Audi in der Formel 1: Eine Präsentation mit viel Pomp und Trara
Großer Andrang um den ersten Audi in der Formel 1.
Eigentlich ist Audi ja in Bayern beheimatet. Doch ihr „neues Kapitel im Motorsport“ (Zitat: Presseaussendung Audi) schrieb das Team am Dienstagabend in der Hauptstadt Berlin. Während einige Teams ihre neuen Autos 2026 nur noch online zeigen, zog Newcomer Audi die große Show ab.
Mit viel Pomp und Trara wurde die Lackierung des Audi R26 mit allen Sponsoren im Berliner „Kraftwerk“ präsentiert, dem zur Veranstaltungshalle umgebauten ehemaligen Heizkraftwerk Berlin-Mitte.
Hunderte Journalisten aus aller Welt waren gekommen und fast ebenso viele Influencer. Mittendrin ließen die beiden Piloten den Interview-Marathon über sich ergehen, der Deutsche Lokalmatador Nico Hülkenberg (38) und der 17 Jahre jüngere Gabriel Bortoleto (BRA).
Der Sauber-Rennstall ist nach 32 Jahren Geschichte. Die Schweizer wurden von Audi übernommen. Während das Chassis weiterhin im Schweizer Hinwil gefertigt wird, hat Audi einen gewagten Schritt gemacht und baut den Motor selbst – in der neuen Motorenfabrik in Neuburg an der Donau.
Neben Audi steigt auch Cadillac (als elftes Team) heuer in die Formel 1 ein. Der Grund für den Zeitpunkt liegt auf der Hand, denn die Karten werden aufgrund der Regelreform neu gemischt: Neue Antriebe, nachhaltiger Kraftstoff, höhere elektrische Leistung, wendigere Autos. „Die 2026er-Regeln sind der perfekte Zeitpunkt einzusteigen“, sagt Mattia Binotto. Der ehemalige Ferrari-Teamchef leitet das F1-Engagement von Audi. „Wir sind von Anfang an ein echtes Werksteam. Die Entwicklung von Antrieb und Chassis erfolgt in perfekter Synergie. Das ist Kern unserer Wettbewerbsstrategie.“
WM-Titel 2030?
Die Chefs bei Audi legen die Latte hoch. Ab 2030 will man um die Weltmeisterschaft mitfahren. „Unser Einstieg in die Formel 1 ist Teil von etwas Größerem auf der ultimativen Bühne“, schwärmt Gernot Döllner, der CEO von Audi. Teamchef Jonathan Wheatley spricht von der Formel 1 als „komplexester Teamsport der Welt. Wir sind hier, um uns Herausforderungen zu stellen, uns weiterzuentwickeln und am Ende zu gewinnen.“
2026 wird wohl nicht viel zu gewinnen sein. Das erste Jahr wird ein Lernjahr. Die Favoriten sind heuer andere. Mercedes soll in der Entwicklung des neuen Motors die richtigen Schritte gesetzt und Fortschritt auf die Konkurrenz haben. Das befeuert damit auch die Mercedes-Kundenteams McLaren, Williams und Alpine.
Wo die Teams wirklich stehen, wird sich frühestens bei den Testfahrten ab 26. Jänner zeigen, spätestens beim ersten Rennen am 8. März in Melbourne.
Transparenzhinweis: Die Reise nach Berlin erfolgte auf Einladung von Audi.
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