Sport-News

Woran man erkennen kann, dass der FC Wacker Innsbruck kein gewöhnlicher Regionalligist ist/war? Nicht zuletzt an der Art, die Feste zu feiern, wie sie fallen.

Seit Sonntag, seit einem 5:1-Sieg vor 2.500 Fans in Schwaz, ist die Rückkehr des so tief gefallenen Traditionsklubs in die Bundesliga fix. Und wie und wo wird dieser Triumph zelebriert? 

Richtig: Standesgemäß auf Mallorca am Ballermann.

Verdienter Party-Urlaub

Aus einer spontanen Laune heraus buchten die Spieler mitten in der Euphorie und noch während der inoffiziellen Titelfeier am Sonntag den Flug auf die Partyinsel. Manche Wacker-Kicker sollen es gar nicht mehr geschafft haben, ihr Outfit zu wechseln.

Im Sommer 2022 war es um den FC Wacker Innsbruck so schlecht bestellt wie noch nie zuvor in der so turbulenten Vereinsgeschichte. Der Lizenzentzug, der Konkurs der Gmbh und ein Zwangsabstieg ließen den zehnfachen Meister hart in der 5.Liga aufschlagen.

Der FC Wacker hatte damals keine Spieler, kein Geld und keine Perspektive. Vier Jahre und 3 Aufstiege später melden sich die Innsbrucker in der 2.Liga zurück

Den Weg nach oben hat Präsident Hannes Rauch mitgemacht, der im Sommer 2022 mitten im Chaos das Himmelfahrtskommando übernommen hat.

KURIER: Wenn Ihnen im Sommer 2022 jemand gesagt hätte, dass der FC Wacker 2026 wieder in der Bundesliga sein wird, dann….

Hannes Rauch: …hätte ich geantwortet: Da träumt jemand von den warmen Eislutschern. Zu dem Zeitpunkt war damals die sportliche Perspektive zweitrangig. Es ist nur darum gegangen, den Verein am Leben zu halten. Es war ein wirtschaftlicher Überlebenskampf, wir waren ein Sanierungsfall. Man hat nicht gewusst, wie es mit dem FC Wacker weitergeht. Es war schon Harakiri.

Österreichs Fußball-Nationalteam wird nun doch kein Länderspiel gegen Guatemala als finalen WM-Test absolvieren. Wie der ÖFB am Montag bekanntgab, wurde das für 11. Juni (6.00 Uhr MESZ) im Großraum Los Angeles geplante Kräftemessen mit den Mittelamerikanern ersatzlos gestrichen. Damit steigt die Generalprobe für die Endrunde in Nordamerika bereits am 1. Juni im Wiener Happel-Stadion gegen Tunesien. Für diese Partie sind bis dato 27.500 Tickets abgesetzt.

Nach den Angaben von ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold kam aus wirtschaftlichen Gründen keine Einigung mit dem Rose Bowl Stadium in Pasadena als Austragungsstätte zustande. Die Suche nach einem Ersatzort im Großraum Los Angeles verlief ergebnislos, auf eine weite Reise wollte man verzichten. Da der ÖFB aufgrund der Zentralvermarktung eigentlich zu zwei Länderspielen im unmittelbaren WM-Vorfeld verpflichtet ist, musste man bei den Rechtehaltern UEFA und ORF um eine Absage ansuchen - und erhielt Grünes Licht.

Die Abstiegssorgen des österreichischen Eishockeyteams bei der WM in der Schweiz sind nach den Erfolgen über Großbritannien (5:2) und Ungarn (4:2) bereits nach dem ersten Wochenende verflogen. Das nächste Etappenziel lautet nun Sieg Nummer drei.

Gegen Lettland hat das ÖEHV-Team beste Erinnerungen aus dem Vorjahr, geht am Dienstag (16.20 Uhr/live ORF 1) in Zürich aber als Außenseiter ins Spiel.

„Wir brauchen uns nichts vormachen, weil uns letztes Jahr alles gelungen ist“, sagte Teamchef Roger Bader. Im Duell um das Viertelfinale feierte sein Team damals in Stockholm einen 6:1-Sieg und qualifizierte sich erstmals seit 31 Jahren für die K.o.-Runde. Auch heuer ist die Lettland-Partie ein Schlüsselspiel, will man wieder um das Viertelfinale mitspielen. 

„Die Spieler spielen in den europäischen Top-Ligen, sie sind schnell, sie sind skilled, sie machen harten Forecheck“, analysierte Bader. Der Weltranglisten-Zehnte baut auf viel Routine, hat mit Sandis Vilmanis von den Florida Panthers einen NHL-Spieler dabei und kann mit Kristers Gudlevskis, DEL-Torhüter des Jahres 2025, auf einen sicheren Rückhalt setzen.

Eigentlich dürfte es diesen Tag gar nicht geben. Der Tag, an dem der Linzer Athletik-Sport-Klub (kurz: LASK) wieder österreichischer Fußballmeister wird. Denn nach all den Tiefschlägen, Malheuren und unzähligen Fehlern in den vergangenen Jahrzehnten hat wohl niemand mehr inner- und außerhalb von Oberösterreich mit diesem 17. Mai 2026 gerechnet. Seit dem Double von 1965 schien eine Art Béla-Guttmann-Fluch à la Benfica Lissabon über den Schwarz-Weißen zu schweben, der immer dann zuschlägt, wenn man glaubt, es könnte doch einmal etwas werden. 

Auch die heurige Saison schien im Oktober schon vorzeitig und negativ entschieden zu sein: Abstiegskampf als Vorletzter statt Titelkampf. Gäbe es einen Expected-Titel-Wert, wäre er für die Linzer bei 0,0 gelegen.

Um die gestrige, heutige und morgige Euphorie im Land ob der Enns ob des Doubles zu verstehen, muss man zurückblicken. Weit. Denn das Leiden der LASKler war beispiellos lang für den heimischen Fußball. Sinnbildlich stand dafür immer das (alte) Linzer Stadion auf der Gugl: Das hinten offene Dreiviertel-Oval war einfach keine runde Sache. Dafür gab es ab Mitte der 1980er-Jahre eine monströse Anzeigentafel, die für damalige Verhältnisse faszinierend, aber doch deplatziert wirkte. 

Zur selben Zeit – Oktober 1985 – passierte der für die nächsten Jahrzehnte größte Sieg des LASK, der gleichzeitig den Untergang einläutete: Im Uefa-Cup wurde das Starensemble von Inter Mailand mit 1:0 geschlagen (Tor: Hans Gröss). Ein fataler Cordoba-Moment für die Athletiker, denn durch das 0:4 im Rückspiel war dies nicht mehr als ein Prestigeerfolg, auf dem man sich trotzdem (zu) lange auszuruhen schien. Und nach dem Abstieg 1989 hieß es dann statt San Siro und Inter plötzlich Flavia Solva, Kufstein und VfB Mödling.

Linz war damals eine triste, versmogte Stadt und bald ballestrisches Niemandsland: Wenn sich eine vierstellige Besucherzahl auf der Gugl zusammenfand, galt das schon als Erfolg. Halbwegs voll wurde es immer nur bei Derbys mit dem (ebenso in den Niederungen) dahindümpelten SK Vöest. Als der damalige LASK-Präsident Otto Jungbauer schließlich Pissoirs abmontieren ließ, um Wasserkosten zu sparen, musste man schon das Schlimmste befürchten. 1995 war es schließlich soweit – obwohl wieder „oben“ in der Bundesliga, waren die Linzer zahlungsunfähig. 

Doch erst danach wurden die Zebras zum Chaos-Klub schlechthin: Zuerst wurde der blau-weiße Stadtrivale mehr geschluckt als mit ihm fusioniert, dann sollte 1998 zum 90. Klub-Jubiläum endlich der ersehnte Titel her – dank Erfolgsgarant Otto Baric: Doch statt den Meisterteller in Schwarz-Weiß gab es für LASK-Präsident und Pleite-Banker Wolfgang Rieger die schwarz-weiße Sträflingsdress – und das zusammengekaufte Starensemble verabschiedete sich so wie „Otto Maximale“ in alle Himmelsrichtungen. Dass im Jahr darauf fast der Cupsieg geholt worden wäre, passt ins Bild: Im Elferschießen sprang die Kugel zwar auf Schwarz-Weiß – aber jenes von Sturm Graz.

Danach wurde der LASK zur Spielwiese von rot-weiß-roten Fußball-Legenden, die auf oder neben dem Feld ihr Glück versuchten und eines nicht schafften: nachhaltigen Erfolg. Hans Krankl, Walter Schachner, Ivica Vastic, Michael Baur, Georg Zellhofer, Klaus Lindenberger, Karl Daxbacher. Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Richtig dunkel wurde es dann aber ab 2012: Keine Lizenz mehr – Abstieg in die Regionalliga – Exodus aus Linz. Aus Kostengründen musste zeitweise sogar „am Land“ in Schwanenstadt gespielt werden, weil das Stadion zu teuer geworden war. Wer damals auf einen Titelgewinner LASK anno 2026 gesetzt hätte, wäre jetzt steinreich. Und dass ausgerechnet die „Freunde des LASK“ um Siegmund Gruber es schaffen könnten, die wirtschaftliche Potenz des Bundeslandes in einen sportlich und finanziell gesunden Klub zu kanalisieren, hat damals gewiss auch keiner mehr geglaubt.

Der KURIER-Sport empfiehlt

Merkliste

Hier können Sie interessante Artikel speichern, um sie später zu lesen und wiederzufinden.