Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Nach Torwart-Patzer: Super-Joker Merino schoss Spanien ins Halbfinale

Brad Pitt kam im USA-Trikot, das große Kino boten aber Spanien und Belgien. In einem packenden Viertelfinale entschied wieder einmal ein Joker die Partie.
FOI-SOC-SPO-WCS-SPAIN-V-BELGIUM:-QUARTER-FINAL-FIFA-WORLD-CUP

Brad Pitt hatte zwar das falsche Leiberl an, kam im USA-Trikot – davon ließen sich die Akteure auf dem Spielfeld aber nicht beeindrucken. Nur unweit von Hollywood boten Spanien und Belgien im Viertelfinale großes Kino. 

In einem spannenden Viertelfinale setzte sich Spanien am Ende mit 2:1 durch und zog damit ins Halbfinale ein. Dort wartet am Dienstag Topfavorit Frankreich.

Die Belgier mussten schon vor dem Anpfiff einen Rückschlag hinnehmen. Kapitän Tielemans verletzte sich beim Aufwärmen, konnte nicht mitmachen. Statt ihm rückte Vanaken in die Startelf. Die Kapitänsschleife übernahm De Bruyne, der nach seiner unfreiwilligen Pause im Achtelfinale gegen die USA vor Tatendrang sprühte.

Ruiz trifft zur Führung

Doch De Bruynes Genialität sollte erst später  in der Partie zum Tragen kommen. Zunächst gaben nämlich wie erwartet die Spanier den Ton an. Angeführt von Rodri zog der Favorit sein gefürchtetes Kombinationsspiel auf. Wirklich gefährlich wurde es jedoch noch nicht – auch weil Wunderkind Yamal ein paar Anlaufschwierigkeiten hatte. 

Langsam aber sicher kam aber auch der 18-Jährige in Fahrt. Zunächst zauberte er gegen Doku an der Seitenlinie, dann gab er den ersten Torschuss ab – verfehlte aber knapp (21.).

Die Belgier in dieser Phase mit ein paar Fehlern zu viel – das wurde bestraft. Angriff der Spanier über die rechte Seite, Olmos Schuss konnte Courtois nur in die Mitte abwehren, Fabian Ruiz staubte zur verdienten Führung ab (30.). 

Castagne konnte die Kastanien für die Belgier in dieser Situation auch nicht mehr aus dem Feuer holen.

Yamal hätte die Führung ausbauen können, scheiterte aber einmal an Courtois (35.) und traf einmal nur ins Außennetz (40.). Dennoch schienen die Spanier alles im Griff zu haben, Belgien fand offensiv bis zu diesem Zeitpunkt kaum statt.

Überraschender Ausgleich

Aber dann. Ein Genieblitz von De Bruyne, eine Flanke von Castagne und ein gewonnenes Kopfballduell von De Ketelaere gegen Cubarsi später stand es plötzlich 1:1 (41.). Auf einmal war alles wieder offen. Für Spanien war es das erste Gegentor im Turnier. Keeper Unai Simon kassierte zum ersten Mal nach 650 Minuten wieder ein Gegentor bei einer WM.

Die Spielfreude konnten den Spaniern aber weder die Belgier, noch der Schiedsrichter mit dem Pausenpfiff nehmen. Immer wieder war es Kapitän Rodri, der im Zentrum unermüdlich die Fäden zog. Keiner schlägt bei der WM so viele Pässe wie er. Bemerkenswert dabei ist die Passgenauigkeit, die deutlich über 90 Prozent liegt.

Spanien spielte, die erste gefährliche Szene nach Seitenwechsel hatte aber Belgien. De Cuyper traf aber nur ins Außennetz (55.). Es kam die Zeit des Wechselns – und es entwickelte sich ein richtiger Schlagabtausch. 

Bitter für Belgien: Auch Star-Keeper Courtois musste verletzt und mit Tränen in den Augen vom Feld. 
Lammens kam für ihn. Und der Ersatz-Keeper sollte zur tragischen Figur werden. 

Er konnte einen Cubarsi-Schuss nicht festhalten, Merino staubte zum 2:1 ab (88.). Spanien freut sich aufs Halbfinale gegen Frankreich. Und wieder war es Mikel Merino. Wie schon im Achtelfinale gegen Portugal kam der Arsenal-Legionär als Joker und schoss sein Team zum Sieg. Ein bitteres Ende für Belgien – weil Ersatztormann Lammens patzte.

Kommentare