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Ungarn bleibt McLaren-Land: Lando Norris gewinnt Grand-Prix

Lando Norris hat in Ungarn seinen zwölften Karrieresieg gefeiert, als erster Fahrer seit Hamiltons Erfolg 2020 von der Pole aus. Für seinen Teamkollegen Oscar Piastri und Lewis Hamilton verlief das Rennen dagegen alles andere als nach Plan.
Formula One Hungarian Grand Prix - Race

Es gibt Rennstrecken, auf denen der Sieg am Sonntag nach der Poleposition am Samstag eigentlich nur noch Formalität ist. Und es gibt den Hungaroring. Seit Hamiltons Erfolg 2020 hatte hier niemand mehr von Startplatz eins aus gewonnen, Jahr für Jahr verpuffte die schnellste Samstagsrunde, ehe am Sonntag über 70 Runden ganz andere Gesetze galten. 

Lando Norris kümmerte das wenig. Der Brite fuhr souverän zu seinem zwölften Karrieresieg, dem ersten überhaupt an einem Ort, an dem er zuvor schon einmal triumphiert hatte, und zementierte gleichzeitig die Rangordnung der letzten Jahre in Ungarn: Nach den McLaren-Doppelsiegen 2024 und 2025 blieb Budapest auch 2026 ein sicherer Hafen für Papaya-Orange.

Der eigentliche Krimi spielte sich aber nicht an der Spitze, sondern dahinter ab. Teamkollege Oscar Piastri hatte sich bereits in Kurve zwei an Norris vorbeigeschoben und die Führung übernommen, während vorne bei Ferrari der Start missriet und Charles Leclerc früh ins Hintertreffen geriet. 

Auch Max Verstappen musste schon in Runde sechs Frust über Funk absetzen, Probleme mit den Stoßdämpfern sollten sein ganzes Rennen begleiten, ohne dass er am Ende daran zerbrach: Der Niederländer hielt beide Ferrari hinter sich und wurde am Ende hervorragender Zweiter.

Overcut (auch) dank Zusammenstoß

Über den Ausgang des internen McLaren-Duells entschied am Ende die Strategie. Piastri bog als erster McLaren an die Box zu seinem zweiten Stopp ab und steckte in Runde 33 die harten Reifenauf. Norris dagegen blieb draußen, überzeugt, im freien Verkehr das schnellere Auto zu haben, und versuchte den Overcut.

Der Plan ging auf, wenn auch mit etwas Nachhilfe: In Runde 39 bremste eine Kollision zwischen Piastri und Carlos Sainz beim Überrunden den Australier zusätzlich aus. Als Norris schließlich in Runde 40 selbst an die Box kam, reichte der Vorsprung, um vor seinem Teamkollegen wieder auf die Strecke zu fahren. Piastri ließ über Funk keinen Zweifel an seinem Unmut aufkommen, ehe ihn in Runde 56 ein Getriebeschaden endgültig aus dem Rennen nahm.

Sein Ausfall sorgte für ein virtuelles Safety-Car, das im Finish die Karten noch einmal neu mischte. Norris und die Ferraris nutzten die Gelegenheit für frische Reifen, für Hamilton ging die Rechnung aber nicht auf: Er verlor seine Position an Max Verstappen und kam auch nicht mehr an Antonelli vorbei. Wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse erhielt der Brite auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe. „Die verteilen Strafen wie verrückt“, schimpfte Hamilton über Funk, der bereits im Qualifying wegen der Behinderung von Piastri um drei Startplätze zurückversetzt worden war.

Ruhe vor dem Ziel

In den letzten Runden passierte nichts mehr, das am Ergebnis noch etwas geändert hätte. Norris gewann vor Verstappen und Antonelli, Platz vier ging wegen Hamiltons Strafe an Leclerc, der Rekordsieger dieser Strecke musste sich mit Rang fünf begnügen. 

Für WM-Spitzenreiter Antonelli bedeutet das dennoch keinen Rückschlag, im Gegenteil: Weil Hamilton hinter ihm landete, baute Antonelli seine Führung sogar aus, mit Kurs auf ein mögliches erstes italienisches Championat seit Alberto Ascari 1953.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, wird ausgerechnet Imola als möglicher Schauplatz des Saisonfinales gehandelt. Es wäre ein Heimspiel für den 19-Jährigen.

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