Der Schweizer Strafrechtsexperte Mark Pieth hat die Mitgliedsverbände insbesondere in Europa dazu aufgerufen, sich gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Wehr zu setzen.
Im Gespräch mit dem Tagesspiegel nannte der frühere Vorsitzende der FIFA-Kommission für Governance Möglichkeiten, den vor allem in Europa kritisierten Infantino zu stürzen
„Die FIFA ist ein institutioneller Verein; jedes Vereinsmitglied kann wählen, absetzen oder sogar jemanden vor Gericht zitieren. Diese Möglichkeit hat jedes FIFA-Mitglied“, sagte Pieth.
Dass es diesbezüglich keine Bestrebungen gäbe, erklärte der 73-Jährige mit dem System Infantino. Die Ethikkommission etwa würde nur formal existieren.
„Unabhängigkeit gibt es nicht in der FIFA - und dementsprechend auch keine Kontrolle“, sagte Pieth. „Im Grunde hat er das System Blatter perfektioniert: mehr noch als Blatter geht es Infantino um Macht und um Geld.“