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Der Mann, der 1982 Österreichs bis heute letztes Tor gegen Algerien (Endstand: 2:0) erzielt hatte, verzichtet auf ein TV-Live-Erlebnis. 

Hans Krankl gibt Samstagabend noch mit der Band Monti Beton beim „Spettacolo Italo-Americano“ im burgenländischen Bad Sauerbrunn den Ton an, ehe er Sonntag, während im ORF zur Morgenstund’ das Match gezeigt und danach analysiert wird, in seine Zweitheimat nach Jesolo fährt.

Die drei Wiener Bezirke Favoriten, Floridsdorf und Donaustadt haben gemeinsam knapp 650.000 Einwohner. Und damit mehr als Kap Verde. Nur rund 600.000 Menschen leben auf dem Inselstaat vor der Westküste Afrikas im Atlantik. Doch die sind derzeit alle aus dem Häuschen. Denn ihre Nationalmannschaft erlebt bei der WM gerade ein Märchen. Als krasser Außenseiter angetreten reichte Kap Verde gegen Saudi-Arabien ein 0:0, um mit drei Remis aus drei Spielen sensationell ins Sechzehntelfinale aufzusteigen. Dort wartet mit Weltmeister Argentinien in der Nacht auf nächsten Sonntag der nächste große Fisch auf die blauen Haie.

Zeit genug, um den unerwarteten Erfolg zu genießen. „Es ist einfach verrückt. Ich glaube, ich lebe in einem Traum“, sagte Deroy Duarte. „Jetzt wird eine große Party gefeiert. Ganz Kap Verde ist heute glücklich.“ Die Jubelbilder ließen nicht lange auf sich warten. Im Netz machte ein Video mit den tanzenden Spielern aus der Kabine die Runde. Auch zu Hause feierten die Leute ihre neuen Helden ausgelassen auf den Straßen.

Auch die „Oma“ feiert

Einer dieser Helden hört auf den Namen Vozinha (was übersetzt „Oma“ bedeutet), ist 40 Jahre jung und steht im Tor. Nach dem 0:0 gegen Spanien wurde er über Nacht zum Internet-Star, hat mittlerweile mehr Follower als so mancher Hollywood-Star. Mit ihm feierte seine Mutter auf der Tribüne. Wenn es nach ihm geht, ist das Märchen aber noch lange nicht zu Ende. Er freut sich schon auf Argentinien – und Messi: „Er ist der größte Fußballer aller Zeiten. Mit Messi auf dem Platz zu stehen, ist ein Traum, und ich werde meinen Kindern eines Tages voller Stolz erzählen, dass ich gegen ihn gespielt habe.“ Er will alles geben, um zu verhindern, dass Messi ein Tor schießt gegen ihn. Seine Kampfansage an den Weltmeister: „Wir mögen klein sein, aber wir haben ein großes Herz – und wir sind Kämpfer.“

In der Königsklasse des Motorsports sind königliche Leistungen gefragt. Das wissen auch die Verstappen-Fans, die an diesem Wochenende besondere Qualitäten zeigen. Da sind die Hitze, der Lärm, der Alkohol. All das kennt die „Orange Army“ schon aus der Vergangenheit. Doch in diesem Jahr ist da noch diese Fußball-WM. In der Nacht auf Freitag spielte Oranje ab 1 Uhr gegen Tunesien – und gewann 3:1. „Hup, Holland, hup!“, für jedes Tor ein Bier. Dementsprechend gezeichnet waren am Freitag so manche Menschen in Orange.

Ägypten hat bei der vierten Fußball-Weltmeisterschaftsteilnahme erstmals den Aufstieg geschafft. Den „Pharaonen“ reichte am Freitag in Seattle ein 1:1 (1:1) gegen den Iran, um bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko als Gruppe-G-Zweiter durchs Ziel zu gehen. Die punktgleichen Belgier (je fünf) landeten nur aufgrund des besseren Torverhältnisses davor, der Iran (drei) darf noch auf ein K.o.-Phasenticket als einer der besten acht drittplatzierten Mannschaften hoffen.

In einer ereignisreichen Anfangsphase sorgte Ägyptens Mahmoud Saber (5.) vor 66.925 Zuschauern für einen Start nach Maß, Ramin Rezaeian (14.) glückte der postwendende Ausgleich. Für den in der 57. Minute mit Oberschenkelproblemen ausgewechselten Stürmerstar Mohamed Salah und Co. geht es am Freitag in Dallas bei der historischen Sechzehntelfinalteilnahme gegen Australien weiter. Die Iraner müssen noch fast 24 Stunden zittern, ehe sie Gewissheit haben, ob auch sie im Turnier verbleiben.

Torleute früh im Mittelpunkt

Beide Torleute rückten in der Anfangsphase in den Mittelpunkt. Irans Alireza Beiranvand sorgte dafür, dass der Ball nach einer nicht guten Abwehr bei Saber landete, der via Abstauber durch die Beine des Schlussmanns zur Führung vollendete. Wenige Minuten später traf Ägyptens Verteidiger Mohamed Abdelmoneim beim Herausspielen im Strafraum unglücklich Mehdi Taremi am Fuß. Der Gefoulte trat selbst zum Elfmeter an, der ägyptische Tormann Mostafa Shoubir erriet aber die Ecke und hielt (11.).

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung im dritten Spiel hat sich Belgien bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada doch noch den Gruppensieg gesichert. Die „Roten Teufel“ besiegten Neuseeland am Freitag in Vancouver Neuseeland 5:1 (1:0). Dank der um zwei Treffer besseren Tordifferenz landeten die Belgier in Pool G vor Ägypten. Leandro Trossard (28., 50.), Kevin de Bruyne (66.), Romelu Lukaku (86.) und Alexis Saelemaekers (94.) trafen für die Sieger.

Nach zwei enttäuschenden Remis standen De Bruyne und Co. unter Siegzwang, um aus eigener Kraft den Aufstieg zu schaffen. Von Beginn weg schnürten die Belgier Neuseeland in deren Hälfte ein, erspielten Chance um Chance. Trossard scheiterte zunächst am Innenpfosten (11.), einen weiteren Abschluss des Flügelstürmers blockte Finn Surmann mit der am Körper anliegenden Hand. Der zunächst gegebene Elfmeter wurde vom VAR wieder einkassiert (22.). Der erste Treffer lag in der Luft und war dem auffälligsten Akteur vorbehalten. Nach einer Ecke beförderte Trossard den Ball aus kurzer Distanz ins Netz (28.). Der Gegentreffer rüttelte die bis dato völlig harmlosen Neuseeländer ein wenig wach, große Gefahr blieb aber aus.

Lukaku als Superjoker

Nach Wiederbeginn schnürte Trossard nach idealem Zuspiel von De Bruyne seinen Doppelpack (50.). Dem belgischen Spielmacher selbst gelang der dritte Treffer. Aus rund 20 Metern versenkte De Bruyne den Ball im rechten unteren Eck (67.). Elijah Just verkürzte in der Schlussphase auf 1:3 (84.) und stieß die Belgier vorläufig wieder von der Tabellenspitze. Doch der Sekunden zuvor eingewechselte Torjäger Romelu Lukaku brachte die „Roten Teufel“ mit seinem 91. Länderspieltor, dem sechsten bei einer WM, wieder auf Kurs Gruppensieg (86.).

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