Politik Inland
11/02/2020

Kanzler verurteilt "widerwärtigen Terroranschlag", VdB "tief betroffen"

Kanzler bei Krisensitzung, via Twitter dankte er allen Einsatzkräften. Vizekanzler Kogler sprach von "schockierendem Terror".

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist nach dem Anschlag in Wien laufend in Krisensitzungen und hat bereits mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und allen Parteichefs telefoniert. Das teilte das Bundeskanzleramt Montagabend mit.

Via Twitter bedankt er sich bei den Einsatzkräften. Die Vorkommnisse in der Wiener Innenstadt verurteilt er als "widerwärtigen Terroranschlag".

"Unsere Polizei wird entschlossen gegen die Täter dieses widerwärtigen Terroranschlags vorgehen. Ich bin froh, dass unsere Polizisten bereits einen Täter ausschalten konnten. Wir werden uns durch Terrorismus niemals einschüchtern lassen und diese Angriffe mit allen Mitteln entschieden bekämpfen", sagte Kurz in einer Stellungnahme zur APA.

"Wir erleben gerade schwere Stunden in unserer Republik. Ich möchte allen Einsatzkräften danken, die insbesondere heute für unsere Sicherheit ihr Leben riskieren. Das ganze Land ist in Gedanken bei den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen, denen ich mein tiefes Mitgefühl ausdrücke", so Kurz. Er bedankte sich auch bei der Spitze der Europäischen Union und den internationalen Partnern für ihr Mitgefühl und die Bekundungen ihrer Solidarität.

Damit sich die Polizei ganz auf die Terrorismusbekämpfung konzentrieren kann, habe die Bundesregierung entschieden, dass das Bundesheer den bisher durch die Polizei durchgeführten Objektschutz in Wien ab sofort übernehmen wird, so Kurz in seiner ersten Stellungnahme.

Van der Bellen: "Werden Freiheit und Demokratie verteidigen"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat sich "tief betroffen" über den mutmaßlichen Terroranschlag in der Wiener Innenstadt gezeigt. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl ist bei den Opfern, Verletzten und deren Angehörigen", schrieb Van der Bellen auf Twitter.

"Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen", betonte der Bundespräsident. Er stehe mit der Bundesregierung im Austausch. Van der Bellen bedankte sich im Namen der Republik für die Beistandbekundungen internationaler Staats- und Regierungschefs.

Er dankte auch allen Einsatzkräften von Polizei, Rettung und Bundesheer, "die unter Einsatz ihres Lebens unsere Demokratie und Freiheit schützen. Den Bürgerinnen und Bürgern, die noch in der unsicheren Lage in der Innenstadt ausharren müssen, gilt unser Beistand."

Sobotka: "Zusammenstehen und der Gewalt nicht weichen"

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) zeigte sich Montagnacht "zutiefst betroffen" über den Terroranschlag in der Wiener Innenstadt. Terrorismus sei ein Anschlag auf unsere Freiheit und unsere Demokratie - und habe zum Ziel, Menschen in Furcht und Unruhe zu versetzen und letztlich die Gesellschaft zu spalten. Das werde jedoch nicht gelingen, wenn "wir zusammenstehen und der Gewalt nicht weichen", so Sobotka in einer Aussendung.

Der Nationalratspräsident bedankte sich bei allen Einsatzkräften der Polizei, Rettung und des Bundesheeres - und betonte, dass "unsere Gedanken jetzt bei den Opfern, deren Angehörigen und Familien sind".

Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler hat nach den Anschlägen in der Wiener Innenstadt Montagabend von "schockierendem Terror" gesprochen.

Als eines der ersten Regierungsmitglieder meldete sich auch Justizministerin Alma Zadic via Twitter zu Wort:

Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zeigte sich "tief erschüttert, fassungslos und entsetzt":

"Entsetzt" zeigte sich auch FPÖ-Chef Norbert Hofer, der sich gerade wegen eines positiven Covid-Tests in Quarantäne befindet:

Die für morgen geplante Sondersitzung des Nationalrates soll übrigens nicht stattfinden. SPÖ und FPÖ, die sie beantragt hatten, haben bereits Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) gebeten, die Sitzung (bei der es um die "Hacklerregelung" gehen sollte) zu verschieben.

Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger sprach über einen "offensichtlichen Terrorakt", der alle "geschockt zurücklässt":

Einige andere österreichische Politiker hielten sich mit Wortmeldungen zu dem Vorfall zunächst zurück - sie geben lediglich die offiziell bestätigten Informationen der Wiener Polizei weiter.

Verärgerung gab es in den sozialen Medien über den Wiener Abgeordneten und Ex-ÖVP-Chef Manfred Juraczka, der auf Twitter ein Foto einer möglichen Festnahme geteilt hat.

Juraczka löschte das Foto offenbar gleich wieder. Die Polizei hatte ersucht, keine Fotos oder Videos in sozialen Medien zu teilen, sondern sie direkt an die Polizei zu schicken (hier geht's zum Upload).

"Unsere Gedanken sind bei unseren Wiener Freunden", schrieb Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am späten Montagabend auf Facebook. Sie verwies darauf, dass aus dem Bundesland zehn Rettungswägen und sechs Notärztinnen und Notärzte zur Unterstützung der Wiener Rettung ausgerückt seien. Zudem richtete Mikl-Leitner ihren Dank an die Einsatzkräfte.

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