ÖFB-Gegner Jordanien: Ein Königreich mit einem eigenen Messi
Es kommt nicht oft vor, dass Sportler einen Fuß in den Königspalast von Amman setzen dürfen und von König Abdullah II höchstpersönlich empfangen werden. Schon allein daran lässt sich erkennen, welche Bedeutung die erstmalige Teilnahme an einer Fußball-WM für und in Jordanien hat.
Kurz vor der Abreise zur Endrunde wurde das jordanische Nationalteam anlässlich des 80. Jahrestages der Unabhängigkeit des Landes (25. Mai) mit dem Unabhängigkeitsorden erster Klasse ausgezeichnet – der höchste Orden, der in Jordanien verliehen wird.
Jordanische Kinder beim Fußballtraining in der Hauptstadt Amman
Zweiter beim Asiencup
Ehre, wem Ehre gebührt. Denn Jordanien war lange Zeit ein weißer Fleck auf der Weltkarte des Fußballs. Bis 1986 hatte Al Nashama (die Edelmütigen), wie das Nationalteam genannt wird, überhaupt nicht an der WM-Qualifikation teilgenommen.
Erst in den letzten Jahren machten die jordanischen Fußballer von sich reden: Mit dem zweiten Rang beim Asiencup 2024 und nun eben dem ersten Start bei einer WM.
11 Millionen Follower
Auf der geopolitischen Bühne war Jordanien dafür ein umso wichtiger Spielmacher und Strippenzieher. Gerade König Abdullah II, der seit 1999 an der Macht ist, gilt als Stabilitätsfaktor und Förderer des Friedensprozesses in der Region.
Im Beliebtheitsranking in Jordanien liegt der König, der als Lieutenant Junior Garde einmal eine Gastrolle bei Star Trek hatte, aber deutlich hinter seiner Ehefrau.
Königin Rania ist bekannt als moderne Monarchin, die sich für Frauen- und Kinderrechte und Gleichberechtigung einsetzt, auf Instagram folgen der 55-Jährigen fast 11 Millionen Menschen.
Königin Rania genießt hohe Beliebtheitswerte
Sehenswürdigkeiten
Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Jordanien, das bei Touristen ein beliebtes Reiseziel ist. Erstens weil es deutlich sicherer ist als andere Länder im vorderen Orient und zweiten Sehenswürdigkeiten bietet, die ihresgleichen suchen.
Von der berühmten Felsenstadt Petra über die eindrucksvolle Wüstenwildnis Wadi Rum bis hin zum historischen Berg Nebo, an dem Moses die zehn Gebote empfing.
Die Felsenstadt Petra zieht die Touristen an
3 Medaillen im Taekwondo
Im Sport schrieb Jordanien in der Vergangenheit nur selten Schlagzeilen. Immerhin durfte das Land zuletzt seine ersten olympischen Medaillen bejubeln: Ahmad Abughaush (Gold 2016), Julyana Al-Sadeq (Bronze 2020) Zaid Kareem (Silber 2024) untermauerten den Ruf Jordaniens als kleine Taekwondo-Großmacht.
20 Millionen Marktwert
Auch im Basketball überragt Jordanien seinen WM-Auftaktgegner Österreich (Mittwoch 06 Uhr/live ORF1). Während das österreichische Nationalteam immer noch auf die erste WM-Teilnahme wartet, spielten die Basketballer bereits drei Mal im Konzert der Großen mit.
Auf dem Rasen sollten im Normalfall die Österreicher den WM-Neuling ins Abseits rücken. Der Marktwert der gesamten jordanischen Nationalmannschaft (20 Millionen Euro) liegt unter jenem von Bayern-Star Konrad Laimer (32 Millionen Euro).
Mousa Al-Tamari ist der Schlüsselspieler von Jordanien
Der jordanische Messi
Aber der erste österreichische Gruppengegner hat zumindest einen Messi in seinen Reihen – wenn auch nur die jordanische Antwort auf den argentinischen Superstar.
Mousa Al-Tamari heißt der Mann, den sie in der Heimat als „jordanischen Messi“ verehren. Der Kapitän ist ein Leistungsträger bei Stade Rennes und sammelte in der letzten Saison 15 Scorerpunkte in der Ligue 1.
Al-Tamari fühlt sich wie seine Mitspieler wohl in der Außenseiterrolle, vor dem Duell mit Österreich verkündete er: „Kein Team kommt ohne Kampf an uns vorbei.“
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