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Der erste Österreicher, der bei den Winterspielen in Livigno im Einsatz war, schaffte es knapp nicht ins Finale. Clemens Millauer hatte große Hoffnungen, bei seinen letzten Olympischen Spielen im Big Air ins Finale zu springen. 

Nach den ersten beiden Sprüngen sah es gut aus für den Oberösterreicher. Einen Backside-1800 (fünf Umdrehungen) setzte er ebenso souverän in den italienischen Schnee wie einen Switch-Backside-1620 (viereinhalb Umdrehungen).

Doch die Hohe Qualität im Fahrerfeld erforderte eine weitere Steigerung in der dritten Runde. Den dritten Sprung hatte er schon beinahe geschafft, als er am Ende doch noch stürzte. 

Damit schloss Millauer die Big-Air-Qualifikation als 18. ab und muss beim Finale zusehen. Am Sonntag (19.30 Uhr) starten Anna Gasser und Hanna Karrer im Big Air der Frauen mit der Qualifikation.

Als Toni Sailer im Februar 1956 in Cortina d’Ampezzo im Zielraum steht, sagt er wenig. Ein „eh gut gegangen“ ist überliefert. Kein Pathos, kein Triumphgeheul. Und das nach drei Siegen bei drei Starts  – ein sporthistorisches Unikum.

Österreich, wenige Monate nach dem Staatsvertrag, findet im jungen Skifahrer mit den eisblauen Augen und der weißen Zipfelmütze ein Bild von sich selbst: leistungsfähig, modern, international anschlussfähig. Sailer wird zum  „schwarzen Blitz aus Kitz“, zur Ikone, obwohl – oder gerade weil – er nur ein einziges Mal Olympiateilnehmer ist.

Jetzt, 70 Jahre später, kehrt die olympische Welt wieder nach Cortina d’Ampezzo zurück – im Rahmen der Olympischen Spiele von Mailand. Das Jubiläum lenkt den Blick auf eine Geschichte, die weit vor Sailer beginnt. Die Winterspiele entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, in einem Europa, das nach Normalität, Austausch und Versöhnung suchte.

Im Jänner 1924 trafen sich rund 250 Athleten aus 16 Ländern im französischen Alpenort Chamonix. Was zunächst „Internationale Wintersportwoche“ hieß, wurde erst später zu den ersten Olympischen Winterspielen erklärt. Lange war nämlich nicht klar, ob es im  Winter Spiele in der antiken Tradition geben sollte.

Zu groß waren die Nordischen Spiele in Skandinavien, die keine Konkurrenz wollten, zu unwichtig der alpine Skilauf. „Außerdem war das olympische Projekt stark durch Pierre de Coubertin geprägt und der war kein Alpinist“, erzählt der Sporthistoriker Rudolf Müllner über den Erfinder der Olympischen Spiele.  Erst mit seinem Rückzug aus dem Internationalen Olympischen Komitee war der  Weg für ein  Winterformat frei.

Premiere 1924

Die ersten Spiele hatten weder Glamour noch technische Perfektion, aber sie trugen die Hoffnung einer Generation in sich, die den Krieg hinter sich lassen wollte und auf Sport als Gegenentwurf setzte.
Chamonix kam ganz ohne Fernsehübertragungen aus, ohne präzise elektronische Zeitnahme.  Es gab simple Eisbahnen, anfällige Naturstrecken und eine überschaubare Zahl an Ländern, Athleten und Sportarten:

Die ersten Stars  kamen aus dem Eiskunstlauf, und die Österreicher gehörten zu den dominierenden Nationen. Herma Szabo gewann Gold im Damenbewerb, Helene Engelmann und Alfred Berger triumphierten im Paarlauf, Karl Schäfer wurde zur prägenden Figur der 1920er-Jahre und holte 1928 und 1932 Olympiagold. 

„Der Wiener Eislauf-Verein war damals eine Kaderschmiede. Wien ist  eines der Zentren des internationalen Eislaufs. Die frühen Winterspiele sind imperial, urban, bürgerlich und europäisch geprägt“, sagt Müllner. Weniger Bergsport als Bühnenkunst auf Eis.

Identitätssuche

Zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren wandert Österreichs olympische Identität von der Eisfläche auf den Hang. „Der Eiskunstlauf hatte in den 1930ern nicht die Kraft eine nationale Identität zu befördern,  weil er lokal begrenzt und die österreichische Identität damals so brüchig war“, sagt der Sporthistoriker.

Die Geburtsstunde der Sportnation Österreich schlägt daher mit den Alpinbewerben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Skilauf zur Leitdisziplin: billiger, breiter, national aufladbar.

Im olympischen Dorf für die Winterspiele in Mailand ist es Medienberichten zufolge zu einer Sicherheitspanne gekommen. Trotz aller Kontrollen seien in der Unterkunft für die Athleten in mehreren Dutzend Zimmern die Sanitäranlagen von Unbekannten mutwillig beschädigt worden, berichtet die Zeitung Corriere della Sera unter Berufung auf die Polizei. Der Zugang zu dem neugebauten Dorf ist eigentlich nur mit einem besonderen Ausweis und QR-Code möglich.

Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden zwischen Mitte Dezember und Mitte Jänner in drei verschiedenen Gebäuden in insgesamt 70 Zimmern die Duschen beschädigt. Vermutet wird, dass dabei Fräsen zum Einsatz kamen. Die Schäden seien erst durch einen Wasserschaden aufgefallen, berichtet der Corriere. Die Rede ist von Vandalismus oder Sabotage. In die Ermittlungen habe sich aber auch eine Anti-Terror-Einheit der Staatsanwaltschaft Mailand eingeschaltet. Aufschluss erhofft man sich von Bildern der Überwachungskameras.

Nun geht es an die Rackets: Fünf Tage nach einem erfolgreich abgeschlossenen Samurai-Kurs wird es für Österreichs „Tenniskrieger“ ernst: Am Freitag(ab 6 Uhr MEZ, ORF 1)  startet das "KURIER Austria Davis Cup Team" im Ariake Coliseum in Tokio die Begegnung der ersten Qualifikationsrunde zu den Davis Cup Final 8 zwischen Japan und Österreich. 

Mit wem das Team in den Eröffnungstag geht, das hat Jürgen Melzer am Donnerstag offiziell verkündet. Die Wahl des ÖTV-Sportdirektors und -Davis-Cup-Kapitäns ist zunächst auf Sebastian Ofner und Jurij Rodionov gefallen. 

Der erstgenannte Steirer läuft zum Start ein, wie die Auslosung vom Donnerstag um 2:00 Uhr MEZ auf der Anlage ergab: Die Nummer eins der rot-weiß-roten Herrennationalmannschaft (ATP 135) trifft im ersten Einzelmatch am Freitag auf Yosuke Watanuki (ATP 166). Im Anschluss fordert der Niederösterreicher Rodionov (ATP 170) im zweiten Single Japans aktuelle Nummer eins Shintaro Mochizuki (ATP 108). Für das Doppelmatch, das am Samstag um 5:00 Uhr MEZ (ab 4:55 Uhr live auf ORF SPORT+) den Anfang machen wird, wurden erwartungsgemäß Lucas Miedler und Alexander Erler aufgeboten. 

Überschattet wurde das zweite Abfahrtstraining der Männer in Bormio von einem schweren Sturz von Daniel Hemetsberger. Der Oberösterreicher verlor im oberen Streckenteil die Kontrolle und es passierte, was nicht passieren darf. Der 34-Jährige schlitterte in eine Torstange und verlor dabei seinen Helm. Hemetsberger versuchte noch mit den Händen seinen Kopf zu schützen, dann krachte er mit geöffnetem Airbag ins Fangnetz.

Der Abfahrer war rasch wieder auf den Beinen. Mit zerschundenem und blutigen Gesicht konnte er selbst ins Ziel abfahren. 

Das Tor mit dem Gesicht getroffen

"Ich habe den ganzen Sturz live miterlebt, das war gut", sagte Hemetsberger im Ziel mit einem blauen Auge und einem Cut auf der Nase. "Ich habe das Außentor genau mit dem Gesicht getroffen, ich glaube, da hat es mir den Helm runtergerissen. Mir hat es da richtig den Kopf ins Genick gerissen, das war schon unangenehm bei 130 km/h. Ich hoffe, die Schwellung am Auge geht wieder weg, weil im Moment sehe ich nicht so gut." 

Glück im Unglück: "Ich habe Schmerzen im rechten Bein, aber ich glaube, es ist nichts Gröberes. Gut ist, dass das Kreuzband dort nicht reißen kann, weil ich dort keines mehr drinnen habe."

Hemetsberger konnte sich im Ziel schon wieder über sich selbst ärgern: "Ich habe den gleichen Fehler wie in Kitzbühel gemacht. Zweimal den gleichen Fehler machen, darf nicht passieren."

Drei Italiener voran

Das Training wurde von den Lokalmatadoren dominiert. Mattia Casse fuhr die Bestzeit vor Florian Schieder und Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni. Die Österreicher kamen nicht in die Top Ten.

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