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„Wir brauchen künftig mehr Zangler“

Österreichs WM-Leistung war ordentlich. Es fehlte an Fitness und an Spielern, die sie im direkten Duell durchsetzen.
Marc Janko
FUSSBALL-NATIONALTEAM/FUSSBALL-WM 2026: PITCHWALK ÖFB NATIONALTEAM KANSAS CITY STADION

Für mich war es summa summarum eine ordentliche WM. Keine gute, aber auch keine schlechte WM, die Österreich gespielt hat. Unser Ziel wurde mit dem Sechzehntelfinale grundsätzlich erreicht, bei einem Turnier, bei dem so viele Mannschaften wie noch nie zuvor teilnehmen durften. 

Bitte auch vorsichtig sein mit Aussagen wie „historisch gut“ oder „wir haben Geschichte geschrieben“. Von der Papierform stimmt es, aber: Allein schon aufgrund des veränderten Modus darf man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Die 78er-WM-Mannschaft ist als einer der acht Besten der Welt ausgeschieden, unsere Burschen jetzt waren unter den 32 besten Teams der Welt. Immerhin. Aufrichtig bedanken möchte ich mich für den WM-Moment, als Sasa Kalajdzic den Ausgleich in allerletzter Sekunde gegen Algerien köpfelte. Diese Achterbahn der Gefühle werde ich nie vergessen.

Sasa ist der Stürmer, der uns die nächsten Jahre noch viel Freude bereiten wird. Warum es keine fantastische WM für uns war, lag sicherlich auch daran, dass wir unser Spiel, für das wir jahrelang in Europa gefürchtet waren, nicht so richtig auf den Platz bekommen haben. 

Die Gründe dafür sind für mich relativ klar: uns mangelte es schlichtweg an einer ausreichenden körperlichen Verfassung. Zu viele wichtige Spieler hatten in der Saison vor der WM mit teils längeren Verletzungen oder mangelnder Spielpraxis und daher fehlendem Rhythmus zu kämpfen.

Diesen Umstand kann man sich wiederum auch nicht in den 2-3 Wochen vor dem Turnier antrainieren. Objektiv betrachtet waren wir vom körperlichen Niveau der EURO 2024 meilenweit entfernt. Wenn beim intensiven Pressing nicht alle zu 100 Prozent mitziehen (können), findet der Gegner Lösungen. Und natürlich hat die Mannschaft auch der Ausfall von Christoph Baumgartner sehr getroffen. Er ist aktuell, speziell in der Offensive, nicht zu ersetzen.

Ein weiterer Punkt, der mir perspektivisch ein bisschen Sorgen bereitet, ist der Umstand, dass wir derzeit auch keine „Zangler“ oder „Straßenkicker“ mehr in unseren Reihen haben. Fast jede Nation bei der WM hat so jemanden, der sich im direkten Duell durchsetzt. Einer, der das in seiner Karriere immer beherrscht hat, ist Marko Arnautovic. Wir verlieren im Nationalteam nun eine Lichtgestalt.

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