Erinnerungen an einen gedemütigten Torjäger
David Alaba und Kollegen benahmen sich tadellos
Trotz der sensationellen Aufholjagd des FC Messi alias Argentinien gegen Ägypten und Zündstoff-Garantien des Duos Infernal Trump/Infantino beschäftigt heimische Fans noch das Abschneiden von Ralf Rangnicks Team. Die Reaktionen reichen von „völlig überschätzt“ bis „eh brav“.
Sehr brav. So lässt sich auch das völlig skandalfreie Benehmen während des WM-Aufenthalts beschreiben. Was früher bei einer WM eher selten der Fall war. Womit gar nicht erst auf den Skandal von Gijon 1982 angespielt werden muss, vor dem Herbert Prohaska, genervt von Grupppenbildungen, heimfahren wollte.
Auch vor Cordoba 1978 hatte es gekracht. Wegen Spielerfrauen im Camp brachten es Hans Krankl und Co. nicht erst wegen des 3:2 gegen Deutschland weltweit auf die Titelseiten.
Nach der WM 1954 in der Schweiz, wo Österreich mit Platz 3 das bis heute beste WM-Ergebnis erreicht hatte, stiegen die Rapidler Walter Zeman und Ernst Happel in Hütteldorf aus dem Zug, weil sie befürchteten, von der wartenden Menge auf dem Westbahnhof bedroht zu werden.
Am ärgsten soll’s in Schweden 1958 zugegangen sein, als die Arrivierten nächtens über die Hürden gingen und so pfeifdrauf waren, dass mit Hans Buzek der Teambenjamin den Elfer gegen die Sowjetunion schießen musste. Buzek scheiterte an Lew Jaschin, am besten Tormann der Welt. Buzek litt darunter.
Noch Jahrzehnte danach beklagte er, immer nur auf den Elfer angesprochen zu werden. Und nie darauf, dass er den ältesten Klub, die Vienna, als 17-Jähriger zum bis heute letzten Titel geschossen hatte; dass er zum jüngsten Nationalspieler (ein Rekord, den erst David Alaba unterbot) geworden war; dass er Schützenkönig (mit Vienna und Austria) wurde; dass er 1965 jenem Team angehörte, das in London England schlug.
Was in den letzten Jahren im Fußball passierte, bekam Buzek wegen neurologischer Probleme kaum noch mit. Vielleicht auch, weil der beste Kopfballspieler seiner Zeit zu mutig den Schädel hingehalten hatte.
Am Donnerstag (9. Juli 2026) wird der legendäre Buzek, der 86 Jahre alt wurde, auf dem Döblinger Friedhof (13 Uhr) zu Grabe getragen.
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