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Olympia-Aus für die Kombination: „Das ist ein Schlag ins Gesicht“

Die Nordische Kombination wurde aus dem Olympia-Programm gestrichen. Damit steht der Sport vor dem Aus.
NORDISCHE KOMBINATION MÄNNER-WELTCUP: GUNDERSEN NORMALSCHANZE/12,5KM - LAMPARTER (AUT)

Vor drei Wochen war die Welt von Johannes Lamparter noch in bester Ordnung. Am Bergisel wälzte der Gesamtweltcupsieger in der Nordischen Kombination Pläne für den nächsten Winter und präsentierte sich voller Zuversicht. 

Natürlich war ihm bewusst, dass sein Sport beim Internationalen Olympischen Comitee (IOC) seit Jahren auf der Watchlist steht, aber dass die Nordische Kombination komplett aus dem Olympiaprogramm gestrichen wird, konnte auch er sich nicht vorstellen.

Ein Sport, der immerhin seit den ersten Winterspielen 1924 in Chamonix im Zeichen der Olympischen Ringe steht.

Arschtritt

Am Dienstag herrschte beim besten Nordischen Kombinierer der Gegenwart dann eine Kombination aus Frust und Enttäuschung vor. „Das ist ein Schlag ins Gesicht, ich fühle mich gerade innerlich leer“, sagte Lamparter, nachdem Gremien des IOC die Nordischen Kombinierer mit einem Arschtritt aus der olympischen Familie hinauskomplimentierten. „Das tut sehr weh. Mit Olympia wird uns ein Traum genommen.“

Vorzug für Freeriden & Synchro-9

Bei den Spielen vor wenigen Monaten in Mailand-Cortina hatten Johannes Lamparter und seine Kombinierer-Kollegen den vorerst letzten Auftritt bei Olympia. 2030 in den französischen Alpen bekommen neue Sportarten wie Freeriden oder Synchro-9-Eiskunstlauf den Vortritt. 

Die Alpin-Snowboarder, deren Olympia-Zukunft ebenfalls fraglich war, dürfen zumindest in vier Jahren im Parallel-Riesentorlauf noch um Medaillen kurven.

Totschlagargument

Aber was wird der Nordischen Kombination nun genau vorgeworfen? Warum hat ein Sport, der heimische (Felix Gottwald, Mario Stecher) wie internationale Helden (Hannu Manninen, Eric Frenzel, Jarl Magnus Riiber) hervorgebracht hat, keine Zukunft mehr?

Als eines der Hauptargumente wird immer wieder die fehlende internationale Leistungsdichte ins Treffen geführt. Tatsächlich gibt es mit Norwegen, Österreich, Deutschland, Japan und Finnland nur wenige Skiverbände, in denen die Kombination hoch im Kurs steht.

Felix Gottwald

Felix Gottwald kann die Entscheidungen des IOC nicht nachvollziehen

Felix Gottwald lässt dieses Argument nicht gelten. „Dann kann man im Prinzip alle Sportarten streichen. Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob Olympische Spiele in dieser Form noch zeitgemäß sind“, sagt der dreifache Olympiasieger.

Fehlende Perspektive

Die gesamte Tragweite dieser Entscheidung lässt sich noch gar nicht erahnen. Ohne Olympia verliert die Kombination nicht nur die Perspektive, dem Sport droht sogar das komplette Aus. Wenn fortan Fördergelder und der Zugang zu Ausbildungsplätzen beim Heer und der Polizei gestrichen werden.

 „Es wird schwierig werden, den Nachwuchs zu fördern und die Schanzenanlagen zu erhalten. Da kommt gerade ganz viel zusammen“, sagt ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher.

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