Die große Bühne des Männerfußballs gilt nicht als die inklusivste. Nicht umsonst gibt es kaum geoutete Profi-Fußballer, auch unter manchen Fans werden schwulenfeindliche Sprüche nach wie vor benutzt.
Um ein Zeichen für Inklusion und Vielfalt zu setzen, hatten die Veranstalter der WM-Spiele in Seattle eine Idee. Das dritte Gruppenspiel am 26. Juni im Lumen Field soll unter dem Motto „Pride Matchday“ stehen – um den Pride Month für LGBTQI+-Rechte zu feiern. Programm im Stadion ist nicht vorgesehen. Lokale Komitees können keine eigenen Inhalte in Turnierstadien durchsetzen.
Verfolgung und Protest
Wie es der Zufall wollte, fiel das Match 63, das unter dem Motto stattfinden sollte, in der Auslosung auf Ägypten und Iran in Gruppe G – und damit auf die Nationalmannschaften zweier Länder, in denen Homosexualität verfolgt wird.
Beide Verbände protestierten. Der iranische Fußballverband hat nun die FIFA aufgefordert, beim Spiel zwischen Ägypten und Iran in Seattle keine Pride-bezogenen Symbole zuzulassen. Zuletzt hatten den Iran-Vertretern schon andere Flaggen nicht gefallen: In LA brachten Fans etliche vorrevolutionäre iranischen Flaggen ins Stadion, die vorab eigentlich als politische Symbole verboten waren.