ÖFB-Auftaktsieg gegen Jordanien: Bauchweh, Erleichterung, Jubel
Österreich startete mit einem Sieg in die WM. Allerdings war das 3:1 gegen ein gut spielendes Jordanien sehr hart erkämpft. Nicht alles klappte beim ÖFB-Team, doch die angepeilten und wichtigen drei Punkte überwiegen am Ende alles im Bay Area Stadium von Santa Clara vor 68.527 Zuschauern. Die österreichischen Fans wurden für ihre gesangliche Unterstützung belohnt, sie feierten mit der Mannschaft den ersten Sieg bei einer WM seit 1990 (2:1 gegen die USA).
Teamchef Ralf Rangnick entschied sich für Sasa Kalajdzic als Solospitze, Marko Arnautovic nahm auf der Bank Platz, Konrad Laimer agierte offensiver als zuletzt auf der Zehner-Position, Romano Schmid bearbeitete die rechte Flanke. Rangnick setzte somit auf bewährte Kräfte, wagte keine unnötigen Experimente zum Auftakt in das Turnier.
Österreich versuchte, angetrieben von einem sehr präsenten Kapitän David Alaba, das Kommando zu übernehmen, machte aber sogleich Bekanntschaft mit Jordaniens Konterstärke. Haddad haderte, weil er nur das Außennetz traf (2.). Österreich zeigte ein gutes Pressing gegen einen kompakten, aber nicht wirklich tief stehenden Gegner und zunächst gute Kombinationen, ohne aber wirklich Gefahr auszustrahlen.
Romano Schmid: Nach EM-Tor auch WM-Treffer
Umgekehrt setzte Jordanien immer wieder die erwarteten Nadelstiche, ein Schuss von Fakhouri wurde von Alaba abgefälscht, Goalie Alexander Schlager war zur Stelle. In der 21. Minute geschah Historisches, es fiel das erste WM-Tor Österreichs seit 28 Jahren. Schmid wurde 20 Meter vor dem Tor freigespielt, schaute auf, nahm Maß und fand das lange Eck. 1:0. Sein Torjubel führte ihn zum verletzten Christoph Baumgartner auf der Bank, eine schöne Geste.
Gefährlicher Gegner
Die nächste Aktion verdeutlichte, dass größte Obacht stets geboten war, denn nach einem Eckball setzte Olwan einen Kopfball an die Latte. Nach der Trinkpause lief es nicht mehr ganz so flüssig, man vermisste bei Österreich etwas die Ruhe im Spiel, der Ball wurde nicht lange genug in den Reihen gehalten, um ganz vorne Druck aufzubauen. Jordanien forderte immer wieder Österreichs Abwehr heraus, Olwan und Al-Tamari wurden mit Schüssen vorstellig.
Die Sinne mussten geschärft worden, Rangnick brachte Arnautovic für Kalajdzic. Jordanien aber präsentierte sich wacher, nach einem Ballverlust von Xaver Schlager folgte der Konter, Olwan zirkelte von der linken Seite den Ball zum 1:1 ins rechte Eck (50.). Ein verdienter Ausgleich für sehr aktive Jordanier gegen Österreicher, die immer wieder leichte Fehler begingen und in der Defensive zu wenig Zugriff fanden.
Die Entscheidung
Rangnick brachte Kevin Danso, Wanner und Carney Chukwuemeka, der nicht mehr fit wirkende Alaba wurde ausgetauscht. Mit den Einwechslungen fand Österreich wieder ins Spiel, jubelte über das 2:1 durch Arnautovic. Zu früh, weil ein Handspiel von Stefan Posch davor geahndet wurde (67.).
Arnautovics vermeintliches erstes WM-Tor zählte nicht
Es folgten Trinkpause, taktische Anweisungen und die Führung für Österreich, die diesmal auch Gültigkeit besaß. Einen weiteren Eckball von Marcel Sabitzer verlängerte Al-Arab, bedrängt von Arnautovic, zum 2:1 in eigene Tor (77.).
Österreich hielt den Gegner jetzt besser vom eigenen Tor weg, Wanner brachte deutlich mehr Linie ins Spiel, Arnautovic hatte das dritte Tor auf dem Fuß, scheiterte am oft unsicheren Torhüter Al-Laila. In der Nachspielzeit erhielt Österreich nach einem Handspiel ein Elfmeter zugesprochen. Arnautovic trat an und versenkte den Ball zum 3:1 (90.+12), es folgte der kollektive Jubel mit den Fans.
Mit diesem Erfolg rückt das Sechzehntelfinale ein Stück näher.
Kommentare