ÖFB-Kader: Rangnick setzt bei der WM auf bewährte Kräfte
Ralf Rangnick
Die Würfel sind gefallen: Ralf Rangnick hat am Montag den WM-Kader Österreichs bekanntgegeben. Nominiert wurden wie vom Teamchef angekündigt die 26 Mann, die zur Endrunde in die USA fliegen werden. Auf ein zwei Spieler mehr, die er bis 1. Juni noch aussortieren müsste, hat der Deutsche von Haus aus verzichtet.
Eines vorweg: Überraschungen gibt es nicht wirklich. Eine solche wäre wohl jeder Debütant gewesen. Indes setzt Rangnick auf nur bewährte Kräfte und nur auf Spieler, die schon zumindest einmal dabei waren. Das bedeutet ein WM-Ticket für Spanien-Legionär David Affengruber. Ebenso eines für Venezia-Kapitän Michael Svoboda und auch eines für WAC-Regisseur Alessandro Schöpf. Als dritten Torhüter hat der Teamchef Florian Wiegele nominiert.
Damit sind die vier offenen Fragen geklärt. Bereits vor der Pressekonferenz am Montag war klar, dass wohl 22 der 26 Plätze fest vergeben sind.
Negativ ausgefallen ist die Einberufung für zwei Routiniers, die die gesamte Saison über mit Problemen der Fitness zu kämpfen hatten: Maximilian Wöber und Gernot Trauner sind nicht dabei im WM-Kader. Keine Berücksichtigung fanden auch LASK-Kapitän Sascha Horvath und Hartberg-Stürmer Elias Havel. Die beiden waren zuletzt als mögliche Kandidaten auf ein WM-Ticket gehandelt worden. Horvath steht zumindest auf der Abrufliste des Teamchefs.
Trauner würde nachrücken
Auf dieser befindet sich auch Gernot Trauner. Rangnick: "Gernot steht Gewehr bei Fuß, wenn sich irgendjemand aus der Verteidigung noch verletzen sollte", sagt der Teamchef, der mit seinem Kader zufrieden ist.
Rangnick gibt zu, dass ihm die Entscheidungen nicht leicht gefallen sind. "Es gab ein paar Fälle, die nicht einfach waren, zu entscheiden. Vor allem im zentralen Abwehrbereich." Am Ende habe aber die Fitness den Ausschlag für Affengruber und Svoboda gegeben. "Hätten Wöber und Trauner in dieser Saison nicht diese Verletzungsgeschichte gehabt, wären sie jetzt bei der WM dabei." Unter diesen Umständen sei es aber "richtig und nachvollziehbar, nicht zwei gesunde Spieler zuhause zu lassen, so der Deutsche.
Viel Lob für Wiegele
Über den dritten Torhüter Florian Wiegele sprach Rangnick so positiv, dass man glauben könnte, er wäre die Nummer eins bei der WM. "Ich weiß nicht, ob es so einen Torhüter noch einmal gibt in Österreich", sagte der 67-Jährige über den 2,05 Meter großen Keeper. "Er hat ein Profil, das wir so nicht haben und mit seiner Größe eine für einen Torhüter herausragenden Technik", so der Teamchef. Als der Legionär von Viktoria Pilsen im März erstmals beim Team dabei war, hätten die Spieler gestaunt, dass ein Tormann so gut Fußball spielen könne.
Ob er ausschließen würde, dass Wiegele bei der WM sogar spielt? "Warum sollte ich", stellte Rangnick die Gegenfrage. Bis zum ersten Spiel seien noch vier Wochen Zeit. "Ein Konkurrenzkampf kann da nicht schaden", meinte der Teamchef.
Dieser Konkurrenzkampf beginnt am 27. Mai in Wien, wenn das Team im ÖFB-Campus in Wien-Aspern zusammenkommt. Ein paar Tage später gibt es in Wien noch einen Test gegen Tunesien. 27.500 Tickets für das Spiel am 1. Juni im Ernst Happel Stadion sind bisher verkauft.
Tobias LAWAL (KRC Genk/BEL; 1), Nikolas POLSTER (RZ Pellets WAC; 0); Christoph KLARER (Birmingham City FC/ENG; 0), Leopold QUERFELD (1. FC Union Berlin/GER; 5/0), Gernot TRAUNER (Feyenoord Rotterdam/NED; 16/2), Nikolas VERATSCHNIG (1. FSV Mainz 05/GER; 0), Maximilian WÖBER (SV Werder Bremen/GER; 31/0); Thierno BALLO (Millwall FC/ENG; 1/0), Marco GRÜLL (SV Werder Bremen/GER; 8/0), Sascha HORVATH (LASK; 0), Dejan LJUBICIC (FC Schalke 04/GER; 9/1), Matthias SEIDL (SK Rapid; 8/1), Kevin STÖGER (Borussia Mönchengladbach/GER, 5/0); Raul FLORUCZ (Royale Union St. Gilloise/BEL; 3/0), Andreas WEIMANN (SK Rapid; 26/2), Nikolaus WURMBRAND (SK Rapid; 4/1).
Kommentare