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24.

November

2017

Katastrophe fürs Börsel

Heute ist ... - nein, nicht nur das, woran Sie als regelmäßiger Leser dieser Kolumne vielleicht denken. Heute ist vor allem auch "Black Friday". Der schwarze Freitag hat schon lange nichts mehr mit Katastrophen an der Börse zu tun. Allenfalls mit Katastrophen im Börsel: "Black Friday" bezeichnet den Tag nach Thanksgiving. In den USA ist er dank Sonderangeboten im Handel der umsatzstärkste Verkaufstag des Jahres. Er hat sich auch hierzulande ausgebreitet und zieht dem, der sich ziehen lässt, …

23.

November

2017

Leuchtturmprojekte

Die neue Regierung ist nicht einmal gebildet, schon arbeitet sie intensiv an der Lichtverschmutzung mit: Ständig liest man von „Leuchtturmprojekten“, die Signalwirkung haben – also möglichst hell strahlen – sollen. Dabei warnen gerade jetzt Forscher und Astronomen vor dem markanten Anstieg der Lichtabstrahlung, vor allem durch die Umrüstung auf LED-Leuchten. Diese würden die Intensität des künstlichen Lichts vervielfachen. Hinzu kommen dieser Tage auch noch Kilometer an Lichterketten sowie …

22.

November

2017

Gute Nacht

Eine israelische Untersuchung  hat ergeben: Schlafmangel schwächt bestimmte Nervenzellen im Gehirn. Vereinfacht ausgedrückt: Das Gehirn  wird langsamer. Man nimmt Eindrücke später wahr und reagiert verspätet darauf.  Ein Übermüdeter denkt langsamer. Eine andere Folge von Schlafmangel: Man wird stur und unflexibel, das Gedächtnis lässt nach, Streitlust und Risikobereitschaft steigen, die Fähigkeit, Probleme zu lösen, sinkt, ebenso die Fähigkeit, andere Standpunkte zu verstehen. …

21.

November

2017

Schneemangelmangel

Tief im November ist’s, und es beschleicht einen das Gefühl, dass etwas fehlt. Aber was? Die Adventmärkte haben längst aufgesperrt, das kann es also nicht sein. Die Laternenfeste haben, rabimmel und bumm, geleuchtet. Die Perchten dreschen, weil man so in die Zeitung kommt. Und für die Umfragen/Schätzungen des Handels, wie viel der Österreicher heuer für Weihnachtsgeschenke ausgeben wird ... – gedulden Sie sich bitte, dafür ist es noch einen Hauch zu früh! Nein, was fehlt ist etwas, das gar …

20.

November

2017

Mucki

Jetzt, da sich das Jahr neigt, werden Sportler, Wörter und allerlei "des Jahres" gekürt. Nur "Umfrage des Jahres" ist nie dabei. Das ist schade, weil es so viele heiße Kandidaten gäbe. Einer der heißesten: 40 Prozent der Österreicher geben ihren Autos Kosenamen. Das heißt, fast jeder zweite Autobesitzer ist mit seinem Vehikel per Mucki, Quaxi oder Blauli. Ob das Auto vor Fahrtantritt auch gegrüßt oder gestreichelt wird, ist nicht erhoben. Aber: Ein Viertel der mit Kosenamen bedachten …

19.

November

2017

Der Polizist nach Maß

Da fürchtet man schon um Leib, Leben, Verkehrssicherheit und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, weil man liest, dass die Anforderungen an Bewerber für den Polizeidienst gesenkt werden. Und dann stellt sich heraus, dass diese Angst unbegründet war. Es geht nämlich in der aktuellen Debatte gar nicht darum, wenig geeignete Kandidaten zuzulassen. Also etwa solche, die nicht Deutsch sprechen oder schreiben könnten, des Rechnens nicht mächtig oder psychisch instabil wären oder die nach …

18.

November

2017

Verbimsung

Zum Jugendwort des Jahres wurde „I bims“ bestimmt. „I bims“ heißt „Ich bin’s“/„ich bin“, und gehört vong Herkunft her zur „Vong“-Sprache, die genau genommen nur in sozialen Medien vorkommt. Entstanden ist sie als Parodie, und verwendet wird sie vor allem von Erwachsenen, die ihre Postings mit Ironie lackieren wollen. Daher eine schnelle repräsentative Umfrage: Ist „I bims“ tatsächlich ein Jugendwort? Ergebnis: Genau 50 % der dem Autor gut bekannten Jugendlichen sagen Nein. Der Sohn, 18, meint:…

16.

November

2017

Aber: zufrieden

Immerhin,  die Fußballnationalmannschaft schaffte es gegen Uruguay, schlecht zu spielen und zu gewinnen (früher war es oft eher schlecht spielen und verlieren). Jetzt geht es darum, taktische Lehren zu ziehen. Zum Beispiel: Unnötige Ballverluste vermeiden (die nötigen sind schlimm genug);  Ball und Gegner laufen lassen (selber lieber sitzen oder liegen, das spart Kraft); keine Bälle verschenken (lieber behalten oder wenigstens verkaufen);  hoch stehen (Stelzen?), tief stehen (…

15.

November

2017

Punsch!

Bis in die  Achtzigerjahre war der Punsch in Österreich nahezu unbekannt. Wem im Freien kalt wurde, der ging dorthin, wo es nicht mehr kalt war, zum Beispiel ins Haus. Auf die Idee, sich zu sozialen und/oder karitativen Zwecken beim stundenlangen Aufenthalt unter freiem  Himmel Lungenentzündungen und Räusche zu holen, kam niemand. Wagemutige tranken sogenannten Glühwein, aber nicht oft, denn er war so sauer, dass er Zahnplomben rückstandslos auflösen konnte. Dann kam der Punsch. Es …

14.

November

2017

Zwei Mal nachdenken

Dass die FPÖ selten mit zukunftsträchtigen Ideen auffällt, liegt vermutlich an ihrem Identitätsverständnis. Dass sie darauf beharrt, Österreich, das im Nichtraucherschutz ohnehin zurückliegt, noch weiter auf den Status eines Entwicklungslandes zurückfallen zu lassen, hat doch einige erstaunt. Ebenso wie das sture Trommeln des Begriffs Zwangsmitgliedschaft. Selbstverständlich bedarf das Kammersystem einer umfassenden Frischzellenkur. Jedoch ist es gefährlich, damit eine De-facto-Abschaffung …

12.

November

2017

Umfallen

Früher sagte man, wenn einem etwas Powidl war: Das interessiert mich so, wie wenn in China a Radl umfallt. Damals wusste man nur, dass China weit weg ist und es dort viele Chinesen und noch mehr Fahrräder gibt. Heute fallen die chinesischen Radeln bei uns um. Und das kommt so: In Wien und anderswo gibt es seit Kurzem Leihrad-Anbieter aus China (und Singapur und ... – wurscht, "alle Japaner sind Chinesen", hat schon Karl Kraus gesagt). Die Radln kosten weniger als eine süß-saure Suppe. Wo der …

11.

November

2017

Weil sie gezwickt hat (II)

Gestern ging  es hier um das originelle wechselseitige VP/SP-Foulspiel im Parlament bei der Wahl zum Nationalratspräsidium. Jeder, der Kinder hat, kennt das: Sie hat mich gezwickt/weil er mich getreten hat/weil sie mich geboxt hat... Bei Kindern heißt das „schlimm sein“, in der Politik offenbar „neuer Stil“. Wie es heißt, sind bereits weitere politische Konsequenzen in Vorbereitung. So hat der ÖVP-Klub angeblich vor, Christian Kern auf einen Liter Blasentee einzuladen und anschließend …

10.

November

2017

Weil sie gezwickt hat!

Jeder, der Kinder hat, kennt das. Ein Kind stößt das andere. He, lass das, warum stößt du sie? „Weil sie mich gezwickt hat!“ – „Weil er mich geboxt hat!“ – „Weil sie mich an den Haaren gerissen hat!“ – „Weil er mir mein Buch weggenommen hat!“  (...) In der Ausübung des Berufs „Kind“ Geübte können das auf die Länge einer Thomas-Bernhard-Inszenierung ausdehnen. Gern genommene Sätze zur Ergänzung: „Gar nicht wahr“, „Aber nur ganz leicht“ oder „Das ist von selber kaputt geworden“. Besonders …

09.

November

2017

Liebling Trump

Genau heute vor einem Jahr, in den Morgenstunden des 9. November 2016, stand fest: Donald Trump gewinnt. Die US-Amerikaner haben freiwillig einen Präsidenten gewählt, der „Grab ’em by the pussy“ (die deutsche Version liefert Ihnen gern der Google-Übersetzer, sie ist hier absolut nicht druckreif) für den passenden Umgang mit dem anderen Geschlecht hält. Einen frauenverachtenden Machtjunkie, den die Amerikaner heute – wäre er eine Hollywood-Größe – in seine Bestandteile zerlegen würden. Aber …

08.

November

2017

Haben

Rechtzeitig vor Weihnachten hat Apple sein besoffen teures neues iPhone rausgebracht. Wer auf sich hält, wischt aber schon jetzt mit diesem gewinnenden Ichhab’dunicht-Blick auf 1149 Euro plus herum. Telefoniert wird mit dem Mobile ja eher wenig. Das hat mit der Unhöflichkeit des Mobilen an und für sich zu tun. Meist läutet es dann, wenn man die Hände voll Einkaufstaschen, Wohnungsschlüssel und Post aus dem Briefkasten hat, und man ist grantig auf den Läuter. Der ist grantig, dass man das …

07.

November

2017

Zwickt's mi

Man muss sich mindestens zwei Mal täglich fest zwicken, um sich zu vergewissern, dass das, was derzeit läuft, österreichische Realpolitik und kein Fiebertraum mit realsatirischem Skript ist. Jüngste Handlungsarabeske: Die Junge Volkspartei Niederösterreich macht Johanna Mikl-Leitner, 53, zu ihrer Spitzenkandidatin für die Landtagswahl. Das lässt besorgniserregende Rückschlüsse auf die Abweichung zwischen geistigem und physischem Alter beim ÖVP-Nachwuchs zu. Einstweilen verhandelt der um 22 …

06.

November

2017

Wir Wöd-Wampeler

13 österreichische Traditionen werden ins  immaterielle Weltkulturerbe aufgenommen. Darunter befinden sich der Montafoner Dialekt, der Wiener Walzer, das Axamer Wampeler-Reiten, das Wissen über Lawinengefahr und die Handwerkstechnik des Vergoldens (allerdings nicht das des Wienerherzens, sondern das von Einrichtungs- und Kunstgegenständen). Der österreichische Charme (seit 2005 wird das gefordert!) ist dagegen wieder nicht dabei, auch nicht der Wiener Grant, auch nicht österreichische …

05.

November

2017

Nudelsuppe

Zwei merkwürdige Details  sind dem Autor dieser Zeilen von der abgelaufenen Woche in Erinnerung geblieben. 1.) Dass Nadja Bernhard in der „ZIB“ über die Koalitionsgespräche sagte: „Man habe sich schon auf einige Punkte geeinigt, wurde heute verkünDIGT.“ Das ist ein typischer Versprecher  – das „geeinigt“ klang nach und machte aus der „Verkündung“ eine religiöse „Verkündigung“. Anderseits: So falsch ist das nicht – Politik wandert  ja immer mehr in die Sphäre des Glaubens, der …

04.

November

2017

Echt?

Fake, alles nur Fake? Kürzlich war hier von Musikern die Rede, die’s nicht mehr gibt, die aber vermeintlich noch auftreten (Abba, Dire Straits oder James Last – zwei Jahre nach dessen Tod macht sein Sohn in Papas Happy Sound). Prompt stehen demnächst die Ruinenreste von Queen auf einer Wiener Bühne. Zwei Seglerinnen, die Monate zwischen Hawaii und Japan verschollen waren, haben ihr Abenteuer erfunden, lesen wir. Ein Chinese, der für ein Glas Malt-Whisky aus dem Jahr 1878 schlappe 10.000 …

03.

November

2017

So verletzlich ...

Da gibt’s eine hübsche Studie aus Bayern: Sperrt man Männer ins Kloster, erhöht sich ihre Lebenserwartung. Mönche leben länger als Nicht-Mönche, nämlich annähernd so lang wie Frauen. Lebensstil ... Männliche Menschen haben schon im Mutterleib und im Säuglingsalter ein höheres Risiko zu sterben, einen biologischen Nachteil (sieht fast so aus, als hätte die Natur beim Mann noch geübt). Und im Laufe des Lebens versuchen die Männer nach Kräften, diesen Startnachteil noch auszubauen, einerseits …

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