Alle gegen einen: Wie Pogacar bei der Tour de France Geschichte schreiben kann
Wer Felix Großschartner zu Tadej Pogacar befragt, der kriegt unverzüglich eine Lobeshymne zu hören. Ein Star ohne Allüren sei der slowenische Seriensieger, ein echter Teamplayer, der seine Kollegen nie links liegen lässt. „Ich bewundere ihn, wie er mit der ganzen Situation umgeht“, erklärt Großschartner, seit Jahren Pogacars Edelhelfer beim UAE-Rennstall. „Tadej steht so in der Öffentlichkeit und unter Druck, aber dem sieht man das nicht an.“
Tour de France: Pogacar kann Geschichte schreiben
In den nächsten drei Wochen wird Tadej Pogacar wieder einmal die Blicke auf sich ziehen, wenn er sich aufmacht, um bei der Tour de France Rad-Geschichte zu schreiben. Der Slowene könnte heuer nicht nur mit den Rekordsiegern Jacques Anquetil, Bernard Hinault (FRA), Eddy Merckx (BEL) und Miguel Indurain (SPA) gleichziehen, er wäre dann mit 27 Jahren auch der jüngste Radprofi, der die Frankreich-Rundfahrt fünf Mal gewonnen hat.
Niemand zweifelt daran, dass der Gesamtsieg auch heuer nur über den Ausnahmekönner aus Ljubljana führen wird. „Er ist im Moment der Beste, weil er einfach auch alles kann“, sagt Felix Großschartner, der heute in Barcelona an der Seite von Pogacar mit dem Mannschaftszeitfahren in die Tour de France startet.
Pogacar zurückhaltend: „In drei Wochen kann alles passieren“
Der Topfavorit gibt sich vor dem Auftakt betont zurückhaltend. „Jedes Jahr weiß man am Start, dass in drei Wochen alles passieren kann“, erklärt der Slowene. Andererseits kann Tadej Pogacar auf eine nahezu perfekte Saison zurückblicken: Er hat die Tour de Suisse und die Tour de Romandie gewonnen, dazu kamen Triumphe bei den Eintagesklassikern Strade Bianche, Mailand – Sanremo, Flandern-Rundfahrt und Lüttich – Bastogne – Lüttich; nur bei Paris – Roubaix kam er wieder nur als Zweiter ins Ziel.
Wer soll den Titelverteidiger also schlagen?
Die Franzosen setzen ihre Hoffnungen auf den ersten Gesamtsieg seit 1985 in einen 19-Jährigen. Paul Seixas, Teamkollege von Felix Gall, gilt als Wunderknabe und französische Antwort auf Tadej Pogacar. Auf den schmalen Schultern des jungen Profis lastet freilich die Erwartung der ganzen Grande Nation.
Der größere Herausforderer ist da wohl Jonas Vingegaard, der immerhin bereits zwei Mal die Tour de France gewonnen hat. Der Däne präsentierte sich beim Giro d’Italia bärenstark und gewann ihn in Pogacar-Manier mit Riesenvorsprung. „Das hat mir einen enormen Schub gegeben und das Gefühl bestärkt, dass wir die Tour gewinnen können“, sagt Vingegaard.
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