Sport-News

Fußballfans fieberten seit Tagen dem WM-Spiel von Österreich gegen Jordanien entgegen. Weil man sich im Jahr 2026 befindet, verfolgten viele das Match in frühen Morgenstunden aber nicht am Fernseher, sondern via PC – und zwar im ORF-Stream.

Doch schon bald kam es zum Ärger beim Publikum vorm Bildschirm, der aber nichts mit der Performance von Arnautovic und Co. zu tun hatte: Während der zweiten Halbzeit kam es beim Livestream des ORF zu wiederholten Ausfällen. Was bedeutete: Viele konnten entscheidende Momente wie das 2:1, dessen Aberkennung sowie das erneute Tor nicht mitverfolgen.

Ursache bei Streaming-Infrastruktur der APA

Der Standard fragte beim ORF nach, was denn da los sei. Dieser antwortete prompt und erklärte, dass die technischen Probleme mit der Streaming-Infrastruktur der APA zusammenhingen. "Die enorme Menge der Anfragen machte eine ad-hoc-Behebung entsprechend schwerer. Betroffen ist ORF On und der Zugang zu den Livesteams", so der ORF.

Allerdings konnten Nutzer, die bereits im Stream eingeloggt waren, weiter die Übertragung verfolgen – zumindest nach aktuellem Stand der Dinge. Zuschauer, die sich später zuschalten wollten, hatten hingegen mit dem Ausfall zu kämpfen. KURIER-Informationen zufolge waren zu dem Zeitpunkt 250.000 - ein neuer Rekordwert - via Stream dabei.

Der Frust über die schwarzen Bildschirme wurde daher vielerorts in sozialen Netzwerken lautstark geäußert. Insbesondere die entscheidenden Spielszenen, die ohne Bildübertragung stattfanden, waren ein Ärgernis für die Zuschauer.

Die Streaming-Panne wirft Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der digitalen Infrastruktur bei Live-Sportereignissen auf. Für den ORF und die APA könnte dies Anlass sein, ihre Systeme vor den kommenden Spielen der Weltmeisterschaft zu überarbeiten, um ähnliche Probleme künftig zu vermeiden.

Wenn am 19. Juli in New Jersey das Endspiel dieser Weltmeisterschaft stattfindet, dann wäre es keine Überraschung, sollte Frankreich einer der beiden Finalisten sein. Am Dienstag hat der aktuelle Vizeweltmeister schon ein wenig die Stimmung im MetLife-Stadium genossen.  

Aber Frankreich I musste gegen Frankreich II lange zittern. Gleich zehn Senegalesen im WM-Kader sind in Frankreich geboren. Und in der ersten Hälfte waren sie nicht das schlechtere Team. Ganz im Gegenteil.  

Senegal hätte zur Pause schon 2:0 führen können. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Offensivstar Mbappe traf Senegals Jackson die Stange, von der der Ball auf den Fuß von Frankreichs Torhüter Maignan und von dort neben das Tor sprang (25.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Sarr nach perfekter Vorarbeit von Jackson eine noch bessere Abschlussmöglichkeit (45.+6.).

Frankreich gab in Hälfte eins ein jämmerliches Bild ab und konnte froh sein, nicht in Rückstand geraten zu sein. Mit den dürftigen Pressing-Qualitäten von Ousmane Dembele und Kylian Mbappe in der französischen Offensive war es für die Afrikaner ein Leichtes, kontrollierte Angriffe zu machen.  

Die Wende

Trainer Didier Deschamps muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben. Und: Dembele und Olise tauschten öfter ihre Positionen. Besonders Bayern-Star Olise sorgte immer öfter für Gefahr, er selbst scheiterte aber an Goalie Mendy (53.). Dann überraschte der australische Referee Alireza Faghani, der trotz eines klaren Fouls von Mane an Mbappe und trotz VAR-Überprüfung nicht Elfmeter gab (59.). Frankreichs 1:0 war jetzt nur noch eine Frage der Zeit. Und nach Olises Pass in die Tiefe und einem perfekten Laufweg von Mbappe ging Frankreich tatsächlich in Führung.  

In den Schlussminuten wurde es turbulent: Barcola sicherte mit dem 2:0 den Arbeitssieg der Franzosen ab (82.). Nach dem 1:2 durch Mbaye (95.) erhöhte Mbappe mit einem Weitschuss auch noch auf 3:1 (96.). 

 

Auf dem Papier mag es wie ein absoluter Pflichtsieg aussehen. Österreich liegt auf der FIFA-Rangliste auf Platz 25, Jordanien auf Platz 64.

Aber das hat sich Spanien gegen die Kap Verden am Montag auch gedacht. Am Ende stand ein blamables 0:0.

Was Österreich tun muss, damit das am Mittwochmorgen nicht passiert?

Dazu war am Mittwochabend Andreas Herzog zu Gast in der ZIB2 (siehe Video oben) Der letzte Torschütze Österreichs bei einer WM, nämlich 1998 in Frankreich, ist ja für den ORF als Analyst in den USA. Am Dienstag nahm er dazu noch via Live-Schaltung gegenüber Moderator Armin Wolf Stellung. Dort, wo sonst Politiker Rede und Antwort stehen müssen, zeigte sich der WM-Veteran einigermaßen entspannt: "Wir sind die bessere Mannschaft, da gibt es nichts dran zu deuten."

Jordanien könne jedoch kompakt verteidigen und schnell umschalten. Entscheidend sei, "dass man gute Balance findet zwischen Offensive und Defensive".

Österreich müsse von Beginn an Druck machen und effizient sein. "Wenn wir in Führung gehen könnten, wäre das natürlich ein optimaler Start und das wird vieles einfacher machen". Die FIFA-Rangliste allein ist freilich kein Garant: "Die Papierform hier bei der Weltmeisterschaft hat schon ein paar Überraschungen gegeben."

Schlüsselentscheidung Rangnick

Dass Ralf Rangnick als Teamchef bleibt, bezeichnete Herzog als Schlüsselentscheidung: "War total wichtig." Oder, um es mit den Worten von David Alaba vor wenigen Tagen zu sagen: "Was Rangnick mit der Mannschaft gemacht hat, ist geisteskrank."

Davon zeugt für Herzog nicht zuletzt die Tatsache, dass von der Aufstellung, die der Rangnick dem Team schon vor drei Tagen bekannt gegeben habe, noch nichts nach außen gedrungen sei.

Kein Titel-Träumen

Von Weltmeistertiteln will Herzog nichts wissen. Entscheidend sei der Auftakt. 3 Punkte wären gut. Das brächte eine gewisse Lockerheit. Sein Tipp für das erste Spiel: "2 zu 0."

Vozinha! Wer? Kaum jemand kannte den Goalie der Kap Verde vor dem Turnier, eigentlich vor Montag. Beim 0:0 gegen Europameister Spanien avancierte der 40-jährige Vozinha, mit bürgerlichem Namen Josimar José Évora Dias, aber zum Mann des Spiels. Plötzlich rückte er in den Blickpunkt. Und wie!

Vor dem WM-Auftakt folgten dem in Mindelo geborenen Keeper überschaubare 43.000 Menschen auf Instagram. Mit Dienstagabend ist die Zahl raketenhaft auf 9,5 Millionen angestiegen - Tendenz steigend! Damit hat Vozinha das 18-fache der Kap-Verde-Population (530,000) an Followern - oder knapp mehr als Österreich (9,2 Millionen).

Deshalb hat er wohl nach dem Schlusspfiff nicht geweint. Zu den Freudentränen mischt sich auch Zuversicht. Denn sein Vertrag beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves läuft aus, ab dem 1. Juli ist er vereinslos. Doch jetzt dürften die Interessenten für den Tormann-Oldie Schlange stehen. 

Der KURIER-Sport empfiehlt

Merkliste

Hier können Sie interessante Artikel speichern, um sie später zu lesen und wiederzufinden.