Johannes Lamparter ist erst so so richtig abgehoben und dann doch nicht als Erster in Ziel gekommen. Der Tiroler zeigte bei der Skiflug-Premiere der Nordischen Kombinierer auf dem Kulm bei Bad Mitterndorf einen 236,5-m-Flug und ging als Leader in die 7,5-km-Loipe. Zwar musste der dreifache Medaillengewinner von Cortina bei der Landung in den Schnee greifen, dennoch hatte er sechs Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Marco Heinis und zwölf auf den Finnen Ilkka Herola.
Und genau das war zu wenig. Denn Lamparter verschärfte zwar als Führender auf dem letzten Anstieg der Loipe das Tempo, doch Herola ließ sich nicht abschütteln. Im Zielsprint brachte er den Fuß entscheidend vor jenem von Lamparter - 0,1 Sekunden Vorsprung hatte Herola letztlich auf den Tiroler.
Zwei Rennen vor Schluss der Weltcupwertung hat Lamparter 173 Punkte Vorsprung auf seinen härtesten Widersacher Jens Luraas Oftebro aus Norwegen.
Als "Nebeneffekt" sicherte sich Lamparter auch die kleine Kompakt-Kristallkugel und hat bei den abschließenden Bewerben in Lahti (6. März) und Oslo (15. März) die große Chance, zu Saisonende mit drei Kugeln dazustehen. Denn die Massenstart-Wertung war bereits Ende Jänner in Seefeld an den dreifachen Olympia-Medaillengewinner von Mailand/Cortina gegangen.
Greidler-Abschied auf Rang 10
Zweitbester Österreicher war Lukas Greiderer als Zehnter (+20,7), der 32-jährige Tiroler bereitete sich damit ein schönes Karriereende. "Mein erster (Flug) wird mein letzter sein. Ein neuer Lebensabschnitt fängt an", sagte Greiderer. Seine größten Erfolge waren eine Olympia-Bronzemedaille 2022 in Peking, Team-Sprint-WM-Gold 2021 in Oberstdorf sowie zwei weitere WM-Bronzemedaillen mit dem Team. Thomas Rettenegger belegte hinter Greiderer Platz elf (+22,8). Mit Paul Walcher (14./+28,8), Stefan Rettenegger (16./+36,0) und Franz-Josef Rehrl (20./+1:03,7) kam ein weiteres Trio unter die besten 20.