Das 50. Frauen-Cupfinale wird zum Jubiläumsmatch gegen Vorurteile
Würdiges Finale: Salzburg trifft auf die Wiener Austria.
Was den Herren Stars von Austria Wien und Red Bull Salzburg versagt blieb, wird am heutigen Feiertag den Frauen von einem der beiden Vereine gelingen. Nämlich der Cupsieg 2026.
Das 50. Frauenendspiel im Cup ist ab 14.30 live in ORF 1 zu sehen, die Austria Favorit und das neue, schmucke Kleinstadion des Wiener Sport-Club ein würdiger Schauplatz, der auch bei 3.000, 4.000 Zuschauern Stimmung garantiert.
Als der Frauen-Cup erstmals ausgetragen wurde, besaß noch kein einziger Spitzenklub in Österreich ein weibliches Team, war Frauenfußball vom ÖFB bloß geduldet, aber offiziell noch gar nicht anerkannt.
Das erste Cupfinale endete 26:0
Mit einem Gesamtscore von 26:0 für Union Landhaus gegen SV Kagran endete 1973 das erste Finale. Ein Resultat, das mittlerweile undenkbar wäre. Konträr zu den damals belächelten Pionierinnen wird heute professionell und täglich trainiert. Und nicht sofort, wie oft von Männern, über Überlastung gejammert, wenn (wie für die in der Liga führenden Austria-Ladys gegen Sturm und die Salzburgerinnen gegen St. Pölten) schon Sonntag das nächste Meisterschaftsspiel ansteht.
Trotzdem bestehen immer noch Vorurteile. Nicht zuletzt auch, weil die Frauen (ähnlich wie die Männer in der zweiten österreichischen Liga) auf Sportanlagen spielen müssen, die für spektakuläre TV-Übertragungen ungeeignet sind. Weshalb die Matches amateurhafter wirken, als sie sind.
Dorn im Macho-Auge
Anders als im letzten Jahrhundert forcieren die TV-Sender Reporterinnen und Moderatorinnen, die nicht nur (wie das in Italien und Spanien ab den 90ern der Fall war) als Blickfang dienen, sondern über fachliche Kompetenz verfügen. Eine Tatsache, mit der sich so manch konservativer Fußball-Macho nach wie vor schwertut. Wobei im Fußball gefühlt mehr als in jedem anderen Teamsport Vorurteile dominieren. Oder wie sonst ist zu erklären,
- ... dass das körperlich sehr herausfordernde Handballspielen sportbegeisterten Frauen im Gegensatz zum Fußball nie untersagt gewesen war?
- ... und dass in Deutschland dieses (erst 1970 aufgehobene) Verbot gerechtfertigt worden war mit dem Argument, wonach Kampfsport der Natur des weiblichen Wesens fremd sei und dessen Figur schade.
Jedes Spitzenspiel liefert längst den optischen Gegenbeweis dafür. Doch halt: Selbst so eine gut gemeinte Bemerkung kann genügen, um von empörten Feministinnen als sexistisch interpretiert zu werden.
Kommentare