Sport-News

Was macht eigentlich ein Radprofi am Ruhetag der Tour de France? Er redet übers Wetter. Das klingt nach Small Talk, ist heuer aber das beherrschende Thema der Frankreich-Rundfahrt. 

Denn seit dem Start in Barcelona rollt die Tour durch eine Hitzewelle, zeitweise mit Temperaturen von über 40 Grad.

Ein Schwächeanfall

Die neunte Etappe wurde deshalb um 30 Kilometer verkürzt, eine Premiere. Kurz vor dem Ziel prallte ein Pressefahrzeug gegen die Absperrungen, acht Personen wurden verletzt. Der Fahrer soll einen hitzebedingten Schwächeanfall erlitten haben.

Ausgerechnet jener Mann, der diese Tour dominiert, fordert nun die größte Veränderung. „Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Sommer nicht an heißen Orten fahren“, sagte Tadej Pogacar. Von früheren Startzeiten hält der Gesamtführende wenig, ein Start um 10 Uhr ändere nichts, „da kommt man immer noch in der Hitze ins Ziel“.

Die vergebene Chance gegen England verfolgt Alexander Sørloth auch nach dem WM-Aus. Der norwegische Stürmer wird nach dem Viertelfinale in den sozialen Netzwerken massiv attackiert, seine Freundin machte nun sogar Morddrohungen öffentlich.

Die Szene ereignete sich in der 43. Minute: Norwegen lief einen Zwei-gegen-eins-Konter, Sørloth hatte Erling Haaland neben sich. Ein Querpass hätte den Superstar alleine vor dem Tor gebracht. Doch Sørloth entschied sich für den eigenen Abschluss und scheiterte an Englands John Stones.

Nur zwei Minuten später gelang England durch Jude Bellingham der Ausgleich. Der Ex-Dortmunder war auch in der Verlängerung zur Stelle und sorgte mit seinem zweiten Treffer für den 2:1-Sieg der „Three Lions“.

Sichtlich enttäuscht stellte sich Sørloth nach dem Spiel den Fragen der Journalisten. „Es ist hart. Es gibt Dinge, bei denen man sich wünscht, man hätte es besser gemacht“, sagte der 30-Jährige. Gleichzeitig betonte er: „Ich weiß aber auch, dass neue Chancen kommen werden.“

Vor dem Zieleinlauf der neunten Etappe der Tour de France ist es am Sonntagabend zu einem Unfall mit einem Begleitfahrzeug der Presse gekommen. Bei der Ankunft in Ussel prallte eines der Fahrzeuge der Journalisten der französischen Sportzeitung „L'Equipe“ weniger als 500 Meter vor der Ziellinie gegen die Absperrungen entlang der Strecke, wie die Zeitung selbst berichtete. Acht Personen, die sich hinter den Absperrungen befanden, seien bei dem Unfall verletzt worden.

Zwei von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, um die Umstände des Unfalls aufzuklären. Der örtliche Sender Ici Limousin, dessen Leiter unmittelbar Augenzeuge des Unfalls wurde, berichtete, dass der Fahrer des Pressewagens wohl einen Schwächeanfall erlitten habe. In der Region war es am Sonntag bis zu 40 Grad heiß, weshalb die Etappe der Tour verkürzt worden war - ein Novum in der langen Geschichte der Rundfahrt.

Der Schweizer Strafrechtsexperte Mark Pieth hat die Mitgliedsverbände insbesondere in Europa dazu aufgerufen, sich gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Wehr zu setzen.

Im Gespräch mit dem Tagesspiegel nannte der frühere Vorsitzende der FIFA-Kommission für Governance Möglichkeiten, den vor allem in Europa kritisierten Infantino zu stürzen

„Die FIFA ist ein institutioneller Verein; jedes Vereinsmitglied kann wählen, absetzen oder sogar jemanden vor Gericht zitieren. Diese Möglichkeit hat jedes FIFA-Mitglied“, sagte Pieth. 

Dass es diesbezüglich keine Bestrebungen gäbe, erklärte der 73-Jährige mit dem System Infantino. Die Ethikkommission etwa würde nur formal existieren. 

„Unabhängigkeit gibt es nicht in der FIFA - und dementsprechend auch keine Kontrolle“, sagte Pieth. „Im Grunde hat er das System Blatter perfektioniert: mehr noch als Blatter geht es Infantino um Macht und um Geld.“

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