Tour-Tortur: Der härteste Gegner ist die Sonne
Was macht eigentlich ein Radprofi am Ruhetag der Tour de France? Er redet übers Wetter. Das klingt nach Small Talk, ist heuer aber das beherrschende Thema der Frankreich-Rundfahrt.
Denn seit dem Start in Barcelona rollt die Tour durch eine Hitzewelle, zeitweise mit Temperaturen von über 40 Grad.
Ein Schwächeanfall
Die neunte Etappe wurde deshalb um 30 Kilometer verkürzt, eine Premiere. Kurz vor dem Ziel prallte ein Pressefahrzeug gegen die Absperrungen, acht Personen wurden verletzt. Der Fahrer soll einen hitzebedingten Schwächeanfall erlitten haben.
Ausgerechnet jener Mann, der diese Tour dominiert, fordert nun die größte Veränderung. „Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Sommer nicht an heißen Orten fahren“, sagte Tadej Pogacar. Von früheren Startzeiten hält der Gesamtführende wenig, ein Start um 10 Uhr ändere nichts, „da kommt man immer noch in der Hitze ins Ziel“.
Wenn schon, dann um 8 Uhr: „Das ist zwar ein bisschen beschissen, aber ich glaube, der Körper kann sich daran gewöhnen.“ Bis dahin behilft sich das Peloton mit Kühlwesten und Eisbädern. „Es ist grenzwertig“, sagt der Österreicher Marco Haller. „Ist halt nicht Fußball, wo man nach 25 Minuten eine Hydration Break hätte.“
Am Dienstag wird es wieder ernst: Die zehnte Etappe von Aurillac nach Le Lioran führt über drei harte Anstiege. Gestartet wird um 13.10 Uhr. Am Nachmittag also. Noch.
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