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Ein Stadion erleuchtet in Gelb. So war es bei den bisherigen Gruppenpartien der kolumbianischen Nationalmannschaft, so war das im Sechzehntelfinale gegen Ghana und so wird es nun wohl auch in der kommenden K.-o.-Begegnung gegen die Schweiz sein. Über 40.000 Kolumbianer jubelten der Mannschaft beim 1:0-Sieg in Kansas City zu. Die Fans von Kolumbien haben derzeit viel Grund zur Freude. Das spürt auch die Mannschaft. Trainer Nestor Lorenzo findet lobende Worte für die Anhänger der „Los Cafeteros“ (zu Deutsch: „Die Kaffeebauern“): „Die Leidenschaft unserer Fans ist großartig. Sie folgen uns überall hin. Egal, wo wir spielen.“

Kolumbien gilt auch bei dieser WM als Geheimfavorit. Buchmacher setzen sie sogar auf eine Stufe mit dem Halbfinalisten der WM 2022, Marokko. Ein Weiterkommen in den Kreis der letzten Acht gilt zumindest nicht als unwahrscheinlich. Mit der Schweiz wartet zwar ein schwer einschätzbarer Gegner, zugleich aber auch eine lösbare Aufgabe. Coach Lorenzo warnt allerdings vor den Eidgenossen: „Die Schweizer sind wie eine geölte Maschine. Das wird nicht einfach.“

Mercedes-Jungstar Kimi Antonelli hat erstmals in seiner Formel-1-Karriere einen Sprint gewonnen.

Noch am gestrigen Freitag musste sich der Italiener im Sprint-Qualifying-Krimi um nur 0,011 Sekunden Ferrari-Star Lewis Hamilton geschlagen geben. Am Samstag war das Bild im 17-Runden-Sprint ein anderes: Rund um die Halbzeit überholte Antonelli den Lokalmatador und ließ in der Folge keinen Konter mehr zu.

Kurzzeitig betrug die Lücke zwischen den beiden Piloten nur 0,8 Sekunden, bis zur Zieldurchfahrt wuchs diese auf 2,7 Sekunden an. Platz drei ging an den amtierenden Weltmeister Lando Norris, der knapp zehn Sekunden hinter Antonelli lag. Der McLaren-Pilot erwischte einen Traumstart und schob sich von Rang sechs auf das Podest vor.

Duell gegen Lewis: „Hat Spaß gemacht“

Die ersten zehn Runden mit Lewis haben richtig Spaß gemacht. Wir haben beide alles gegeben“, sagte Antonelli Augenblicke nach dem Rennende und ergänzte zum Überholmanöver: „Als ich den Überholmodus bekam, wusste ich, dass sich mir bald eine Chance bieten würde.“

Lawson schlägt Hadjar um den letzten Zähler

Antonellis Teamkollege und WM-Rivale George Russell musste bei bestem Rennwetter Federn lassen. Der Spielberg-Sieger kam im Silverstone-Sprint nicht über Position vier hinaus. Charles Leclerc (5./Ferrari), Max Verstappen (6./Red Bull), Oscar Piastri (7./McLaren) und Liam Lawson (8./Racing Bulls) holten die weiteren Punkte.

Lawson hielt Verstappen-Teamkollege Isack Hadjar um 0,7 Sekunden hinter sich, könnte seinen achten Platz allerdings verlieren, da es noch eine Untersuchung gegen den Neuseeländer gibt.

Der diesjährige Silverstone-Samstag ist historisch: Vor fünf Jahren fand an Ort und Stelle erstmals in der Formel-1-Geschichte ein Sprintrennen statt. Damals gewann Verstappen.

So geht es heute weiter

Mit dem Sprint-Sieg vergrößert Antonelli vor dem morgigen Grand Prix seinen WM-Vorsprung wieder auf 43 Punkte. Hamilton bleibt Dritter und verkürzt den Rückstand auf seinen Ex-Mercedes-Teamkollegen auf vier Zähler.

Das Qualifying zum Grand Prix findet am heutigen Samstag ebenfalls statt. Dieses ist ab 17:00 Uhr auf ORF1 zu sehen. Emma Felbermayrs erster Silverstone-Lauf in der F1 Academy wird ab 19:00 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Frauenserie übertragen. Die Welserin startet aufgrund der „Reverse Grid“-Regelung von der Pole-Position.

Vor allem die Offensive um Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise, Bradley Barcola und Désiré Doué spielte groß auf. Alle bisherigen 13 Tore gingen auf das Konto dieser fünf, zehn davon schossen alleine Mbappé und Dembélé. Im 21. Jahrhundert war nur Brasiliens Angriffstrio um Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho bei der WM 2002 mit 15 Treffern noch erfolgreicher. 

Dazu glänzt diesmal Michael Olise mit vier Vorlagen und den meisten Offensivaktionen (38) aller Spieler des bisherigen Turniers. Erstaunlich ist auch die Breite des Kaders der Franzosen, vor allem in der Offensive. Am linken Flügel ist es wohl Geschmackssache, ob Barcola oder Doué startet. Beide sorgen mit viel Geschwindigkeit und Tempodribblings für Gefahr. Zudem stehen Didier Deschamps Manchester Citys Rayan Cherki und Crystal-Palace-Knipser Jean-Philippe Mateta zur Verfügung.

Er ist vermutlich die Entdeckung der WM. Bereits im Auftaktspiel gegen Brasilien sorgte Marokko-Teenager Ayyoub Bouaddi mit seiner Ballbehandlung und seinem Spielverständnis für Staunen. Mit seinen auffällig langen Haaren dribbelte der 18-Jährige durch die Brasilianer und spielte sich auf der großen Bühne sofort ins Rampenlicht. 

Am Samstag (19 Uhr/live ServusTV) soll Bouaddi nun auch gegen Kanada sein Talent unter Beweis stellen. Doch wo kam dieser 18-Jährige plötzlich her?  

Bouaddi: Nationenwechsel erst kurz vor WM

Sogar in Marokko war Bouaddi bisher ein unbeschriebenes Blatt. Erst diesen Mai, nachdem Didier Deschamps ihn nicht für Frankreichs WM-Kader nominiert hatte, entschied sich der gebürtige Franzose mit marokkanischen Eltern, für dessen Heimatland aufzulaufen. Zuvor durchlief Bouaddi sämtliche Jugendnationalteams von Frankreich.

Seit 2021 kickt der Mittelfeldspieler für den französischen Erstligisten OSC Lille. Trotz seines jungen Alters kommt er bereits auf 96 Pflichtspieleinsätze. Spätestens nach seinen Auftritten bei dieser Weltmeisterschaft buhlen die europäischen Top-Klubs um den Teenager. Im letzten Jahr hat er seinen Marktwert auf 50 Millionen Euro fast verdoppelt. Nach der WM werden noch etliche Millionen dazukommen. Lille kann sich jedoch entspannt zurücklehnen. 

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