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WM-Übertragung: Riesen-Ärger über ORF-Livestream

Beim ORF-Livestream kam es beim WM-Spiel Österreich-Jordanien in der entscheidenden Phase zu Ausfällen. Der Fehler lag laut ORF in der Infrastruktur der APA.
Arnautovic am Spielfeld

Fußballfans fieberten seit Tagen dem WM-Spiel von Österreich gegen Jordanien entgegen. Viele verfolgten das Match in den frühen Morgenstunden aber nicht am Fernseher, sondern unterwegs am Smartphone oder an Computern – und zwar im ORF-On-Stream.

Doch schon bald kam es zum Ärger beim Publikum vor den Bildschirmen, der aber nichts mit der Performance von Arnautovic und Co. zu tun hatte: Während der zweiten Halbzeit kam es beim Livestream des ORF zu wiederholten Ausfällen. Was bedeutete: Viele konnten entscheidende Momente wie das 2:1, dessen Aberkennung sowie die erneute Führung nicht mitverfolgen.

Ursache bei Streaming-Infrastruktur der APA

Der ORF antwortete dem KURIER auf Anfrage, dass die technischen Probleme mit der Streaming-Infrastruktur der APA zusammenhingen. "Mit Beginn der zweiten Hälfte kam es bei der APA zu einem Ausfall der Infrastruktur. An der Behebung wurde mit Hochdruck gearbeitet, die enorme Menge der Anfragen machte eine ad-hoc-Behebung entsprechend schwerer", so der ORF. Als Internetprovider des ORF besorgt die APA-IT das Hosting der ORF-Angebote, unter anderem auch ORF ON.

Allerdings konnten Nutzer, die bereits im Stream eingeloggt waren, weiter die Übertragung verfolgen, erklärte der ORF. Zuschauer, die sich später zuschalten wollten, hatten hingegen mit dem Ausfall zu kämpfen. "Das ORF-Onlineangebot ist grundsätzlich gut auf Hochlastsituationen ausgelegt", heißt es weiter. "Mit rund 250.000 Endgeräten wurden während der ersten Halbzeit des Spiels Österreich – Jordanien mehr Streams ausgeliefert als je zuvor."

Frust in sozialen Netzwerken

Der Frust über die schwarzen Bildschirme wurde aber vielerorts in sozialen Netzwerken lautstark geäußert. Insbesondere die entscheidenden Spielszenen, die ohne Bildübertragung stattfanden, waren ein Ärgernis für die Zuschauer.

"Die Zugriffspitzen genau zum Beginn der zweiten Halbzeit haben eine einzelne Komponente dieses Setups überlastet", rechtfertigt man am Küniglberg die Ausfälle. "Ohne diese Komponente war die Startseite von ORF ON nicht mehr erreichbar und kein Stream startbar."

Derart großen Datenvolumen hatte sich der ORF zuvor schon bei diversen Großereignissen annähern können, zuletzt beim Eurovision Song Contest. Das Problem soll laut Insidern in einem peripheren Dateiteil gelegen sein, bedingt durch das große Angebot, das der ORF bei so einer Veranstaltung mit ausliefert, wie etwa Untertitel.

Die Streaming-Panne wirft Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der digitalen Infrastruktur bei Live-Sportereignissen auf. Für den ORF und die APA könnte dies Anlass sein, ihre Systeme vor den kommenden Spielen der Weltmeisterschaft zu überarbeiten, um ähnliche Probleme künftig zu vermeiden. Der ORF meint dazu: "Nach eingehender Analyse wird der ORF Maßnahmen im technischen Setup einrichten, die eine derartige Situation für die weiteren WM-Spiele ausschließen."

Bei Zweitanbietern im Bild

Zugute kam dem ORF bei diesem Match, dass er das Top-Ereignis Fußball-WM nicht beim Kooperationspartner Joyn blockt, wie das etwa ServusTV macht. Auf der Streaming-Plattform von ProSiebenSat.1Puls4, die das Signal direkt vom ORF übernimmt, war das Match ohne Probleme zu sehen. Auch via A1 TV, Canal+ konnte man das ORF-Signal verfolgen. Und auch beim ZDF war der Sieg Österreichs zu sehen.

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