Der LASK ist Meister: Wie Linz zur Fußball-Hauptstadt wurde
LASK-Kapitän Sascha Horvath stemmt den Teller.
Die Coachingzone vor der Betreuerbank war schon lange vor dem finalen Pfiff zur Partyzone umfunktioniert worden. Die Fußball-Hauptstadt Österreichs heißt wieder Linz. Mit einem 3:0-Erfolg am letzten Spieltag bei der Austria krönte sich der LASK zum österreichischen Meister. Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte, zum ersten Mal seit 1965. Es ist eine Erfolgsgeschichte in Schwarz-Weiß, die fast schon ein bisschen kitschig ist, ein Fußball-Märchen mit Happy End.
„Das ist überwältigend. Das ist unglaublich. Zu Beginn hätten wir unterschrieben, dass wir einen Titel holen, jetzt haben wir zwei. Das wird noch zu realisieren sein. Unbeschreiblich“, jubelte Tormann Lukas Jungwirth.
Lange Wartezeit
Es war der 3. Juli 1965, als der LASK die Vienna 2:0 besiegte und somit den ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte einfuhr. Was damals noch keiner wusste: Es sollte für lange Zeit der einzige bleiben. Doch am 17. Mai 2026, also knapp 61 Jahre – oder exakt 22.233 Tage – später hat das Warten ein Ende.
Ich tät alle adoptieren wollen, weil das groß war.
LASK-Trainer
Es war gerade zu Beginn kein Glanzstück, das Meisterstück. Die mitgereisten Linzer Fans waren sich zwar schon lange vor dem Anpfiff sicher: „Wir werden Meister“. Doch der LASK startete nervös. Und wer weiß, wie es gelaufen wäre, hätte Keeper Jungwirth einen Schuss von Eggestein nicht aus dem Kreuzeck gefischt (26.). So wurden die Gäste immer stärker. Mbuyamba machte den Anfang, Adeniran brachte die Linzer endgültig auf Titelkurs. Und als Bogarde nach Kalajdzic-Assist auf 3:0 erhöhte, lief die Party im Gästesektor längst auf Hochtouren. Auf dem Feld war der Rest ein meisterliches Schaulaufen – bis um 16.18 endgültig alle Dämme brachen. „Wie wir Fußball spielen, ist schon sensationell. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Die Tabelle lügt nicht, wir waren die beste Mannschaft“, strahlte Sasa Kalajdzic.
Die Mannschaft wurde minutenlang von den Fans gefeiert – natürlich auch der erfolgreiche Coach. Selten hat der Begriff „Meistermacher“ so gut auf einen Trainer gepasst wie in der Saison 2025/26 auf Didi Kühbauer. Der 55-Jährige hat die Schwarz-Weißen Anfang Oktober auf dem vorletzten Tabellenplatz übernommen. Aus einer Gruppe von Fußballern formte er ein Team. Ein Team, das den Cuptitel holte und jetzt mit der Meisterschaft das Double fixierte. „Wenn mir einer vor sieben Monaten gesagt hätte, dass wir ins obere Tableau kommen, hätte ich das genommen. Das jetzt zu schaffen, das ist unglaublich“, freute sich Kühbauer. Und seine Spieler? „Ich tät alle adoptieren wollen, weil das groß war.“ In 27 Spielen gab es unter ihm 19 Siege, sechs Remis und nur zwei Niederlagen.
Europacup-Millionen
Der Lohn für die Linzer: Als einziges österreichisches Team dürfen sie bereits jetzt mit Europacup-Millionen planen. Der LASK steigt im Sommer im Play-off der Champions League ein. Verpasst man die Königsklasse, darf man zumindest in der Ligaphase der Europa League spielen. Doch das war am Sonntag alles noch weit weg. Da stand die wohlverdiente Party im Mittelpunkt.
Dann war es endlich so weit. Um 16.47 überreichte Bundesliga-Boss Ebenbauer Kapitän Horvath den Meisterteller. Der konnte sein Glück kaum fassen: „Es ist crazy und noch nicht so greifbar. Wir waren nach neun Runden am Boden und dann gewinnen wir den Cup und heute weiß ich gar nicht, was ich sagen soll.“
Und dann waren dem Meisterjubel keine Grenzen mehr gesetzt. Zunächst in Wien, später zu Hause in Linz. Und wenn sie noch nicht ausgetrunken haben, dann feiern sie noch am Montag ...
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