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Knapp 69 Minuten waren gespielt, als Gregory Wüthrich einen Entschluss fasste. „Ich bin von der Mittellinie zum Sechzehner gelaufen und habe mir fest vorgenommen, den Ball reinzumachen“, erzählte der Innenverteidiger von Sturm Graz nach dem 2:0-Sieg im Bundesliga-Herzschlagfinale gegen Austria Klagenfurt mit strahlenden Augen. Momente später köpfelte der Schweizer den Ball ins Netz und ebnete den Steirern mit dem Führungstreffer den Weg zum ersten Meistertitel seit 13 Jahren.

Nach dem Schlusspfiff wurde der 29-Jährige emotional. „Es ist definitiv der schönste Moment meiner Karriere. Ich habe viel durchmachen müssen und hatte viele schwierige Momente“, sagte Wüthrich. „Ich hatte auch schöne Momente, aber es gab Momente, wo ich echt Scheiße fressen musste.“

Der 1,92-m-Hüne erinnerte sich an seine Zeit in der Heimat bei Young Boys Bern, wo er sich vor seinem ersten möglichen Champions-League-Einsatz eine Verletzung im Abschlusstraining zuzog. Im vergangenen Sommer platzte ein Transfer zum FC Augsburg, da er den Medizincheck nicht bestand.

Die Österreicher Stefan Schwab und Thomas Murg haben sich mit PAOK Saloniki zum griechischen Fußball-Meister gekrönt. PAOK gewann am Sonntag auswärts das Derby gegen Aris Saloniki mit 2:1 und schloss damit die Liga zwei Punkte vor AEK Athen mit Ex-Salzburg-Tormann Cican Stankovic ab.

Schwab spielte beim entscheidenden Sieg durch, Murg saß auf der Bank. Für PAOK ist es die insgesamt vierte Meisterschaft, die erste seit 2019.

69 Minuten mussten die Sturm-Fans warten, bis ein Kopfball von Gregory Wüthrich sie erlöste. Das 2:0 von Amady Camara in der Nachspielzeit war nur noch Draufgabe. Nach dem 2:0-Sieg über Austria Klagenfurt und dem vierten Meistertitel wurde im Stadion noch lange gefeiert. 

Sturm-Legende Mario Haas, als Zeuge immer ein beliebter Gesprächspartner, hatte nach Sturms 2:0-Sieg über Klagenfurt und dem vierten Meistertitel leicht lachen. "Man merkte bei seinem Spiel werden die Beine schwer. Aber am Ende war es sensationell. Wie die ganze Saison", sagt der 49-Jährige, der die anderen drei Meistertitel von Sturm Graz als Spieler miterlebte. "Wird Zeit, dass es auch ohne mich einmal geht", scherzt der Bomber. 

Kapitän Jon Gorenc-Stankovic glaubte immer an das große Glück. "Wir wussten, dass es schwer wird. Wir wussten aber auch, dass wir irgendwann das Tor erzielen werden", sagte der Slowene während die Champions-League-Hymne eingespielt wurde - als Vorgeschmack, Sturm ist als Meister fix qualifiziert. 

Der Deutsche Alexander Zverev hat das Masters-1-000-Turnier in Rom gewonnen und damit eine perfekte Generalprobe für die French Open gefeiert. Der Weltranglisten-Fünfte siegte am Sonntag im Finale des Sandplatz-Events in der italienischen Hauptstadt gegen den Chilenen Nicolas Jarry mit 6:4,7:5 und holte damit seinen ersten Titel in diesem Jahr.

"Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Rom ist ein sehr besonderer Ort für mich", sagte Zverev, der dort bereits 2017 gewonnen hatte. Der Titel am Sonntag war der erste auf Masters-1000-Niveau seit seiner schweren Fußverletzung vor zwei Jahren. "Der Fokus liegt natürlich auf Paris, aber erst einmal genieße ich diesen Sieg."

Manchester City ist englischer Meister. Der Titelverteidiger feierte am Sonntag in der letzten Runde einen 3:1-Heimsieg über West Ham und beendete die Saison damit zwei Punkte vor Arsenal. Die "Gunners" setzten sich vor eigenem Publikum gegen Everton mit 2:1 durch.

Liverpool gewann beim Abschied von Trainer Jürgen Klopp an der Anfield Road 2:0 gegen Wolverhampton. Olivers Glasners Crystal Palace schlug Aston Villa daheim 5:0 und schloss die Spielzeit als Zehnter ab.

City holte sich den zehnten Titel, damit ist der Klub vor Everton (9) und hinter Manchester United (20), Liverpool (19) und Arsenal (13) die alleinige Nummer drei in der Bestenliste. Sechs der jüngsten sieben Meisterschaften gingen an die "Citizens", die zuletzt viermal in Folge triumphierten - dies war bisher noch keinem Verein in England gelungen. Zudem hat City noch die Chance auf den Gewinn des FA Cups, im Finale geht es gegen Manchester United.

City hatte alles im Griff, Arsenal hatte Mühe

Die Truppe von Pep Gurdiola begann stark, Phil Foden sorgte mit zwei sehenswerten Treffern (2., 18.) für eine frühe 2:0-Führung. West Ham wirkte völlig überfordert, kam aber dennoch mit der ersten Chance zum Anschluss. Mohammed Kudus scorte nach einem Corner per Fallrückzieher (42.). Echte Gefahr bestand für die Hausherren jedoch nicht mehr, den Vorsprung zu verspielen - City dominierte auch in der zweiten Hälfte, Rodri beseitigte die letzten Zweifel (59.).

Arsenal tat sich gegen Everton lange schwer und geriet durch einen abgefälschten Freistoß von Idrissa Gueye (40.) in Rückstand. Drei Minuten später gelang Takehiro Tomiyasu der Ausgleich. Die zweite Hälfte stand ganz im Zeichen der Londoner, Kai Havertz glückte in der 89. Minute das 2:1.

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