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ÖFB-Team: Der Leseratte gehen die Bücher aus

Xaver Schlager freut sich als 49ers-Fan auf San Francisco und ist auf der Suche nach neuen Büchern.
Alexander Strecha aus Santa Barbara
ÖFB Fußball-WM Xaver Schlager

Die Vorfreude auf das erste WM-Spiel gegen Jordanien in San Francisco stellt sich bei Xaver Schlager gleich aus mehreren Gründen ein. 

Für ihn als 49ers-Fan ist es ein besonderes Erlebnis, im legendären Stadion des legendären Football-Teams zu spielen. „Überhaupt spielen wir in drei tollen Arenen, in denen ich wohl nicht mehr spielen werde.“

Sein ganzes Fußballer-Leben hat er auf diesen Augenblick hingearbeitet. „Ich bin froh, jetzt hier zu sein“, sagt der Mittelfeld-Motor, der vor der EM 2024 aufgrund einer Verletzung ins Stottern geraten ist und das Turnier verpasste. 

„Das war hart, aber ich hatte gleich die WM als Ziel vor Augen. Das ist jetzt so ein Wow-Moment. Jedes erste Mal im Leben hat etwas Besonderes. Je älter man wird, desto weniger erste Male gibt es“, philosophiert der 28-Jährige, der im Vorfeld der WM nur einen entscheidenden Fehler begangen hat: Er hat nur ein Buch eingepackt. „Holzfällen“ von Thomas Bernhard.

Schlager, die Leseratte des ÖFB-Team, steckt literaturtechnisch  während der WM also in der Zwickmühle, weil er schon vor dem ersten WM-Spiel bei der Hälfte des Buchs angelangt ist.  „Es wird eng, dass ich damit die ganze WM durchkomme. Ich muss schauen, dass ich hier zu Büchern komme.“

Biografien begeistern ihn grundsätzlich weniger, Romane sind sein bevorzugtes Genre. Bücher sind generell sein Fluchtszenario vom Fußball. „Wenn ich lese, dann will ich vom Fußball weg kommen.“ Und nicht über Fußball lesen.

Zwiegespalten ist er bei den russischen Klassikern, wie er am Uni-Campus von Santa Barbara erzählte.

Bei „Krieg und Frieden“ von Tolstoi hat er mittendrin kapituliert. „Das war mir zu viel.“ Dafür vertiefte er sich umso mehr in Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“. Schlager hat es gern, wenn über das Leben geschrieben wird.

Sein Berufsleben meint es derzeit gut mit ihm, weil er eine WM spielen darf. Währenddessen, so fügt er an, möchte er sich mit der Zukunft seiner Klubkarriere nicht so beschäftigen. Schlager wird Leipzig verlassen und ein neues Kapitel in diesem Buch aufschlagen. „Aber jetzt konzentriere ich mich auf dieses Turnier.“ 

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