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20.

Juli

2016

Vorhang auf! Von Wien zum Schwarzen Meer

Blog Nr. 1132: 29 Tage bzw. 2712 Kilometer war der Wiener Fotograf Mario Lang unterwegs, um das südlichste Teilstück seiner Radreise entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zurück zu legen. Von Wien bis nach Tsarevo am Schwarzen Meer. Durch elf Länder radelte er, 24 Mal passierte er eine Grenze. Jetzt ist er wieder zurück. Körperlich zurück, wie er von sich sagt. denn im Geiste ist er noch immer unterwegs. Mit seinem wunderbaren Blog ließ er uns Tag für Tag teilhaben an seinen Reise-…

13.

Juli

2016

Insel Šolta, oder: Über das Wenigerwerden

Blog Nr. 1131: Mein Freund Dinko Sule sitzt in diesem Sommer oft vor seinem Haus in Grohote, und malt. Er ist gut in der Zeit. In Kürze soll sein neuer Zyklus Sve nas je manje ausgestellt werden. Unsereins wird weniger, so würden ich den Titel ins Deutsche übersetzen. Sule macht sich Sorgen. Dass seiner Insel, der dalmatinischen Insel Šolta, allmählich die (denkenden) Menschen abhanden kommen. Die Sorge des Universalgelehrten hat Berechtigung. Sie gilt übrigens nicht nur für sein Eiland. Zu …

06.

Juli

2016

Insel Šolta: Mein bisher schönster Fehler

Blog Nr. 1130: Viel dümmer geht’s nimmer. Da laden sie mich ein, auf der dalmatinischen Insel Šolta zur Eröffnung ihres Kultursommers in der Galerie in Grohote meine Porträtfotos zu zeigen, ich sage zu – und vergesse die Fotos in Wien. Die Foto-Kopien von meinem KURIER-Blog fallen sodann in böser Qualität aus dem Farbdrucker. Aber was soll’s! Ich mag solche Herausforderungen. Mein Freund, der Maler Boris Sokol Mihovilović, bietet mir Geleitschutz an, mit Gitarre und Mundharmonika. Nicht nur er!…

29.

Juni

2016

Unverschwendet: Dank an die KURIER-Leser

Blog Nr. 1129: Marmelade kochen statt Obst wegwerfen – vor ein paar Tagen habe ich über die Initiative von Cornelia Diesenreiter berichtet. Diesenreiter, die an der Boku und in London studiert hat, rettet auf Abruf überschüssiges Obst vor dem Fall vom Baum, kocht es ein, teilt es mit den Gartenbesitzern und verdient darüber hinaus ihr eigenes Geld. Am Ende des Artikels habe ich KURIER-Leser gebeten, bei Bedarf Kontakt mit der Gründerin von unverschwendet.at aufzunehmen. Das Echo war enorm. „…

22.

Juni

2016

Wo der Kasperl als „Mützelzipf“ auftritt

Blog Nr. 1128: Der Kasperl heißt im Weinviertel Mützelzipf und tourt seit dem Jahr 1997 mit der „Kasperlbühne Mützelzipf“ übers Land. Seit dem Jahr 2010 ist der Mützelzipf auch ein Verein, so wie das halt in Österreich zu sein hat. Und damit die Auftritte des Weinviertler Kinderhelden so ganz seine Ordnung haben, musste er auch vor einer eigenen Kommission antreten. Alles gut, alles im grünen Bereich! Die Kommission hat dem Mützelzipf beschieden, dass sein Spiel pädagogisch wertvoll ist. …

15.

Juni

2016

Vorhang auf! Für eine grenzwertige Reise

Blog Nr. 1127: Eine grenzwertige Reise zu den Soll-Bruchstellen Europas. So nennt mein Freund und Kollege Mario Lang seine Radreise, die ihn in mehreren Etappen vom Nordmeer entlang des Eisernen Vorhangs bis zum Schwarzen Meer führen soll. Fast dreißig Jahre nach dem Fall des Vorhangs begibt sich der Wiener Fotograf auf Spurensuche. Und er stößt dabei erneut an Grenzen. Die neuen Grenzen trennen weniger Ost und West, mehr Nord und Süd. Wieder werden Menschen vom Wohlstand ausgeschlossen. Kein …

08.

Juni

2016

Die Menschen hinter den Arbeitslosenzahlen

Blog Nr. 1126: Zum Monatsbeginn wurden wieder die aktuellen Arbeitslosen-Zahlen präsentiert. Danach folgte ein österreichisches Ritual: Der Sozialminister und die AMS-Verantwortlichen bemühen sich, die Misere möglichst schön zu reden: Tatsächlich schaut es im Westen besser aus als im Osten. Doch das hilft den Menschen hinter den großen Zahlen wenig. Wer arbeitslos ist, leidet. Im Folgenden die Schilderungen von neun Menschen, die gerne arbeiten würden, aber nicht dürfen. Sie sind oder waren in …

01.

Juni

2016

Die Kellergasse, eine Wiederentdeckung

Blog Nr. 1125: Am Sonntagvormittag durchs Weinviertel zu radeln ist für mich ein Gedicht. Manchmal empfiehlt es sich, nicht nur Kilometer zu schlucken, sondern stehen zu bleiben, hinzuhören, hinzuschauen und abzubiegen. In der Kellergasse in Oberkreuzstetten wird am Sonntagvormittag fleißig gearbeitet. Es gibt einiges zu tun. Bis zum Kellergassenfest am 28. August müssen die Sanitäranlagen aufgemauert und eingerichtet werden. Für den Lois auch eine Frage der Ehre: Selbstverständlich hilft der …

25.

Mai

2016

Griechische Tragödie in fünf Bildern

Blog Nr. 1124: Der alte Mann, der am Nebentisch speist, ist der pensionierte Wirt der kleinen Taverne im Hafen von Piräus. Die Mehrzahl seiner Landsleute kann sich den Besuch seiner Taverne nicht mehr leisten. Wenn die Griechen heute außer Haus essen, dann vor allem bei öffentlichen Armenausspeisungen. Wer in diesen Tagen durch Athen geht, merkt schnell: Die griechische Finanztragödie hat mehr als nur ein Gesicht. Sie hat längst auch große Teile des Mittelstands in die Tiefe gerissen. Rostige …

18.

Mai

2016

Vom Lux zum Luxus: Die Lichter der Stadt

Blog Nr. 1123: Wenn ich mit dem Abendzug in Zagreb ankomme, denke ich mir jedes Mal: Wie schön hell ist Wien! Zwar haben die Geschäfte in der kroatischen Hauptstadt deutlich länger offen als in Wien, doch die Ausleuchtung des öffentlichen Raums signalisiert den Unterschied: Licht ist nicht nur Verschmutzung, Licht ist auch Luxus (siehe dazu auch die Bildergalerie oben). Auch die Nacht-Fotos aus dem All bezeugen dies. Wo wir zu Hause sind, leuchtet die Erde in der Nacht hell wie ein Stern. Das …

11.

Mai

2016

Vom Rand ins Zentrum: Das Ende von Wien

Blog Nr. 1122: „Wien ist groß genug, dass dich die Stadt an ihren Rändern leben lässt.“ Hat mich der Liedermacher Ernst Molden einmal getröstet. Ich habe mich seither mit dem Fahrrad immer wieder an die Peripherie begeben. Um mit der Kamera das durch Tafeln markierte Ende der Stadt ins Zentrum zu rücken (siehe Bildleiste oben). Und tatsächlich lassen die nicht behübschten, nicht kommerzialisierten Ränder der Stadt noch Spielraum für Ideen, die sich nicht am Althergebrachten orientieren. …

04.

Mai

2016

Der 317er: Von Floridsdorf nach Groß-Enzersdorf

Blog Nr. 1121: Am Anfang ist alles wie damals. Die Straßenbahn fährt vom Bahnhof in Floridsdorf ab. Doch aus dem 317er ist ein 25er geworden – und aus der historischen Tram mit Holzaufbau ein moderner Niederflurwagen. Auch sonst blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Zu diesem Schluss kommen auch der Historiker Herbert Kovacic und der Schriftsteller Herbert Eigner in ihrer lesenswerten Monographie Der 317er. Von Großenzersdorf nach Floridsdorf, die in der Edition Winkler-Hermaden erschienen ist.…

29.

April

2016

Radasyl: Lkw-Fahrer repariert Fahrräder

Blog Nr. 1120: Die Fahrradkette ist zu reparieren. Kein Problem für den Mann aus Syrien, der sagt, dass er in seiner Heimat Lkw-Fahrer war. Er hat ganz andere Probleme in seinem Leben überwunden. Heinz Berger von der Radlobby 21 ist sichtlich beeindruckt. Gemeinsam mit Freiwilligen sammelt er Fahrräder für die Menschen im Flüchtlingsquartier an der Floridsdorfer Siemensstraße. Einige Räder müssen wieder fahrtüchtig gemacht werden. Aber mit solch professionellem Helfer ist das ein Leichtes!

28.

April

2016

Radasyl: kleine Räder, große Kinderaugen

Blog Nr. 1119: Ein Fahrrad! Die Augen der Kinder im Flüchtlingsquartier der Caritas bei mir ums Eck leuchten. Dann dürfen sie auf dem Fabriksareal gegenüber vom Siemens-Werk erste Runden radeln. Und dabei Momente der Freiheit verspüren. Es braucht nicht viel, um diese Kinder glücklich zu machen. Heinz Berger von der Radlobby 21 bittet um Hilfe: „Wenn Sie ein Kinderrad zu Hause stehen haben und nicht mehr brauchen, bitte bringen sie es vorbei. Es gibt Kinder, denen sie damit eine Freude machen.“

27.

April

2016

Fortuna 05: Wiedersehen nach 25 Jahren

Blog Nr. 1118: Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Das letzte Mal sind wir uns vor 25 Jahren begegnet. Auch auf dem Fußballplatz. Damals als Kapitäne unserer Mannschaften beim Handshake vor einem Spiel. Damals, im Wiener Fußball-Unterhaus, wie man so schön sagte. Seit ewig lese ich die Fußballberichte von Hannes Steiner in der Kronenzeitung. Was ich jedoch nicht wusste: Dass der Hannes nebenbei auch ein solide ausgebildeter, umsichtiger Trainer für junge Fußballer ist. Gutes Spiel!

26.

April

2016

Gemma, Mischa! Foto-Finish auf der Insel

Blog Nr. 1117: Lustig war’s! Plötzlich flog der Kollege aus dem innenpolitischen Ressort an uns vorüber. Seine Rennmaschine leichter als ein Regierungsprogramm, sein Tempo nahe eines Sprints bei der Tour de France. Gut, Fotograf Franz Gruber war auf den Sprinter Michael Bachner fokussiert, der musste arbeiten. Aber wir anderen Rad-Tester hatten beim Fototermin gerade nix Besseres zu tun. Und so war an diesem Nachmittag ein lautstarkes „Gemma, Mischa!“ auf der Wiener Donauinsel zu vernehmen.

25.

April

2016

Puch Sprint: Mann, hat das Spaß gemacht!

Blog Nr. 1116: Habe mal was Neues ausprobiert. Ein Puch Sprint, Single Speed, mit nur einem Kranzl, ohne Gangschaltung. Bei meinen Testfahrten für einen Zeitungsartikel haben sich Symptome von Melancholie und Midlife-Crisis verschmolzen. Als Kind hatte ich ein Puch, einen Halbrenner mit der Bezeichnung Clubman, damals, als es nur Puch oder KTM gab. Und hinter den Ampeln hat der alte Mann all die Burlis und Girlies auf ihren Hipsterrädern hinter sich gelassen. Mann, hat das Spaß gemacht!

22.

April

2016

Mein Apfelbaum und der Neoliberalismus

Blog Nr. 1115: Also ein Senkrechtstarter ist er nicht. Und ein Obstlieferant auch (noch) nicht. Aber das wird schon noch werden, habe ich mir oft gedacht. Seine Zeit kommt noch. Außerdem ist er ein Geschenk meiner besten Zagreber Freunde. So einen entsorgt man nicht einfach wie Mobiltelefone oder Fußballschuhe, die nicht mehr der letzte Schrei sind. Mein Apfelbaum dankt in diesem Frühjahr auf seine Art: Zum ersten Mal blüht er. Seine Blüten sind ein klarer Beweis dafür: Gut Ding braucht Weile.

21.

April

2016

Chinesische Birne vs. japanische Kirsche

Blog Nr. 1114: Mein Kollege Wolfgang Freitag steht in seinem Vorgarten, der kein Wolfgang-Freitag-Platz wird, und blickt die vertraute Straßmeyergasse hinunter. Er sieht entlang der Baumreihen abwechselnd japanische Kirschen (rosa) und chinesische Birnen (weiß). Das war nicht immer so. Früher, in seiner Kindheit, Jugend, auch noch vor wenigen Jahren standen hier nur die im Frühjahr kurz aufblühenden Japaner. Doch die mussten weg, erklärten ihm die Stadtgärtner. Die Chinesen sind pflegeleichter.

20.

April

2016

Mit Brigitta Höpler die Stadt entdecken

Blog Nr. 1113: (W)ORTE -> Stadtschreiben. Nennt Brigitta Höpler ihre Schreibseminare, die sie und ihre Teilnehmer_innen zu spannenden Orten der Wienerstadt bringt. Höpler erklärt das Prinzip ihrer Veranstaltungen so: „Wie auf Reisen leben. Das Gewohnte unterbrechen. Neue Entdeckungen machen: mit Stadt- und Schreibimpulsen.“ Und plötzlich bekommen die vielen Brücken in Zwischenbrücken (Brigittenau) eine neue Bedeutung. Dorthin geht es übrigens am Freitag, dem 20. Mai. Mehr Infos und Termine …

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