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ÖFB-Team: Warum Rangnicks Erzählung nicht mehr ganz stimmt

Der Teamchef war 2022 angetreten, um mit seinem Team die Großen zu ärgern und zu schlagen. Der Mannschaft kam das attraktive Pressing aber abhanden.
Alexander Strecha
FIFA World Cup 2026 - Round of 32 - Spain vs Austria

Teamchef Ralf Rangnick überraschte gleich zu Beginn seiner Amtszeit 2022 mit markigen Sprüchen und einem extrem positiven Mindset, das er in den österreichischen Fußball implementieren wollte. 

Er ließ sich nicht zu einem 1:1 gegen Frankreich gratulieren, nannte als Ziel, große Nationen nicht nur ärgern, sondern auch schlagen zu wollen, an Endrunden nicht nur teilzunehmen, sondern auch eine gute Rolle dabei zu spielen. Es wehte ein erfrischender Wind durch das Fußballland und den ÖFB, man durfte erleichtert aufatmen und sich eine rosige Zukunft ausmalen.

Fast vier Jahre später ist nicht mehr alles so farbenfroh wie dereinst. Da macht Rangnick während der WM die Klubs verantwortlich, wenn es um die Fitness der Spieler geht, die in Santa Barbara dafür an 15 Nachmittagen Golf spielen dürfen. 

Eine Erklärung auf die Frage, warum vom gepflegten Stil bei den WM-Matches nur in Phasen etwas zu erkennen war, liegt acht Monate zurück – und zwar bei der Qualifikation für die WM gegen Bosnien-Herzegowina und dem anschließenden emotionalen Loch, in das man gefallen sei. Einem Österreicher als Teamchef hätte man wohl die Suche nach Ausreden unterstellt.

Fakt ist, dass die Erzählung nicht mehr stimmt wie noch vor vier Jahren. Österreich erreichte von den Resultaten her bei der WM, was zu erwarten gewesen war, blieb aber bei den Leistungen deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Norwegen und die Schweiz, mit denen man sich auf Augenhöhe sehen sollte, gingen mit besserem Beispiel voran.

Betrachtet man den Werdegang des Teams seit dem Aus bei der EURO 2024 gegen die Türkei, dann war das enttäuschende Auftreten bei der WM 2026 gar keine große Überraschung. In der Nations League musste man sich hinter Slowenien anstellen, verlor das Play-off-Duell gegen Serbien. In positiver Erinnerung bleibt ein 5:1 in Linz gegen – siehe da – Norwegen.

Und die WM-Qualifikation gestaltete sich auch nicht so souverän, wie man es gerne erzählen möchte, wenn knapp vor Schluss der erlösende Ausgleichstreffer gegen Bosnien fällt. Schon zuvor in Bukarest gegen Rumänien hatte sich das Team ähnlich naiv angestellt wie bei der WM gegen Algerien – und kassierte in der Nachspielzeit einen Gegentreffer. 

Die Erzählung wird aber erinnern an den historisch emotionalen Moment, als Kalajdzic das 3:3 gegen Algerien gelang. Erzählungen können auch in die Irre führen, wenn man nicht die richtigen Schlüsse zieht.

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