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Der Balogun-Fall bei der WM zeigt: Trump bleibt Trump

„Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt“: Das scheint ein Credo von Donald Trump zu sein. Jetzt griff er auch im Fußball ein. Überraschend ist das nicht.
Karoline Krause-Sandner
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Im Vorfeld der Fußball-WM waren die Befürchtungen groß. Fans könnten an der Einreise gehindert werden, Stadien leer bleiben oder US-Präsident Donald Trump das Turnier zu seiner persönlichen Bühne machen.

Vieles davon trat nicht ein. Trump blieb lange erstaunlich unsichtbar. Bis jetzt.

Mit der mutmaßlichen Einflussnahme auf die Sperre von US-Goalgetter Folarin Balogun hat das Turnier seinen ersten echten Skandal. In Telefonaten hat Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino interveniert, damit Balogun trotz Roter Karte im vorangegangenen Spiel im Achtelfinale gegen Belgien spielen darf. Mit Erfolg: Die Sperre wurde völlig überraschend in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Und auch wenn das Spiel zwischen Belgien und den USA heute Nacht gespielt sein wird: Der fahle Beigeschmack bleibt. 

In der Welt des Fußballs, in der Schiedsrichterentscheidungen Tatsachenentscheidungen sind und Rote Karten eine Sperre nach sich ziehen, blieb kaum jemand ob dieser Entscheidung ruhig.

Die Proteste waren groß. Von Politikerinnen über Verbandsbosse, von TV-Expertinnen über Trainer und sogar Infantinos berüchtigter Vorgänger Sepp Blatter – jeder hatte etwas zu sagen über den Eingriff des US-Präsidenten in „unser“ Spiel, den er sogar selbst stolz zugab.

Trump, der Macher

Donald Trump sieht sich als Macher. Er greift dort ein, wo er kann – nicht nur dort, wo er darf. Trump betrachtet Regeln selten als feste Grenzen. Öfter als Ausgangspunkt für Verhandlungen. Was für andere verbindlich ist, ist für ihn nur eine Frage des politischen Gewichts. Das hat er in der Vergangenheit mehrmals bewiesen. Und damit kam der 80-Jährige nicht nur immer wieder durch, er hatte damit auch Zeit seines Lebens oft genug Erfolg.

Die Aufregung wegen Balogun war groß. Aber warum eigentlich? 

Donald Trump macht mit dem Sport doch nur das, was er mit den Regeln der Weltpolitik längst getan hat. Er hebelt sie aus, interpretiert sie neu. Das zeigte er in Bezug auf das Völkerrecht, in Bezug auf Menschenrechte, in Bezug auf die territoriale Souveränität oder was Loyalitäten in internationalen Organisationen angeht.

Wer Ausnahmen schafft, pfeift aufs Spiel

Das Resultat: Das Vertrauen schwindet. Jetzt auch im Fußball. 

Denn während Trumps Sympathisanten in der Politik argumentieren, dass er keine Regeln „zerstört“, sondern nur veraltete Strukturen infrage stelle, geht sich diese Erzählweise im Fußball nicht aus. Regeln ermöglichen erst das Spiel. Sie sind universell. Auslegen dürfen sie nur die Schiedsrichter – und auch das nur bedingt. Wer beginnt, Ausnahmen für die Mächtigen zu schaffen, spielt nicht Fußball. Er spielt Politik.

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