Rangnicks Gehalt? Warum diese Debatte das Thema verfehlt
ÖFB-Teamchef Rangnick
Beim ÖFB wird diskutiert, um welchen Preis man Ralf Rangnick halten soll. Diese Debatte verkennt den Kern des Themas. Dieser Mann ist für den ÖFB keine Ausgabe, sondern eine Investition, die sich längst auszahlt.
Viele Fans im Land sind vor den Kopf gestoßen. Einen Teamchef verjagen, der sich gerade für eine WM qualifiziert hat? Das ist aber nur ein Nebenaspekt. Denn Rangnick ist für den ÖFB nicht einfach nur ein Trainer. Er ist ein Systemwechsel für den verkrusteten Fußball, der umso nachhaltiger sein wird, je länger er da ist. Kann es sein, dass genau darin das Problem liegt? Dass manche Herren im Verband die Veränderung scheuen? Aus Eitelkeit und Angst, an Einfluss und Macht zu verlieren? Die jüngsten Wortmeldungen zweier Landesverbandspräsidenten zur Zukunft des Teamchefs sind jedenfalls nur ein weiterer Beleg dafür, was die im Vorjahr beschlossene Strukturreform des ÖFB-Präsidiums hin zu einem Aufsichtsrat wirklich war: der reinste Etikettenschwindel. Dass Kompetenzen vom Ehrenamt ins Hauptamt verlagert werden sollen, war bisher nicht mehr als eine leere Ankündigung.
Sollte jemand Rangnick loswerden wollen, würde er das nicht zugeben. Der Mann ist aktuell zu beliebt im Lande. Schiebt man deshalb Gehaltsvorstellungen vor? Sich ihn nicht mehr leisten zu können, wäre ein willkommenes Totschlagargument. Rangnick selbst hat sein Salär übrigens gar nie zum Thema gemacht. Er ist 2022 nicht des Geldes wegen gekommen und zwei Jahre später auch nicht des Geldes wegen geblieben. Bei den Bayern hätte er das Zehnfache verdient. Wer sich Rangnick spart, spart nicht Geld, sondern Zukunft.
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