Die Austria hat einen neuen Sportvorstand - mit einer interessanten Vertragsklausel

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Der Deutsche Tomas Zorn wurde am Dienstag einstimmig bestellt.

Um 7.30 Uhr ging es am Dienstag los bei der Wiener Austria mit einer Aufsichtsratssitzung. Um 9 Uhr war es dann fix: Tomas Zorn ist neuer Sportvorstand. Der Deutsche wurde in der Sitzung einstimmig bestellt.

Zorn ist der Vorschlag von Jürgen Werner, der vertraglich seinen Nachfolger bestellen konnte. Dem Vorschlag des Oberösterreichers folgten die übrigen Vertreter des Gremiums, nachdem es zu Beginn nicht immer danach ausgesehen hatte.

Präsident Kurt Gollowitzer zum Prozess: "Die Investorengruppe verfügt gemäß dem bestehenden Syndikatsvertrag über das Vorschlagsrecht für den Sportvorstand der FK Austria Wien AG. Nachdem Tomas Zorn offiziell vorgeschlagen wurde, hat sich der Aufsichtsrat intensiv mit der Personalie beschäftigt und ist nach einem Hearing zu dem Entschluss gekommen, dass Tomas Zorn fachlich für diese Position sehr gut geeignet ist. Aufgrund dessen wurde er einstimmig von allen Vertretern des Aufsichtsrats als neuer Sport-Vorstand bestellt. "

Austria Wien Fußball Tomas Zorn

Der 39-jährige Zorn ist auch eine Empfehlung von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, der auch den selben Berater wie sein Landsmann hat. Der in Moskau geborene Zorn war zuletzt Sportdirektor bei Lok Moskau gewesen.

Bereits am Freitag erhielt Zorn vom Verein das Strategiepapier, eine Art Spielphilosophie, die man bei der Austria zuletzt ausgearbeitet hatte. Auch dies war ein Indiz dafür, dass die Wahl auf ihn fallen würde. 

Tomas Zorn meinte zu seinem neuen Job: „Austria Wien ist eine äußerst attraktive Aufgabe. Der Klub zeichnet sich durch eine hervorragende Akademie und Nachwuchsarbeit aus, hat große Tradition und eine leidenschaftliche Fangemeinde. Die Strategie des Klubs, mit Kernelementen wie der richtigen Kader-Balance, einer stringenten Transferpolitik sowie der Förderung von jungen Spielern, bildet eine starke Basis, um die Austria im Verbund mit dem bestehenden Team nachhaltig weiterzuentwickeln."

Die Verantwortlichen bestätigten am Dienstagmittag eine interessante Vertragsklausel. Falls es der Austria gelingt, die 7,5 Millionen Euro für den Rückkauf der Anteile der Investorengruppe WTF aufzustellen, wären Jürgen Werner und Co. nicht nur auf der Investmentseite bei der Austria im Abseits, sondern auch nicht mehr im Aufsichtsrat vertreten (derzeit vier Mitglieder). Darüber hinaus hat die Austria die Möglichkeit, sich innerhalb einer gewissen Frist von Tomas Zorn zu trennen.

Auch bei der Geschäftsordnung hat man einen für eine AG ohnehin logischen Beschluss gefasst: Ab sofort gilt bei den beiden Vorständen - Harald Zagiczek für die Finanzen, Tomas Zorn für den Sport - das Vieraugen-Prinzip, also keine großen Entscheidungen ohne die Unterschrift des anderen.

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