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Chronik Wien
11/03/2020

Terror in Wien: Vier Tote, 22 Verletzte, 14 Festnahmen; IS reklamiert Anschlag für sich

Der Tag nach der beispiellosen Terrorattacke in der Wiener City: Bisher vier Todesopfer bestätigt, 22 Verletzte. Ein Täter wurde erschossen, seine Identität festgestellt. Festnahmen in NÖ, und offenbar auch in OÖ. Bevölkerung weiterhin zur Achtsamkeit aufgerufen.

von Konstantin Auer, Christoph Schwarz, Birgit Seiser, Michaela Reibenwein, Dominik Schreiber, Nina Oezelt, Philipp Wilhelmer, Josef Siffert, Peter Temel, Kevin Kada, Christian Böhmer, Raffaela Lindorfer, Georg Leyrer

Die wichtigsten Details im Überblick:

  • Am Montagabend kam es gegen 20 Uhr in der Wiener Innenstadt zu einer blutigen Terrorattacke. An sechs Tatorten unweit des Schwedenplatzes fielen Schüsse. 
  • Mindestens vier Menschen - zwei Männer, zwei Frauen - wurden getötet, mindestens 17 weitere Personen verletzt. Auch ein Beamter im Dienst wurde verletzt.
  • Erste Schüsse waren in der Nähe der Synagoge in der Seitenstettengasse zu hören. Ein Zusammenhang mit dem Motiv der Tat ist noch unklar (eine Chronologie der Ereignisse finden Sie hier).
  • Die Identität des Täters, ein schwer bewaffneter, 20-jähriger Sympathisant der Terrororganisation IS, konnte ausgeforscht werden. Dessen Wohnung wurde aufgesprengt und durchsucht (Details zum Täter finden Sie hier).
  • Derzeit gibt es aber keine Hinweise auf einen zweiten Täter. Trotzdem wurde eine erhöhte Sicherheitswarnung aufrechterhalten (mehr zum Ermittlungsstand hier).
  • Eine dreitägige Staatstrauer wurde beschlossen, Fahnen werden auf Halbmast gesetzt. Um 12 Uhr wurde heute eine landesweite Schweigeminute abgehalten.
  • Die Spitzen des Staates und der Parlamentsparteien besuchten gemeinsam den Ort des Geschehens. Bundespräsident Alexander Van der Bellen sagte zuvor in einer Ansprache: "Wir werden unsere Werte schützen und verteidigen", und weiter: "Hass kann niemals so stark sein wie unsere Gemeinschaft in Freiheit, in Demokratie, in Toleranz und in Liebe" (mehr zur Rede des Bundespräsidenten und Reaktionen von Bundeskanzler Sebastian Kurz und SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner)
  • Zwei junge Männer wurden zu Lebensrettern (mehr dazu)
  • Eine Reportage aus der Wiener City am Tag danach (mehr dazu)
  • Eine Zusammenfassung: Was wir wissen - und was nicht (mehr dazu)

Schüsse in der Wiener Innenstadt - alle aktuellen Infos

  • 11/07/2020, 01:07 PM

    EU-Anti-Terror-Koordinator lobt Slowakei

    Der Anti-Terror-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove, sieht in der Warnung der Slowakei vor dem späteren Attentäter von Wien ein gutes Beispiel, dass die Zusammenarbeit in diesem Bereich zwischen den EU-Staaten funktioniere. Das sagte der Belgier am Samstag im "Mittagsjournal" des ORF-Radios Ö1. Mögliche Fehler der österreichischen Behörden in dem Fall kommentierte er nicht.

    Dennoch könne er 30 "gute Ideen" auflisten, wo man in Europa bei der Terrorvorbeugung nachschärfen sollte, um die Gefahr von Anschlägen zu minimieren, sagte der Anti-Terror-Koordinator. Sie ganz verhindern, das sei unmöglich.

    De Kerchove sprach über jüngste terroristische Fälle von Einzeltätern, die mit einfachen Waffen vorgehen und über Internet-Propaganda radikalisiert wurden. Propagandavideos der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) seien nicht zu unterschätzen, warnte er. "Wir arbeiten an einem Gesetz, um Plattformen zu zwingen innerhalb einer Stunde solche Videos zu löschen." Die Verhandlungen mit dem EU-Parlament darüber seien aber leider festgefahren. "Wir brauchen dieses Gesetz", betonte de Kerchove. Kritiker des Gesetzes im Europaparlament sehen dadurch die Meinungsfreiheit gefährdet.

    Laut dem hochrangigen EU-Beamten erschweren es die Datenschutzregeln der EU es den Ermittlern immer mehr auf Handydaten und E-Mails Verdächtiger zuzugreifen. Handlungsbedarf sieht de Kerchove auch beim Umgang mit IS-Rückkehrern, denen keine Straftaten nachgewiesen werden können, und bei verurteilten Extremisten, die beteuern de-radikalisiert zu sein und aus der Haft entlassen werden.

  • 11/07/2020, 12:23 PM

    Attentäter war "nie emotional oder aufbrausend"

    Eineinhalb Jahre - vom April 2019 bis wenige Tage vor dem Anschlag in der Wiener Innenstadt - ist der am Montagabend von der Polizei erschossene Attentäter im Auftrag der Justiz vom auf Deradikalisierung spezialisierten Verein Derad betreut worden. Alle zwei Wochen fand ein neunzigminütiges Gespräch statt - auch während des coronabedingten Lockdowns im Frühjahr, berichtete das Nachrichtenmagazin "profil" am Samstag. In dieser Zeit wurden die Konferenzen per Video abgewickelt.

    "Er war zurückhaltend, nicht sehr gesprächig. Im Gegensatz zu anderen Klienten wurde er auch nie emotional oder aufbrausend. Er hielt keine Monologe, wenn ihm Aussagen von mir einmal nicht passten", verriet der für den 20-Jährigen zuständige Betreuer dem "profil". Der junge Mann war im April 2019 in Wien wegen terroristischer Vereinigung zu 22 Monaten Haft verurteilt worden, nachdem sein Versuch gescheitert war, gemeinsam mit einem Gesinnungsgenossen nach Syrien zu reisen, wo sich die beiden der radikalislamistischen Terror-Milz "Islamischer Staat" (IS) anschließen wollten.

  • 11/07/2020, 08:31 AM

    Aktion scharf in Gefängnissen

    Die Justizanstalten haben nach dem Anschlag in Wien eine Aktion scharf in Gefängnissen durchgeführt und dabei einige Beschlagnahmungen gemacht. 229 Insassen, die wegen Terrorismusdelikten inhaftiert sind, Radikalisierungstendenzen oder sonstige Auffälligkeiten zeigten wurden überprüft sowie 168 Hafträume, teilte das Justizministerium Samstag früh mit.

    Die Maßnahmen umfassten Haftraumdurchsuchungen, Personendurchsuchungen und Betriebsraumdurchsuchungen. Die 186 eingesetzten Justizwachebeamten haben insgesamt 168 Hafträume, 30 Betriebe und 229 Insassen durchsucht. Zwölf Justizanstalten haben Funde gemeldet, die einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Es handle sich dabei größtenteils um Schriftstücke, die nun auf allfällige extremistische Hintergründe überprüft werden. Über die Ergebnisse wurden die zuständigen Landesämter für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung informiert bzw. Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet, hieß es in der Aussendung des Ministeriums.

    Der Besitz von Mobiltelefonen, Internet- bzw. USB-Sticks, etc. ist für Insassen verboten. Dennoch werden Wege gefunden, unerlaubte Gegenstände in die Justizanstalt zu bringen. Zur Abwehr solcher Vorfälle werden laufend Gefahren- und Risikoanalysen durchgeführt. Zuletzt fand eine umfassende Analyse im Oktober 2020 statt.

  • 11/07/2020, 07:54 AM

    Schallenberg fordert von EU Konsequenzen

    Nach dem Terroranschlag in Wien fordert Außenminister Alexander Schallenberg von der Europäischen Union Konsequenzen. Die feige und verabscheuungswürdige Tat in Wien zeige schmerzlich, dass kein Land vor solchen Angriffen gefeit sei, sagte er laut einer Vorausmeldung der deutschen Zeitung "Welt" vom Samstag. "Wir müssen den Austausch mit den europäischen und internationalen Partnern intensivieren, auch was die Identifikation und Überwachung potenzieller Gefährder betrifft.

    Terroristen sind extrem gut vernetzt, wir müssen noch besser vernetzt sein", betonte Schallenberg. Der Kampf gegen den Terrorismus sei "ein Kampf zwischen Menschen, die an Frieden, Demokratie und die Rechte und die Würde eines jeden Menschen glauben und jenen wenigen, die dies nicht tun", sagte der Außenminister weiter. "Wir werden dem Terror nicht nachgeben. Gegenüber Terrorismus gibt es keine Neutralität", betonte Schallenberg. Es sei jetzt wichtig zusammen mit den anderen EU-Ländern eine "ganz klare Botschaft" zu senden: "Der politische Islam hat in Europa keinen Platz".

    In Hinblick auf die EU-Erweiterung sieht Schallenberg keine Chancen für den langjährigen Beitrittskandidaten Türkei, in den kommenden 30 Jahren Mitglied der Europäischen Union zu werden. Auf die entsprechende Frage sagte der Minister: "Nein, das sehe ich nicht." Beide Seiten, die EU und die Türkei, wüssten doch, "dass die Beitrittsverhandlungen in Wahrheit zu nichts mehr führen werden". Die Türkei wende sich immer mehr von Europa ab, das bestätige auch der jüngste Fortschrittsbericht der EU-Kommission zur Erweiterung.

  • 11/07/2020, 07:42 AM

    Terror in Wien: SPÖ fordert Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts

    Die SPÖ pocht nach dem Terroranschlag in Wien auf rechtliche Verschärfungen beim Staatsbürgerschaftsrecht. "Wenn sich jemand einer terroristischen Organisation anschließt und an Kampfhandlungen teilnehmen will, dann hat er auch kein Recht, die österreichische Staatsbürgerschaft zu besitzen. Eine Person mit der Vorgeschichte des Täters darf nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben und darf sich nicht in Österreich aufhalten", sagt Vize-Klubchef Jörg Leichtfried.

    Mehr Details zu dieser Forderung lesen Sie hier:

  • 11/07/2020, 07:40 AM

    FPÖ erstattet Anzeige wegen Amtsmissbrauchs

    Die FPÖ erstattet aufgrund der Ermittlungspannen im Vorfeld des Terroranschlags in Wien Anzeige wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs. Gerichtet ist sie gegen unbekannte Täter innerhalb der Ermittlungsbehörden. Die Behörden hätten spätestens am 10. September über den versuchten Munitionskauf des späteren Wien-Attentäters in der Slowakei Bescheid gewusst, aber keine Anzeige erstattet und weder die Staatsanwaltschaft noch die Justizbehörden informiert, so der Vorwurf.

    In der der APA vorliegenden Anzeige wird darauf verwiesen, dass die österreichischen Behörden schon am 23. Juli 2020 über den versuchten Munitionskauf in Kenntnis gesetzt wurden - ein Umstand, der aus einem schon am Mittwoch bekannt gewordenen Schreiben der slowakischen nationalen Kriminalagentur hervorgeht.

  • 11/06/2020, 06:54 PM

    Guten Abend

    Damit schließen wir den heutigen Ticker zum Anschlag in Wien. Aus dem KURIER Newsroom wünschen wir Ihnen einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.

  • 11/06/2020, 05:49 PM

    Gebetsräume nach Razzien gesperrt: Hier soll sich Attentäter radikalisiert haben

    Der Attentäter Kujtim F. soll sich in Moscheen bzw. Vereinen in Meidling und Ottakring aufgehalten haben. Diese wurden nun geschlossen.

  • 11/06/2020, 05:48 PM

    Pannen vor Attentat: Ministerium tappte tagelang im Dunkeln

    Wiener LVT-Chef Erich Zwettler muss nach Patzern gehen. Innenministerium wurde über Pannenserie der Abteilung nicht informiert.

  • 11/06/2020, 05:48 PM

    Das Terror-Netzwerk von Kujtim F.

    Einige der festgenommenen Männer sind der Justiz bereits bekannt – zwei „missionierten“ in der Uniklinik St. Pölten.

  • 11/06/2020, 04:10 PM

    Nachbarn erzählen: Wenn der Mann von nebenan ein Terrorist ist

    Der KURIER sprach mit Menschen, die neben Kujtim F. lebten. Unfreundlich sei er gewesen, sogar zu Muslimen.

  • 11/06/2020, 03:19 PM

    Acht Festgenommen in U-Haft

    Nach dem Terroranschlag von Wien sind acht Verdächtige in Untersuchungshaft. Das Landesgericht Wien stimmte einem
    entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft am Freitag zu.

    Die Männer zwischen 16 und 24 Jahren stünden im Verdacht, durch
    Unterstützung des Attentäters im Vorfeld des Anschlags „einen Beitrag zu den Verbrechen des Mordes, der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und einer kriminellen Organisation
    geleistet zu haben“, hieß es.

    In allen Fällen bestehe Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr.

    Mehr dazu hier:

  • 11/06/2020, 03:17 PM

    Nehammer-Treffen mit Zadic zu Kommission

    Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) trifft sich noch am Freitag mit Justizministerin Alma Zadic (Grüne), um das weitere Vorgehen bei der nach dem Ermittlungspannen eingerichteten Untersuchungskommission zu besprechen. Auf die Frage nach der politischen Verantwortlichkeit meinte er: „Aus meiner Sicht trage ich als Innenminister die politische Verantwortung für die Sicherheit in diesem Land. Meine Aufgabe ist es, alles dafür zu tun, dass sie wieder hergestellt wird.“

    Bei dem Treffen mit Zadic werde man auch den Vorsitz der Untersuchungskommission besprechen, kündigte Nehammer an. Zur Abberufung des Wiener LVT-Chefs meinte Polizeichef Gerhard Pürstl, dieser habe ihn gebeten, seine Funktion ruhend zu stellen, „weil er einer geordneten Untersuchung und einer Aufklärung nicht im Wege stehen will“. Die Arbeit im LVT müsse nun sichergestellt werden, „damit gerade in diesen wichtigen Beriechen kein Abbruch erfolgt“. Die interimistische Führung übernimmt der Leiter des steirischen LVT Rupert Meixner.

    Auch Nehammer war es laut eigener Aussage wichtig, dass die Handlungsfähigkeit des Landesverfassungsschutzes Wien gewährleistet bleibt und auf der anderen Seite rasch Konsequenzen gezogen würden, „wenn es Erkenntnisse gibt, die das erfordern“. Darüber hinaus gebe es noch die angekündigte Untersuchungskommission.

    Mehr dazu hier:

  • 11/06/2020, 02:55 PM

    Hausdurchsuchung auch in Bremen

    In Zusammenhang mit dem islamistischen Terroranschlag von Wien hat es am Freitag auch eine Durchsuchung in Bremen gegeben. Dabei seien in der Wohnung eines 18-Jährigen Datenträger sichergestellt worden, teilte die Polizei in Bremen mit.

    Der Mann habe in Kontakt gestanden zu den vier jungen Männern aus Osnabrück, Kassel und dem Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein), deren Wohnungen am Freitag ebenfalls durchsucht wurden. Der 18-Jährige aus Bremen habe aber keine direkte Verbindung zu dem Attentäter gehabt.

    Die Polizei sprach von intensiven Kontakten des jungen Mannes in die islamistisch-salafistische Szene. Die Durchsuchung sei vom Bremer Amtsgericht zur Gefahrenabwehr angeordnet worden. „Die Bedrohung durch islamistisch motivierte Terroristen oder Einzeltäter hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland weiter erhöht. Es besteht eine anhaltend hohe Gefahr, dass es zu islamistisch motivierten Gewalttaten kommt“, wurde Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) zitiert.

    Ein Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatte am Montagabend in der österreichischen Hauptstadt vier Menschen getötet und mehr als 20 Menschen zum Teil schwer verletzt, bevor er selbst durch Polizeischüsse starb. Der 20-jährige Attentäter war nach Überzeugung der Ermittler Teil eines radikal-islamistischen Netzwerks, das über Österreich hinausreicht.

  • 11/06/2020, 02:54 PM

    Michel kommt am Montag zu Kondolenzbesuch

    EU-Ratspräsident Charles Michel wird am Montag Österreich einen Kondolenzbesuch infolge des Terroranschlages vom 2. November in Wien abstatten. Dies gab das Bundeskanzleramt am Freitagnachmittag bekannt.

    Nach einem gemeinsamen Gedenken mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der Judengasse im ersten Wiener Gemeindebezirk um 16 Uhr ist demnach ein Vier-Augen-Gespräch im Bundeskanzleramt geplant.

    Im Anschluss daran soll es um 17 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz von Michel und Kurz geben, gefolgt von einem Arbeitsgespräch.

  • 11/06/2020, 01:50 PM

    Tatrekonstruktion: Diese Route nahm der Attentäter von Wien

    Vier Tage nach dem Terrorakt in Wien ist nun klar, welche Route der Attentäter nahm:

    Ihren Ausgang nahm die Wahnsinnstat am Friedmannplatz. Hier feuerte der 20-Jährige die ersten Schüsse ab - und zwar in Richtung Fleischmarkt. Dort gab es auch das erste Todesopfer zu beklagen - es handelt sich um den 21-jährigen Nedzip V.

    Dann lief der Terrorist weiter in die Judengasse und gab in Richtung verschiedener Lokale Schüsse ab - mehr dazu hier. 

  • 11/06/2020, 01:42 PM

    Personelle Konsequenzen

    Nach der Pannenserie vor dem Anschlag in Wien kündigte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl in einer Pressekonferenz am Freitag personelle Konsequenzen an. 

    Der Wiener Leiter Landesamtes für Verfassungsschutz habe um eine Amtsenthebung gebeten. Nachfolgen wird ihm der steirische LVT-Chef, kündigte Pürstl an.  

  • 11/06/2020, 12:36 PM

    Sechs Männer wieder enthaftet

    Von den mittlerweile 16 im Zusammenhang mit dem Terroranschlag festgenommenen Männer sind sechs wieder enthaftet worden. Bei ihnen hätte sich der Verdacht nicht erhärtet, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nina Bussek zur APA. Für acht wurde Untersuchungshaft beantragt, eine Entscheidung wird es im Lauf des Nachmittags geben. Zwei Verdächtige sind noch in keine Justizanstalt eingeliefert worden.


    Die Männern sind verdächtigt Tatbeitrag zum Wiener Anschlag oder selbst das Verbrechen der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beziehungsweise an einer kriminellen Organisation begangen zu haben. Zwei Ermittlungsstränge führen in andere Länder. Dazu hielt sich Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Donnerstag bedeckt. In der Schweiz wurden zwei junge Männer festgenommen. Hausdurchsuchungen gab es auch in Deutschland. Vier Männer standen mit dem Wiener Attentäter in Kontakt, einer besuchte ihn sogar im Sommer in der Bundeshauptstadt. Das österreichische Innenministerium wollte das am Freitag nicht bestätigen.

  • 11/06/2020, 12:29 PM

    Razzien bei Islamisten in Deutschland

    Nach dem islamistischen Anschlag von Wien haben Ermittler am Freitag die Wohnungen von vier jungen Männern in Deutschland durchsucht. Sie gelten nicht als tatverdächtig, sollen aber direkt oder indirekt Verbindungen zu dem österreichischen Attentäter gehabt haben. Zwei der Männer sollen ihn im Sommer sogar in Wien getroffen haben, wie deutsche Bundesanwaltschaft und das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) mitteilten. In Wien wurde das offiziell nicht bestätigt.


    Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hatte am Donnerstag erklärt, zwei Ermittlungsstränge zu dem Anschlag vom Montag führten ins Ausland. In der Schweiz seien bereits zwei Männer festgenommen worden. Das zweite Land nannte Nehammer nicht. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer sagte aber in Berlin: „Wir haben durch den Fall in Wien auch Bezüge nach Deutschland hin zu Gefährdern, die rund um die Uhr überwacht werden.“
    Das deutsche BKA erklärte, die Durchsuchungsbeschlüsse seien am Donnerstag auf Grundlage von Erkenntnissen verfügt worden, die von der österreichischen Justiz an die deutschen Strafverfolger übermittelt worden seien. Festnahmen habe es nicht gegeben.


    Die vier Männer aus Deutschland, die zwischen 19 und 25 Jahre alt sind, rechnen die Ermittler der Islamistenszene zu, wie die Deutsche Presse-Agentur in Karlsruhe erfuhr. Zwei von ihnen kommen aus Osnabrück. Die anderen Durchsuchungen fanden in Kassel sowie im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) statt.


    Der Mann aus Kassel und einer der Osnabrücker waren nach dpa-Informationen vom 16. bis 20 Juli in Wien. Dort hätten sie sich mehrmals mit dem späteren Attentäter getroffen. Einer der beiden sei sogar bei ihm untergebracht gewesen, hieß es aus deutschen Sicherheitskreisen. Außerdem habe es Kontakt über einen Messenger-Dienst gegeben.
    Auch der dritte Mann soll laut Bundesanwaltschaft und BKA über das Internet Kontakt zu dem Attentäter gehabt haben. Der Vierte hatte demnach keine direkte Verbindung, soll aber mit Kontaktpersonen des Mannes ebenfalls übers Internet kommuniziert haben.

  • 11/06/2020, 12:02 PM

    Schließung radikaler Moscheen angeordnet

    Eine der Konsequenzen nach dem Terroranschlag steht offenbar fest: Es wurde die Schließung radikaler Moscheen angeordnet.

    Mehr Informationen dazu:

Weiterführende Geschichten zum Terror in Wien:

  • Eine Chronologie der Ereignisse (mehr dazu)
  • Was wir wissen - und was nicht (mehr dazu)
  • Hausdurchsuchung auch in NÖ (mehr dazu)
  • Die Schulpflicht in der Bundeshauptstadt wurde am Dienstag ausgesetzt (mehr dazu). 
  • Innenminister Karl Nehammer appellierte indes an die Wiener: "Wenn es möglich ist, bleiben sie zu Hause!" Die Innenstadt solle gemieden werden (mehr dazu).
  • Terrorexperte: "Dschihadistenszene in Aufruhr" (mehr dazu)
  • Zwei Helden retteten verletzten Polizisten (mehr dazu)
  • Zahlreiche Geschäfte in Wiener Innenstadt geschlossen (mehr dazu)
  • Wie spricht man mit Kindern über Terror? (mehr dazu)
  • Zuschauer in Kulturinstitutionen mussten stundenlang ausharren (mehr dazu)
  • Die sechs Tatorte der Anschlagsnacht (mehr dazu)
  • Reaktionen aus der Politik: Kurz verurteilt "widerwärtigen Terroranschlag", VdB "tief betroffen" (mehr dazu)
  • Spitäler halten zusätzliche Kapazitäten bereit (mehr dazu)
  • "Opendoors" - Wien zeigt sich solidarisch: Zuflucht angeboten (mehr dazu)
  • Macron zu Anschlag in Wien: "Werden nicht nachgeben" (mehr dazu)
  • Augenzeugenberichte: "Täter hat mitten in die Leute im Schanigarten geschossen" (mehr dazu)

 

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