Sport-News

Es begann im Freudentaumel nach der WM-Qualifikation im November 2025: Marko Arnautovic forderte in der Mixed Zone des Happel-Stadions einen Feiertag. Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm die Herausforderung an - allerdings unter einer Bedingung: Wer den WM-Pokal nach Wien bringt, bekommt seinen Feiertag. Arnautovic war sogar in die Hofburg eingeladen, um die „Voraussetzungen zu klären“.

Nun ist Österreich im Sechzehntelfinale gegen Spanien ausgeschieden und der Pokal wandert vorerst nicht in rot-weiß-rote Hände. 

Van der Bellen reagierte prompt: In einem Instagram-Video trägt er sich den 19. Juli 2030, den Tag des nächsten WM-Finales, als neuen Feiertag in den Kalender ein. „Gemma, Burschen!“, schreibt er dazu.

Es war ein Drama, die sentimentale Story der Wimbledon-Auflage des Vorjahres: Altstar Grigor Dimitrov musste im  Achtelfinale gegen den späteren Champion Jannik Sinner bei einer 2:0-Satzführung wegen einer Brustmuskel-Verletzung aufgeben. Nun schlug der 35-Jährige mit einer schönen Geschichte zurück. 

Der Bulgare, der in den jüngsten Monaten nicht wirklich viel gewonnen hat, schlug sensationell den aufstrebenden und als Nummer 15 gesetzten Tschechen Jakub Mensik 7:6(5),4:6,7:5,6:3. 

Dimitrov, der vor fast zehn Jahren schon die Nummer drei der Welt war, begeisterte mit seinen Emotionen vor allem das Publikum. Vor allem im vierten Satz, als Mensik mit Break führte. Aber der Bulgare kämpfte sich unter den Anfeuerungen des Publikums zurück und durfte sich am Ende zum Sieg gratulieren lassen. In der dritten Runde wartet auf den Weltranglisten-146., der nur aufgrund einer Wildcard im Hauptfeld starten durfte, der italienische Kitzbühel-Starter Matteo Berrettini, der in vier Sätzen den Franzosen Arthur Fils aus dem Wettbewerb warf. 

Die Schweiz darf bei der WM weiter vom ersten Viertelfinale seit dem Heim-Turnier 1954 träumen. Das Team um Trainer Murat Yakin setzte sich im Sechzehntelfinale von Vancouver problemlos mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durch und bleibt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko unbesiegt. Im Achtelfinale geht es erneut in Vancouver am Dienstag (22.00 Uhr/MESZ) gegen Kolumbien oder Ghana. 

Vor 52.497 Zuschauern im ausverkauften Stadion sorgte der frühere Schalker Breel Embolo (10. Minute) für die frühe Führung. Nach der Pause traf dessen Sturmkollege Dan Ndoye (46.) zur vorzeitigen Entscheidung. Manzambi vom SC Freiburg hatte das erste Tor mit einem Solo über die halblinke Seite exzellent eingeleitet.

Algeriens Auftritt bei dem Turnier dürfte - abgesehen vom denkwürdigen 3:3 gegen Österreich in der Vorrunde - schnell in Vergessenheit geraten. Das Team um BVB-Profi Ramy Bensebaini konnte den starken Schweizern fast nichts entgegensetzen. Die Nordafrikaner müssen weiter auf ihren ersten Sieg in einer K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft warten.

Mit einem 0:3 gegen Europameister Spanien verabschiedet sich Österreich von dieser Weltmeisterschaft.  Bei allem Zweckoptimismus war diese Niederlage erwartbar.

Das spiegelte sich auch in den Reaktionen der ÖFB-Teamspieler wider.

Marcel Sabitzer war nach dem deutlichen 0:3 ganz klar in seiner Analyse: „Wir sind gut gestartet und haben uns gewehrt, aber Spanien ist der verdiente Sieger. Gerade in diesen kleinen Dingen, wie dem richtigen letzten Pass, Abschluss oder Zweikampf hat man ihre Qualität immer gesehen. Das war der Unterschied.“

Der Routinier hebt das iberische Kollektiv hervor: „Nicht nur Lamine Yamal hat Top-Qualität, das ist bei allen Spaniern so. Sie waren als gesamtes Team einfach besser.“

„Die Massen bewegt“ 

Für einen Rückblick sei es noch zu früh: „Wir haben in Österreich die Massen bewegt,  die Leute können sich mit uns identifizieren. Aber so knapp nach dem Aus kann ich die WM noch nicht richtig einordnen, ich bin jetzt einfach nur enttäuscht, weil wir aufsteigen wollten. Aber Spanien war zu gut.“  

Marko Arnautovic wurde nach dem Schlusspfiff fast ein wenig sentimental: Der Auftritt bei der  0:3-Niederlage  war für den Routinier der Abschied aus dem ÖFB-Nationalteam. „Das war für mich das letzte Mal. Gratulation an Spanien, sie sind überragend, wir können stolz drauf sein, was wir getan haben.“

Auch dank Altmeister Cristiano Ronaldo hat Portugal in der Nacht auf Freitag das Achtelfinale erreicht. Beim 2:1-(0:0)-Sieg über Kroatien leitete der 41-Jährige in Toronto mit einem Elfmetertor nach Rückstand die Wende ein (67.), Goncalo Ramos machte in der 94. Minute den Last-Minute-Erfolg perfekt. Der Europameister von 2016 trifft damit am kommenden Montag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas auf Österreich-Bezwinger Spanien.

Kroatien hatte nach einer dominanten portugiesischen Vorstellung in der ersten Hälfte bald nach Wiederbeginn dank Ivan Perisic (53.) das Ruder herumgerissen, musste in einer dramatischen Schlussphase aber das späte K.o. hinnehmen.

Besonders bitter war das nach Videostudium in der 116. Minute wegen Abseits aberkannte 2:2 durch Josko Gvardiol: Die Entscheidung, dass der Ball zuvor noch von dessen Teamkollegen Igor Matanovic - höchstens mit den Haarspitzen - berührt wurde, dürfte noch für Diskussionen sorgen. Der 41-jährige Ronaldo, der sich zum ältesten Torschützen in einer WM-K.o.-Phase machte, konnte jedenfalls mit seinem Teamkollegen aufatmen.

Der KURIER-Sport empfiehlt

Merkliste

Hier können Sie interessante Artikel speichern, um sie später zu lesen und wiederzufinden.