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Die French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa verabschiedete sich in Wimbledon bereits in der 2. Runde, ihre Schwester weilt derzeit schon in Österreich. Erika Andrejewa, die in London in der Qualifikation scheiterte, schlägt ab Montag im Hauptbewerb der Generali Open Ladies in Kitzbühel auf (ORF 1 überträgt am Montag ab 10.50 Uhr).

Die 22-Jährige, die drei Jahre älter als ihre etwas berühmtere Schwester ist, trifft in der 1. Runde auf die Griechin Despina Papamichail.

Die österreichischen Fans werden aber eher wegen der Österreicherinnen nach Kitz kommen. Die als Nummer zwei gesetzte Sinja Kraus, die im Vorjahr die beiden heimischen ITF-Turniere in Amstetten und Wien gewinnen konnte, wird von der Schwedin Caijsa Hennemann gefordert, Julia Grabher macht Bekanntschaft mit der Rumänin Elena Bertea. Weiters sind Eketerina Perelygina, Arabella Koller und Leonie Rabl am Start. Anna Pircher musste kurzfristig aufgrund einer Rückenverletzung absagen.

Es sollten spannende zwei Wochen für Österreichs Tennis werden, denn die Woche darauf geht es beim aufstrebenden ITF-Turnier in Amstetten weiter. „Diese zwei Wochen sind die ideale Bühne für die heimischen Spielerinnen“, sagt ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer. 

Wenn man soeben Wimbledon gewonnen hat, ist dies wohl ohnehin ein überaus bewegender Moment. Wenn dieser Moment dann auch noch von einem persönlichen Schicksal begleitet wird, wird es hochemotional: Im Moment ihres größten Triumphs dachte die neue Wimbledon-Siegerin Linda Noskova an ihre vor zwei Jahren gestorbene Mutter.

Die 21-jährige Tschechin hielt nach dem 6:2, 5:7, 6:3 gegen ihre befreundete Landsfrau Karolina Muchova die Venus Rosewater Dish als Trophäe für den Erfolg beim prestigeträchtigsten Tennis-Turnier der Welt in den Händen. Sie schickte einen Handkuss in den Himmel, blickte nach oben und hatte Tränen in den Augen.

„Es gibt noch eine Person, der ich danken möchte. Das ist meine Mum. Ich würde definitiv nicht ohne sie hier stehen“, sagte Noskova.

Ihre Mutter Ivana starb vor zwei Jahren direkt vor dem Auftakt von Wimbledon. Noskova, damals erst 19 Jahre alt, spielte dennoch und gewann erstmals ein Match beim Londoner Rasenturnier. Nun hat sie nach einem tschechischen Finale, das einer Achterbahnfahrt glich, Wimbledon gewonnen - als dritte Tschechin in vier Jahren. Und als jüngste Tennisspielerin seit 2011, als ihre Landsfrau Petra Kvitova triumphierte.

„Wer das Gold hat, macht die Regeln,“ ließ Frank Stronach ihn anhimmelnde Österreicher gerne wissen. Das war zu Zeiten, als der in Nordamerika zum Milliardär gewordene Steirer fünf Jahre Bundesliga-Präsident war und bei der Austria teure Spielerkäufe, einen Meistertitel (2003) und Absurdes (Stadionverbot für Klubikone Toni Polster) ermöglichte.

Aktuell sieht sich der 93-Jährige in Kanada mit gerichtsanhängigen Me-Too-Vorwürfen konfrontiert. Aber nicht wegen dieser, sondern wegen des Verhaltens der beiden höchsten WM-Drahtzieher fällt einem der alte Stronach-Spruch ein.

„Du gehst uns allen auf den Sack, Jannik!“ Dieser liebevolle Tadel stammt von Alexander Zverev. Ausgesprochen unmittelbar nach dem Finale der Erste Bank Open am 26. Oktober in der Wiener Stadthalle. Der Deutsche hatte soeben gegen Jannik Sinner nach gewonnenem ersten Satz 6:3, 3:6 und 5:7 verloren. Wahrscheinlich ging ihm der Italiener danach noch mehr auf den Sack. Denn seit dem gewonnenen Satz verlor Zverev 14 Sätze in Folge. Die jüngsten sechs Partien gewann der Ranglisten-Erste klar, nur einmal schaffte es Zverev in ein Tie-Break.

Also ist die Favoritenrolle vor dem heutigen Wimbledon-Endspiel (17 Uhr MESZ, Amazon Prime), quasi die Neuauflage des Wiener Turniers, klar verteilt? Nicht ganz. „Vor den French Open hätte ich gesagt, dass es eine ganz klare Sache für Sinner wird“, sagt Herwig Straka, Turnierboss der Erste Bank Open. „Aber Paris hat mit beiden viel gemacht. Weil Sinners Körper nicht mitspielte, aber vor allem, weil Zverev mit dem ersten Grand-Slam-Titel enormes Selbstvertrauen hat.“

Im Halbfinale von Wimbledon glänzten beide. Zverev stoppte Großbritanniens Sensationsmann Arthur Fery (7:6,6:2,6:4) ebenso in drei Sätzen wie Sinner Altstar und Rekordmann Novak Djokovic (6:4, 6:4, 6:4). Obwohl beide Stars nur zwölf Games abgaben, ist der Sieg Sinners für Straka noch etwas höher einzuordnen. „Weil Djokovic zuvor mental enorm stark aufgetreten ist.“

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