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Niki Lauda und die DDR: Die großen Irrtümer vor 50 Jahren

Die Reichsbrücke stürzte ein, Niki Lauda verunglückte - und der KURIER lag mit seinen Prognosen ziemlich falsch.
Wolfgang Winheim
Niki Lauda verunglückte am 1. August 1976 auf dem Nürburgring

„Eure Olympia-Analyse habt’s für’n Mistkübel geschrieben. Die interessiert kaan Leser!“ Mit dieser telefonischen Mitteilung wurden wir KURIER-Berichterstatter vor 50 Jahren am frühen Morgen des 1. August in Montreal geweckt. Nachsatz vom diensthabenden Redakteur in Wien: „Die Reichsbrücke is’ eing’stürzt und der Lauda verbrennt grad.“

Weil die Reichsbrücke Sonntagfrüh in der verkehrsärmsten Zeit zusammenbrach, gab’s „nur“ ein Todesopfer. Und Niki Lauda, der auf dem Nürburgring verunfallte, hat schon bald nach dem Feuerinferno vor Ehrgeiz nur so gebrannt.

Mitentscheidend für Laudas Comeback war Willi Dungl, der 1976 nach dem Unfall die körperliche und ernährungstechnische Betreuung für den bis dahin in dieser Hinsicht wenig professionellen Niki übernahm. Derselbe Dungl, der 1976 – noch „verliehen“ von seiner Bundesheer-Dienststelle – in Montreal als Physio ausgeholfen und zugleich als KURIER-Mitarbeiter uns olympische Insiderinfos anvertraut hatte.

Obwohl 26 afrikanische Staaten eine Teilnahme verweigerten und China ausgesperrt war, reichte es für Österreich in der Nationenwertung nur zu Rang 40. Pistolenschütze Rudolf Dollinger verhalf zur einzigen Medaille. Er traf zu Bronze.

Österreich beim Fußball-Turnier nur Zuschauer

Die Medaillenwertung gewann die UdSSR vor der DDR. In olympischen Fußball-Turnier (für das sich Österreich seit 1952 bis heute nicht mehr qualifizierte) war’s umgekehrt. Da trumpften die DDR-Kicker im Semifinale gegen das russische, Korrektur, sowjetische Team auf. Das großteils aus ukrainischen Spielern bestand.

Im Stadion wurden blau-gelbe Fahnen geschwenkt, was uns Ahnungslose fragen ließ, ob sich gar Fans aus Niederösterreich oder von Vienna zum Olympiakick nach Montreal verirrt hatten. In Wahrheit handelte es sich um ausgewanderte Ukrainer.

Das temporeiche Finale gewann die DDR am letzten Olympiatag gegen Polen 2:1. Die Ossis hatten so sehr beeindruckt, dass von unsereinem auf der Tribüne für Rot-Weiß-Rot schon schwarz gesehen worden war , zumal die Olympiasieger Österreich als Gegner in der WM-Qualifikation bevorstanden.

Doch was passierte? Nicht die ostdeutschen Staatsamateure sondern Hans Krankl und Co. schafften es zur WM 1978 nach Argentinien, wo man sich in Cordoba bekanntlich mit einem 3:2 gegen die westdeutschen Stars verabschiedete.

Der Titel mit der Fehlprognose „Gegen diese DDR null Chance in der WM-Quali“ war zum Glück im Mistkübel geblieben.

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