Ausgerechnet der gebürtige Franzose Arthur Fery sorgt in Wimbledon für das britische Sommermärchen. Der 23-Jährige, der nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld des Rasen-Klassikers gerutscht war, steht nach einem dramatischen 7:5, 3:6, 4:6, 6:4, 7:6 (7) über Grigor Dimitrow erstmals im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Dort trifft die Nummer 114 der Weltrangliste auf den Italiener Flavio Cobolli.
Fast vier Stunden kämpfte Fery auf dem Centre Court um den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. Gegen Dimitrow lag der Brite im vierten Satz bereits auf der Verliererstraße, kämpfte sich aber eindrucksvoll zurück und setzte sich schließlich im fünften Durchgang im Match-Tiebreak durch. „Ich habe keine Worte. Es ist schwer zu beschreiben, was ich gerade auf diesem Tennisplatz gespürt habe. Vier Spiele zu gewinnen, im Viertelfinale zu stehen, ist ein Traum“, sagte Fery nach seinem 3:55 Stunden langen Kampf.
Für den Lokalmatador ist der Erfolg besonders emotional. „Das war das längste Match, das ich je gespielt habe, ich bin zum ersten Mal in die Top 100 vorgestoßen und in der zweiten Woche in einem Grand-Slam-Turniers – und das nur fünf Minuten davon entfernt, wo ich aufgewachsen bin. Das ist eine großartige Geschichte für mich“, sagte er. Schon zuvor hatte Fery betont, die Erlebnisse in Wimbledon seien „unglaublich“ und „ein Traum“.
Geboren bei Paris, aufgewachsen in Wimbledon
Der Lauf des Briten ist alles andere als selbstverständlich. Erst zum dritten Mal überhaupt steht Fery im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Bei seinen beiden bisherigen Auftritten – im Vorjahr in Wimbledon und Anfang des Jahres bei den Australian Open – war jeweils in der zweiten Runde Endstation.