Die ehemalige deutsche Weltklassespielerin und dreifache Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber bringt es auf den Punkt: "Wenn er verliert, dann hauen alle drauf. Wenn er gewinnt, dann feiern alle."
Ihr Landsmann Alexander Zverev steht in der Poleposition, hat zumindest schon einmal mit einem 7:6-6:1-6:3-Viertelfinalsieg über den 19-jährigen Spanier Rafael Jodar den ersten von drei notwendigen Siegen zum ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Und das nach einer sensationellen Leistung. Im Halbfinale wartet der Tscheche Jakub Mensik (20), der im Youngster-Duell Joao Fonseca (19) keine Chane ließ.
"Ich komme aus Deutschland, da ist es eben so, dass du hochgejubelt wirst, aber auch schnell tief fallen gelassen wirst. Das ist bei uns so, auch in England. In den USA ist dies anders, da bist du immer ein Hero", sagte Zverev im Vorjahr in einem KURIER-Gespräch.
Zverev hört und liest sie auf den Satz dieser Tage: "Jetzt oder nie!" Nach der verletzungsbedingten Absage von Carlos Alcaraz und den Niederlagen von Jannik Sinner und Novak Djokovic ist der Hamburger der klare Favorit auf den Titel bei den French Open. Doch immer wieder wird Zverev auch in diesem Zusammenhang an das Scheitern erinnert. 2020 verlor er nach klarer Führung im US-Open-Finale gegen Dominic Thiem, bei den French Open fehlte 2024 nur noch ein Satz gegen Alcaraz auf den Triumph, nur bei den Australian Open 2025 gegen Sinner war er in seinem dritten Slam-Finale chancenlos. Jetzt fehlen noch zwei Siege zum großen Glück.