (siehe Video oben) Der letzte Torschütze Österreichs bei einer WM, nämlich 1998 in Frankreich, ist ja für den ORF als Analyst in den USA. Am Dienstag nahm er dazu noch via Live-Schaltung gegenüber Moderator Armin Wolf Stellung. Dort, wo sonst Politiker Rede und Antwort stehen müssen, zeigte sich der WM-Veteran einigermaßen entspannt: "Wir sind die bessere Mannschaft, da gibt es nichts dran zu deuten."

Jordanien könne jedoch kompakt verteidigen und schnell umschalten. Entscheidend sei, "dass man gute Balance findet zwischen Offensive und Defensive".

Österreich müsse von Beginn an Druck machen und effizient sein. "Wenn wir in Führung gehen könnten, wäre das natürlich ein optimaler Start und das wird vieles einfacher machen". Die FIFA-Rangliste allein ist freilich kein Garant: "Die Papierform hier bei der Weltmeisterschaft hat schon ein paar Überraschungen gegeben."

Schlüsselentscheidung Rangnick

Dass Ralf Rangnick als Teamchef bleibt, bezeichnete Herzog als Schlüsselentscheidung: "War total wichtig." Oder, um es mit den Worten von David Alaba vor wenigen Tagen zu sagen: "Was Rangnick mit der Mannschaft gemacht hat, ist geisteskrank."

Davon zeugt für Herzog nicht zuletzt die Tatsache, dass von der Aufstellung, die der Rangnick dem Team schon vor drei Tagen bekannt gegeben habe, noch nichts nach außen gedrungen sei.

Kein Titel-Träumen

Von Weltmeistertiteln will Herzog nichts wissen. Entscheidend sei der Auftakt. 3 Punkte wären gut. Das brächte eine gewisse Lockerheit. Sein Tipp für das erste Spiel: "2 zu 0."

Vozinha! Wer? Kaum jemand kannte den Goalie der Kap Verde vor dem Turnier, eigentlich vor Montag. Beim 0:0 gegen Europameister Spanien avancierte der 40-jährige Vozinha, mit bürgerlichem Namen Josimar José Évora Dias, aber zum Mann des Spiels. Plötzlich rückte er in den Blickpunkt. Und wie!

Vor dem WM-Auftakt folgten dem in Mindelo geborenen Keeper überschaubare 43.000 Menschen auf Instagram. Mit Dienstagabend ist die Zahl raketenhaft auf 9,5 Millionen angestiegen - Tendenz steigend! Damit hat Vozinha das 18-fache der Kap-Verde-Population (530,000) an Followern - oder knapp mehr als Österreich (9,2 Millionen).

Deshalb hat er wohl nach dem Schlusspfiff nicht geweint. Zu den Freudentränen mischt sich auch Zuversicht. Denn sein Vertrag beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves läuft aus, ab dem 1. Juli ist er vereinslos. Doch jetzt dürften die Interessenten für den Tormann-Oldie Schlange stehen. 

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