Noch-Austrianer Ndukwe: „Das Lied verfolgt mich jetzt schon“

Liverpool Training Session
Der 17-jährige Austrianer Ifeanyi Ndukwe wechselt im Sommer zum FC Liverpool.

Eine Halbsaison ist er noch Austrianer, ehe er in eine völlig andere Fußballwelt eintaucht und ab Sommer mit den Superstars beim FC Liverpool den Doppelpass pflegt. Ifeanyi Ndukwe, noch 17 Jahre alt, hat den Erfolg bei der U17-WM in Katar mit dem Vize-Weltmeistertitel genützt für einen gewaltigen Schritt in seiner Karriere.

KURIER: Wie geht es Ihnen mit dem Wechsel nach Liverpool vor Augen?

Ifeanyi Ndukwe: Ziemlich gut. Meine Aufmerksamkeit gilt aber noch der Austria, daher denke ich noch nicht so viel dran.

Wie gehen Sie in das Frühjahr, wissend, dass es die letzten Monate für die Austria sind?

Es ist komisch. Beim Training selbst gebe ich alles, aber daheim kommen schon die Gedanken – dass es mein letztes Halbjahr ist. Immerhin bin ich über zehn Jahre bei der Austria.

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Wie oft am Tag denken Sie an den FC Liverpool?

Nicht so oft. In der Woche denke ich vielleicht an vier Tagen an Liverpool.

Was haben Sie bisher von der Stadt und vom Verein erlebt?

Von der Stadt fast nichts, weil die Zeit dazu fehlte. Vom Verein habe ich die Anlage kennengelernt und viele freundliche Menschen.

Haben Sie sofort realisiert, dass Sie sich plötzlich in einer anderen Fußball-Welt befinden?

Natürlich, weil Liverpool ein Weltverein ist. Ich habe bei einem Training zugesehen, da war die Qualität schon sehr, sehr gut. Geil zum Zuschauen.

Sie trainieren bald dort mit. Neben einem Van Dijk. Haben Sie schon eine Liste mit Fragen an ihn?

Nein, das nicht. Van Dijk ist immer schon mein Vorbild gewesen. Ratschläge werde ich von ihm einholen.

Was wünschen Sie sich noch vom Frühjahr?

Bundesliga-Einsätze. Und positive Gefühle.

War für Sie als Bub Liverpool ein Traumklub?

Er war einer meiner Lieblingsvereine, mit Barcelona. Liverpool hat mir auch wegen Van Dijk so getaugt.

Ist Ihnen jetzt erst bewusst geworden, welche Auswirkungen die U17-WM hatte?

Ja. Während der WM waren es einfach Länderspiele für mich, bei denen es um viel ging. Aber wenn uns danach der Bundespräsident einlädt, dann muss es etwas Besonderes sein. Und kaum war ich zurück, war schon Liverpool dran. Sie wollten mich.

Hatten Sie auch Angst – weil es ernst wurde?

Angst nicht, aufgeregt war ich. Und ich konnte es nicht glauben – erst als ich dann unterschrieben habe.

Wie bereiten Sie sich auf Liverpool vor?

Die Sprache sollte kein Problem sein. Ich werde hart arbeiten, um so fit wie möglich zu sein. Und dann werde ich bei einer Gastfamilie leben.

Freuen Sie sich auf „You will never walk alone“?

Ja, aber ich habe es in letzter Zeit auch hier bei der Austria schon oft gehört. Manni Sarkaria beispielsweise singt es mir bei jeder Begrüßung vor. Das Lied verfolgt mich jetzt schon.

Ist David Alaba, der eine sensationelle Karriere hingelegt hat, ein Vorbild?

Ich war immer ein Fan von ihm, das können viele Menschen bestätigen. Er hat eigentlich alles erreicht, was ich mir für meine Karriere so vornehme.

Haben Sie einen Karriereplan mit konkreten Zielen?

Ich würde gerne die Champions League gewinnen, Nationalspieler werden und dann an einer EM und einer WM teilnehmen. Also eigentlich das ganze Programm.

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