Auf wen ÖFB-Held Sasa Kalajdzic nie vergessen wird
Kalajdzic & Baumeister
„A Unentschieden is a Sieg für Österreich.“ Der zig Jahre alte Spruch von Helmut Qualtinger bewahrheitete sich mit dem erzitterten 1:1 gegen Bosnien in der finalen WM-Qualifikation und dem 3:3 im Kansas-Krimi gegen Algerien. Bei Österreichs erstem K.-o.-Spiel bei einer WM seit 1954 gilt diese Weisheit nicht.
„Siegen oder fliegen“ lautet heute die Devise gegen Spanien. Das weiß jeder der fußballinteressierten Österreicher, die Servus TV die höchste Seherzahl der Sendergeschichte bescheren werden.
Was sie vermutlich nicht wissen: Dass Sasa Kalajdzic, dessen Last-second-Goal zu verdanken ist, dass Ralf Rangnick mit dem ÖFB-Team nicht so wie seine deutschen Landsleute schon im Jet Richtung Europa sitzt, ein Spätberufener ist. Einer, der keine Akademie-Ausbildung genoss und erst großjährig zum Stürmer umfunktioniert wurde.
Vor genau zehn Jahren holte die Admira unter dem damaligen Sportdirektor Ernst Baumeister den HTL-Absolventen mit serbisch-bosnischen Wurzeln von Donaufeld. Bei den Admira Juniors spielte Kalajdzic „Sechser“ im defensiven Mittelfeld, bis Baumeister als Interimstrainer einsprang und den Schlaks sofort zum Stürmer umfunktionierte. Es folgten in acht Regionalligaspielen zehn Tore und neun Assists.
Unter Baumeister kam Kalajdzic dann auch in Admiras „Erste“ und endgültig in den Sturm. Was der zwei Meter große Bursche seinem Förderer nie vergaß. Ob während seiner verletzungsbedingt so tristen Legionärszeit in Deutschland und England (drei Kreuzbandrisse) oder jetzt beim LASK, mit dem er das Double holte – der Kontakt zum ersten Baumeister seiner Karriere riss nie ab: „Sasa hat mich mit meiner Frau auch nach Linz eingeladen.“
Ausnahme Hasenhüttl
Dass g’lernte Stürmer zu Verteidigern gemacht werden (wie das im Frühjahr Rapids dänischer Trainer Johannes Hoff Thorup versuchte) kommt häufig, umgekehrt indes äußerst selten vor. In Österreich hat’s gar nur einmal mit größerem Erfolg geklappt, als Ralph Hasenhüttl, der beim GAK als Verteidiger begonnen hatte in den 80ern bei der Austria und auch im Nationalteam zum Torjäger wurde. Eine über die Grenze hinaus besondere Wertschätzung erarbeitete sich Hasenhüttl freilich erst als Trainer in Deutschland und England. Weshalb es nicht überraschend käme, würde Hasenhüttl einmal Nachfolger vom zehn Jahre älteren Ralf Rangnick als Teamchef werden.
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