Mojtaba Khamenei neuer Oberster Führer des Iran + Trump: Teures Öl ist ein "geringer Preis"
- Israel und die USA haben vorige Woche mit Militärschlägen gegen den Iran begonnen: Führer Khamenei und der Generalstabschef wurden getötet.
- US-Präsident Trump fordert eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran. Der iranische Präsident bezeichnete dies als "absurd".
- Am Sonntag ernannte der Expertenrat einen Nachfolger von Ali Khamenei: Sein Sohn Mojtaba Khamenei ist der neue Oberster Führer des Landes.
- Trump hatte zuvor bereits unverhohlen angekündigt, keinen Führer ohne seine Zustimmung zu akzeptieren. Dieser werde "sich nicht lange halten".
- Der Iran hat am Sonntag erneut Golfstaaten angegriffen - dabei erklärte Irans Präsident am Samstag, keine Nachbarstaaten mehr angreifen zu wollen.
- Trump schloss am Wochenende Bodentruppen nicht mehr aus.
- Im Libanon wurde ein UN-Blauhelm-Quartier getroffen, in dem auch österreichische Soldaten stationiert sind.
- Ukraines Präsident Selenskij kündigte an, kommende Woche Drohnen-Abwehr-Experten in die Golfregion schicken zu wollen.
- Weltpolitische Gehversuche: Warum sich die EU in Nahost verstolpert.
- Angriff auf Golfstaaten: Die Mullahs wollen nicht alleine untergehen.
- Anatomie einer Entscheidung: Wieso sich Trump für den Krieg im Iran entschied.
- Iran-Experte: "Befürchte, dass wir langen Bürgerkrieg erleben werden."
- Angriff auf den Iran: Wem geht zuerst die Munition aus?
- Wie der Iran-Krieg Chinas Pläne durchkreuzt.
- Der Iran hält die Weltwirtschaft in Geiselhaft.
- Unter Druck? Irans Fußballerinnen salutierten plötzlich bei der Hymne.
- Warum der Iran-Krieg zum großen Problem für die Ukraine wird.
- Werden die Kurden wieder zum Kanonenfutter der USA?
- 7 Tage Iran-Krieg: Eine Aufarbeitung
- Pulverfass Nahost: Das Erbe der Kolonialmächte und der Kampf ums Öl
- Die Geldquellen des Iran: Wie das Regime seinen Krieg finanziert
- USA greifen den Iran mit seinen eigenen Waffen an
- "Regime Change" im Iran? Die wahre Arbeit beginnt nach dem Umsturz
Das Wichtigste in Kürze: Der aktuelle Lagebericht von Tag neun im Iran-Krieg
Iran-Krieg
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Israel: Iran setzt bei Angriff erneut Streumunition ein
Der Iran hat bei seinen Raketenangriffen auf Israel nach Angaben der israelischen Armee erneut Streumunition eingesetzt. Welches Gebiet in dem Land genau betroffen gewesen ist, sagte der Armeesprecher jedoch nicht. Teheran hatte in diesem Krieg sowie im Krieg im vergangenen Jahr bereits Gefechtsköpfe mit Streumunition verwendet. Zuletzt hatte es den Einsatz selbst bestätigt. Der Einsatz von Streumunition ist international weitgehend geächtet, weil sie große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist.
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Nach Angriffen auf Öldepots: Benzin in Teheran rationiert
Nach den israelischen Angriffen auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran rationieren Tankstellen den Verkauf von Benzin stark. Autofahrerinnen und Autofahrer können aktuell pro Tankvorgang nur noch zehn Liter Sprit kaufen, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten. An den Tankstellen bildeten sich Kilometer lange Autoschlangen mit stundenlangen Wartezeiten. Am Wochenende hatte Israels Luftwaffe Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Dichter, schwarzer, toxischer Rauch verdunkelt seitdem den Himmel. Auf viele Dächer der Metropole regnete Öl herab.
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Israel greift erneut Einrichtungen der iranischen Führung an
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele der Führung im Iran angegriffen, darunter in der Stadt Isfahan. Derweil gab es in der Nacht und am Morgen demnach auch wieder iranische Raketenangriffe auf Israel. Die Angriffe im Iran galten einer Mitteilung zufolge Kommandozentren von Behörden für innere Sicherheit und der Basidsch-Milizen. Die Basidsch-Milizen sind besonders für ihr hartes Vorgehen gegen die Proteste im eigenen Land bekannt. Außerdem seien Raketenabschussrampen und eine Produktionsanlage für Raketentreibwerke im Iran beschossen worden. Am Morgen und in der Nacht heulten in Israel erneut die Warnsirenen, darunter auch im Großraum Tel Aviv. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden bei den iranischen Raketenangriffen rund 20 Menschen verletzt. Einige davon seien gestürzt, als sie in Schutzräume rannten.
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Türkei plant Verlegung von Kampfflugzeugen nach Nordzypern
Die Türkei plant dem TV-Sender NTV zufolge die Verlegung von sechs F-16-Kampfflugzeuge nach Nordzypern. Sie sollten die Verteidigung der dortigen türkischen Gemeinschaft sicherstellen, berichtet der Sender unter Berufung auf einen Vertreter der Zivilluftfahrtbehörde der Türkischen Republik Nordzypern. Am Samstag hatte ein Insider aus dem türkischen Verteidigungsministerium bereits gesagt, dass die Türkei die Verlegung der Jets erwäge.
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Ölraffinerie in Bahrain beschädigt
Nach einem iranischen Drohnenangriff steigt einem Augenzeugen zufolge dicker Rauch über der Ölraffinerie Bapco in Bahrain auf. Die Regierung hatte zuvor von Verletzten und Schäden in der Gegend von Sitra berichtet.
© REUTERS/Stringer -
G7 berät über Freigabe von Öl-Notreserven
Die G7-Finanzminister beraten einem Medienbericht zufolge über die Freigabe von Öl aus Notreserven. Drei G7-Länder - darunter die USA - hätten bisher ihre Unterstützung dafür bekundet, berichtet die Financial Times. Die Internationale Energieagentur (IEA) solle die Aktion koordinieren. Die Minister und IEA-Chef Fatih Birol würden sich noch am Montag in einer Telefonkonferenz über die Auswirkungen des Iran-Krieges beraten. Die IEA und die G7-Präsidentschaft reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
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Ölpreis steigt weiter, Börsen brechen ein
Der sich ausweitende Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat den Ölpreis am Montag auf den höchsten Stand seit Juli 2022 getrieben und die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze um fast 20 Prozent auf 111,04 Dollar. Die Furcht vor Lieferengpässen, steigender Inflation und höheren Zinsen ließ die Anleger aus Aktien flüchten und trieb sie in den als sicher geltenden US-Dollar.
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Ukraine schickt Drohnen zum Schutz von US-Basen
Die Ukraine schickt auf Bitten der USA Abfangdrohnen und Drohnenexperten nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen, sagt Präsident Wolodymyr Selenskij in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung New York Times. Dem Bericht zufolge baten die USA am Donnerstag um Hilfe, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und in Kürze im Nahen Osten erwartet werde.
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USA ordnen Diplomaten die Ausreise aus Saudi-Arabien an
Die USA haben angesichts von Sicherheitsrisiken wegen des Iran-Kriegs einen Teil ihres Botschaftspersonals in Saudi-Arabien angewiesen, das Land zu verlassen. Das US-Außenministerium ordnete die Ausreise des nicht für Notfälle benötigten Personals sowie der Angehörigen von Botschaftsmitarbeitern an, erklärte die Behörde. Damit verschärfte sie eine vorige Empfehlung: Seit vergangener Woche hatte es schon eine Erlaubnis für diese Personengruppen zur Ausreise gegeben. Saudi-Arabien wurde seit dem Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche bereits mehrmals Ziel iranischer Gegenangriffe.
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Bahrain: Über 30 Verletzte nach iranischem Drohnenangriff
Bei einem iranischen Angriff auf die Insel Sitra in Bahrain sind nach bahrainischen Regierungsangaben mindestens 32 Menschen verletzt worden. Mindestens vier Menschen seien bei dem Drohnenangriff am frühen Montagmorgen schwer verletzt worden, unter diesen Schwerverletzten seien auch Kinder, teilte das Innenministerium laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur mit. Alle Verletzten seien Bürger des Königreichs.
In Sitra seien zudem mehrere Häuser bei einem Angriff beschädigt worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten zwei laute Explosionen auf der Insel.
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Erbdynastie Iran
Sohn Mojtaba folgt auf Vater Ali Khamenei - was wissen wir über den neuen Obersten Führer des Iran? Mojtaba Khamenei gilt als Hardliner. Er ist selbst innerhalb der Mullahs nicht unumstritten - selbst bei seinem Vater. Eine erste Einordnung:
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Die Entscheidung, dass Mojtaba Khamenei die Nachfolge seines Vaters antritt, wurde am Sonntagabend (Ortszeit) im staatlichen iranischen Fernsehen bekannt gegeben. Das iranische Volk wurde zur Einheit und zur Treue gegenüber dem neuen geistlichen Führer aufgerufen.
Schon Stunden vorher hatte sich die Entwicklung abgezeichnet. Hosseinali Eshkevari, ein Mitglied des Geistlichen Rates, der mit der Wahl beauftragt war, hatte in einem in iranischen Medien veröffentlichten Video gesagt, die Wahl sei abgeschlossen. "Der Name Khamenei wird weiterbestehen", hatte er hinzugefügt, ohne aber Mojtaba beim Namen zu nennen. Dieser war zuvor bereits als wahrscheinlichster Nachfolger bezeichnet worden.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag bekräftigt, die USA sollten bei der Auswahl ein Mitspracherecht haben. "Wenn er nicht unsere Zustimmung erhält, wird er nicht lange im Amt bleiben", sagte Trump dem Sender ABC News. Der Iran hatte die Forderung zurückgewiesen. Am Donnerstag hatte Trump Mojtaba als "inakzeptabel" bezeichnet.
Das geistliche Oberhaupt, oft auch "Revolutionsführer" genannt, gilt als wichtigster Mann im Iran. Unter Ali Khamenei und seinem Vorgänger, dem Staatsgründer Ayatollah Ruhollah Khomeini, hatte der Revolutionsführer das letzte Wort in allen Staatsangelegenheiten - von der Außenpolitik bis hin zu gesellschaftlichen Fragen.
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Mojtaba Khamenei neuer Oberster Führer des Iran
Laut staatlichen Medien im ist Mojtaba Khamenei tatsächlich neuer Oberster Führer des Iran.
Ein Porträt des Sohnes von Ali Khamenei können Sie hier nachlesen:
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Siebenter US-Soldaten gestorben
Die Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Einsatzkräfte ist von sechs auf sieben gestiegen. In der vergangenen Nacht sei ein Angehöriger der Streitkräfte den Folgen seiner Verletzungen erlegen, die er während der ersten Angriffen des Irans erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit. Konkret soll die Person demnach bei einem Angriff auf US-Soldaten am vergangenen Sonntag in Saudi-Arabien schwer verletzt worden seien.
Trump hatte am Samstag an der Überführung der sechs zuvor bereits im Iran-Krieg gefallenen Soldaten teilgenommen. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware. Die sechs Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.
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Macron telefoniert mit Trump und iranischem Präsidenten
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat der französische Staatschef Emmanuel Macron am Sonntag Telefonate mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Pezeshkian geführt.
In dem Gespräch mit Pezeshkian habe er ein sofortiges Ende der iranischen Angriffe auf Länder in der Golfregion verlangt, schrieb Macron im Onlinedienst X.
Der französische Präsident ist der erste westliche Staatenlenker, der seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mit Pezeshkian telefoniert hat. Er habe auch darauf gepocht, dass Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormuz wieder für den Schiffsverkehr freigibt, fügte Macron hinzu.
Zu seinem Telefonat mit Trump machte er keine näheren Angaben.
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Syrische Kurden warnen iranische Kurden vor Allianz mit USA
Kurden im Nordosten Syriens warnen kurdische Gruppen im Iran eindringlich vor einer militärischen Allianz mit den USA. Angesichts der eigenen Erfahrungen in den vergangenen Monaten sprachen sie sich dagegen aus, im Kampf gegen die Regierung in Teheran auf Washington zu setzen. Ahmed Barakat, Vorsitzender der Kurdischen Progressiven Demokratischen Partei in Syrien, riet zu "äußerster Vorsicht".
Es sei derzeit nicht im Interesse iranischer Kurden, als Speerspitze gegen das iranische Regime zu dienen, ohne feste Garantien für die eigene Zukunft zu haben, so Barakat. Hintergrund der Warnungen sind Beratungen iranischer Kurden-Milizen im Nordirak mit den USA über ein mögliches Vorgehen gegen Sicherheitskräfte im Westen des Iran.
Beobachter haben darauf verwiesen, dass ein komplettes Ausschalten der iranischen Führung durch Luftangriffe allein nur sehr schwer zu erreichen sei. Deshalb steht die Frage von Bodentruppen im Iran im Raum - und wer sie stellen könnte. Israel und die USA dürften Beobachtern zufolge angesichts der Risiken größerer Verluste oder Bildern im Fernsehen von gefangen genommenen oder getöteter Soldaten vor einem Einsatz eigener Truppen zurückscheuen.
Saad Ali, ein Kurde in der syrischen Stadt Qamishli, sagte Nachrichtenagentur Reuters, die USA würden die Kurden am Ende im Stich lassen. "Macht nicht unsere Fehler", mahnte der 45-Jährige. Sollte es zu einer Einigung zwischen den USA und dem Iran kommen, würden die Kurden geopfert.
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Trump droht Khamenei-Nachfolger
Noch weiß man nicht einmal seinen Namen, geschweige denn ist er nicht in Amt und Würden - aber die erste Verbal-Attacke musste er bereits einstecken: Er werde sich ohne die Zustimmung der USA nicht lange halten können, richtete US-Präsident Donald Trump am Sonntag dem frisch ernannten Nachfolger von Ali Khamenei aus.
Wer dieser Nachfolger ist, das ist bis dato noch unbekannt. Spekuliert wird, dass es sich dabei um den Sohn Khameneis handeln könnte. Mojtaba Khamenei soll seit Jahren seinen Einfluss im Land ausgebaut haben, öffentlich trat er jedoch selten auf. Viele Insider im Iran spekulieren, dass er im Schatten seines Vaters großen Einfluss ausgeübt hat. So soll er im Hintergrund unter anderem Angelegenheiten im Büro des Revolutionsführers gesteuert haben.
Der Expertenrat, der die Nachfolge Khameneis regeln soll, gab am Sonntag aber nur bekannt, dass man eine Person gefunden habe, noch nicht, wer diese sei.
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USA wollen Irans Energie-Infrastruktur verschonen
Die USA verschonen bei ihren Angriffen auf den Iran nach Angaben von Energieminister Chris Wright die Energie-Infrastruktur. Die US-Armee greife im Iran keinerlei Öl-oder Gas-Anlagen an, sagte Wright am Sonntag dem Sender CNN. Zu einem israelischen Angriff auf Öldepots in und nahe der iranischen Hauptstadt Teheran am Samstag sagte der Minister, dabei habe es sich um "lokale Treibstofflager zum Auffüllen des Benzintanks" gehandelt.
Angesichts der massiv gestiegenen Ölpreise auf dem Weltmarkt sagte Wright, die Auswirkungen des Iran-Krieges seien vorübergehend - "im schlimmsten Fall ein paar Wochen, aber nicht Monate".
Wegen des Iran-Kriegs war der Ölpreis in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen. Bei Handelsschluss am Freitag lag der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent bei 92,69 Dollar und damit acht Prozent höher als am Vortag und 27,88 Prozent höher als in der Vorwoche. Die US-Sorte WTI legte am Freitag um mehr als zwölf Prozent zu und verteuerte sich um 36 Prozent innerhalb einer Woche.
Seit Beginn des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormuz, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der arabischen Halbinsel und dem Iran wird vom iranischen Militär kontrolliert.
Die Energiepreise würden "nicht viel höher steigen, als sie jetzt sind, denn die Welt ist sehr gut mit Energie versorgt", bekräftigte Wright im Sender CBS. "Es gibt keine Energieknappheit in der gesamten westlichen Hemisphäre." Bei den Preisanstiegen handle es sich lediglich um "emotionale Reaktionen und die Angst, dass es sich um einen lang dauernden Krieg handelt", sagte der Minister. "Dies ist kein lang dauernder Krieg."
Nach Angaben des US-Autoversicherers AAA stieg der Benzinpreis in den USA innerhalb einer Woche um 16 Prozent, Diesel verteuerte sich um 22 Prozent. Der Treibstoffpreis könnte sich auf die Zwischenwahlen in den USA im November auswirken. Die Umfragewerte von Präsident Donald Trump waren bereits vor Beginn des Iran-Kriegs stark gefallen.
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Ein Hauch von Apokalypse über Teheran
Nach heftigen Luftangriffen stand nahe der iranischen Hauptstadt ein Öldepot in Flammen. Die Golfstaaten bezeichneten die Angriffe des Irans als "strategischen Fehler" - wir haben die wichtigsten Entwicklungen des Tages an dieser Stelle zusammengefasst. -
Drohnen-Teile trafen Österreicher-Camp im Libanon
In den Auseinandersetzungen zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon haben am Sonntagvormittag Teile abgeschossener Drohnen das Camp der internationalen UN-Friedenstruppe UNIFIL in Naqoura getroffen, in dem auch österreichische Soldaten stationiert sind.
„Zum Glück wurde niemand verletzt“, teilte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) am Sonntag via X mit.
Die Verteidigungsministerin verurteilte "jegliche Handlung, die die Soldaten dieser Friedenstruppen gefährden oder in den Konflikt involvieren".
176 Angehörige des österreichischen Bundesheers sind laut Verteidigungsministerium im Rahmen der UNO-Friedensmission im Süden des Libanon (UNIFIL) stationiert. Am Freitag war der Stützpunkt der UNIFIL-Truppe aus Ghana in der Stadt Kawsah von zwei Raketen getroffen worden.
Die Österreicher sind primär für logistische Einsätze wie Transporte, die Bergung und das Instandsetzen von UNO-Fahrzeugen, Treibstoffversorgung und Lagerhaltung zuständig. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Ende August beschlossen, dass die UNIFIL-Mission Ende 2026 beendet wird. Die UNO-Blauhelme sollen demnach den Libanon wie von Israel und den USA gefordert im Verlauf des Jahres 2027 verlassen.
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Insider: Irakische Ölproduktion wegen Iran-Krieg eingebrochen
Die irakische Ölproduktion ist Insidern zufolge wegen der regionalen Spannungen eingebrochen. In den wichtigen südlichen Feldern ist die Produktion um 70 Prozent auf nur noch 1,3 Millionen Barrel pro Tag gefallen, sagen drei Brancheninsider am Sonntag. Das Land könne wegen des Iran-Kriegs kein Öl mehr über die Straße von Hormuz exportieren. Vor dem Krieg habe die Förderung in diesen Feldern bei rund 4,3 Millionen Barrel pro Tag gelegen.
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Selenskyj: Ukrainische Drohnenexperten nächste Woche in Nahost
Ukrainische Drohnenexperten werden nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ab kommender Woche im Nahen Osten sein, um die Golfstaaten beim Abfangen iranischer Drohnen zu unterstützen. "Sie werden sich die Situation anschauen und helfen", sagte Selenskyj am Sonntag bei einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Rob Jetten in Kiew. "Wir hätten sehr gerne, dass das eine Chance für beide Seiten ist."
Selenskyj hatte den US-Verbündeten in der Golfregion am Dienstag angeboten, im Tausch gegen Luftabwehrraketen ukrainische Abfangdrohnen zu liefern. Die Ukraine hat einen Mangel an teuren PAC-3-Raketen aus den USA für das Patriot-Luftabwehrsystem - und befürchtet eine Verschlimmerung der Engpässe, sollte sich der Iran-Krieg in die Länge ziehen.
Zugleich versuchen sich die Golfstaaten vor Angriffen mit iranischen Shahed-Drohnen zu schützen. Die Ukraine verfügt über umfangreiche Erfahrung bei der Abwehr von Kampfdrohnen dieser Bauart, da Russland sie fast täglich für seine Luftangriffe auf ukrainische Ziele nutzt. Kiew hat eine Reihe günstiger und effektiver Abfangdrohnen entwickelt.
Selenskyj argumentiert, die Abfangdrohnen würden den Golfstaaten einen besseren Schutz vor den iranischen Shahed-Drohnen bieten als Luftabwehrraketen. Bisher gibt es weder von US-Seite noch von den Golfstaaten eine offizielle Bestätigung, dass die Ukraine um Hilfe gebeten wurde.
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Mindestens 15 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
Bei erneuten Luftangriffen Israels sind im Libanon nach dortigen Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Israel habe südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen Grenze angegriffen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Dort sei in einem Dorf ein Wohngebäude getroffen worden. Örtlichen Medienberichten zufolge waren auch Frauen und Kinder unter den Opfern. Rettungskräfte suchten unter Trümmer nach Opfern.
Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, die Luftangriffe dauerten an. Hintergrund seien terroristische Aktivitäten der Hisbollah. Anrainer wurden aufgerufen, sich umgehend nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu begeben. Teil des aktuellen Militäreinsatzes im Libanon ist nach israelischen Angaben auch eine begrenzte Bodenoffensive mit dem Ziel, eine Sicherheitszone entlang der Grenze einzurichten, vermutlich, um Hisbollah-Kämpfer weiter nach Norden in den Libanon zu drängen und das Risiko von Angriffen in Israel zu verringern.
Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe bisher die Evakuierung von mehr als 80 Dörfern im südlichen Libanon angeordnet. Zehntausende seien wegen der Kämpfe auf der Flucht. Insgesamt wurden seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums durch israelische Angriffe fast 400 Menschen getötet und mehr als 1.100 weitere verletzt. Wegen der Angriffe hätten mehrere Krankenhäuser den Betrieb eingestellt.
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Aufnahmen vom brennenden Öllager
Israel hat heute, rund eine Woche nach Kriegsbeginn, erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen aus der Hauptstadt, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Israel erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Die Revolutionsgarden bestätigten im Staatssender IRIB die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans.
© APA/AFP/UGC/- / - -
Arabische Liga verurteilte Angriffe auf Golfstaaten
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, hat die iranischen Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf die US-israelischen Luftangriffe scharf verurteilt. Teherans Angriffe gegen mehrere Mitglieder der Arabischen Liga seien "rücksichtslos" und ein "riesiger strategischer Fehler", so Gheit am Sonntag bei einer dringlich anberaumten Videokonferenz der Außenminister der Gruppe. Sie könnten "durch keinen Vorwand und keine Entschuldigung gerechtfertigt" werden.
Der Iran habe Friedensbemühungen der Golfstaaten mit "heimtückischen Raketen und Drohnenangriffen" zurückgezahlt, sagte der Generalsekretär weiter. Die arabischen Staaten seien keine Kriegsparteien.
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"Tiefe Bestürzung": Papst fordert Ende der Gewalt
Papst Leo XIV. hat sich beim Angelus-Gebet am Sonntag bestürzt über die Situation im Iran und im Nahen Osten gezeigt und erneut zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. "Aus dem Iran und aus dem gesamten Nahen Osten kommen weiterhin Nachrichten, die tiefe Bestürzung auslösen", sagte der Papst.
Zu den "Episoden von Gewalt und Verwüstung" sowie zu einem verbreiteten Klima von Hass und Angst komme die Sorge hinzu, dass sich der Konflikt ausweiten könne. Auch andere Länder der Region, darunter der "geliebte Libanon", könnten erneut in Instabilität versinken, warnte Leo XIV. "Möge das Dröhnen der Bomben enden, mögen die Waffen schweigen, und möge Raum für Dialog entstehen, in dem die Stimme der Völker gehört werden kann", sagte der Pontifex. Zugleich betete er für die Menschen, die unter dem Krieg leiden, und dafür, dass die Herzen "Wege der Versöhnung und der Hoffnung" einschlagen.
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Israelische Angriffe im Libanon: Mindestens 15 Tote
Bei erneuten Luftangriffen Israels sind im Libanon nach dortigen Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Israel habe südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen Grenze angegriffen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Dort sei in einem Dorf ein Wohngebäude getroffen worden. Örtlichen Medienberichten zufolge waren auch Frauen und Kinder unter den Opfern. Rettungskräfte suchten unter Trümmer nach Opfern.
Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, die Luftangriffe dauerten an. Hintergrund seien terroristische Aktivitäten der Hisbollah. Anrainer wurden aufgerufen, sich umgehend nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu begeben. Teil des aktuellen Militäreinsatzes im Libanon ist nach israelischen Angaben auch eine begrenzte Bodenoffensive mit dem Ziel, eine Sicherheitszone entlang der Grenze einzurichten, vermutlich, um Hisbollah-Kämpfer weiter nach Norden in den Libanon zu drängen und das Risiko von Angriffen in Israel zu verringern.
Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe bisher die Evakuierung von mehr als 80 Dörfern im südlichen Libanon angeordnet. Zehntausende seien wegen der Kämpfe auf der Flucht.
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Israel erneuert Drohungen gegen künftigen Khamenei-Nachfolger
Das israelische Militär hat vor der Wahl eines Nachfolgers des getöteten obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, erneut gedroht, dass auch dieser nicht sicher sei. "Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht", hieß es am Sonntag in einem Post auf Farsi auf der Plattform X. Die Warnung gelte für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines Nachfolgers Khameneis teilzunehmen.
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Iran trifft Trinkwasseraufbereitungsanlage in Bahrain
Iran hat bei seinen Angriffen in den Golfstaaten nun auch eine wichtige Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen. Bei einem Drohenangriff sei eine Anlage zur Wasser-Entsalzung beschädigt worden, teilte Bahrains Innenministerium heute mit. Es handle sich um "iranische Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele" richte. Ähnlich wie weitere der Golfstaaten ist das kleine Land Bahrain für seine Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen. Die Arabische Halbinsel ist eine sehr trockene Region mit nur wenigen natürlichen Süßwasser-Ressourcen. Die rund 400 Anlagen in den Golfstaaten, die vor allem mit Öl und Gas betrieben werden, produzieren etwa 40 Prozent des weltweit entsalzten Wassers.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA am Samstag vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel Qeschm angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei beeinträchtigt, schrieb er auf der Plattform X. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Ein Angriff auf die Infrastruktur des Irans sei ein "gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Folgen", schrieb Araghtschi.
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Trump will Kurden nicht in Krieg einbinden
US-Präsident Donald Trump hat die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg ausgeschlossen. Kurdische Kämpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten. Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, "aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist", sagte Trump.
Viele iranische Kurden leben wegen der systematischen Verfolgung in ihrer Heimat im benachbarten Irak. Einige sehen jetzt die Chance, Irans Regierung zu stürzen und in einer möglichen neuen Regierung auch dort mehr Schutz und Freiheiten zu erlangen.
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Selenskij bot Saudi-Arabien Hilfe bei Drohnen-Abwehr an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij hat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die Lage im Iran und im Nahen Osten gesprochen. Dabei habe er sein Angebot bekräftigt, bei der Bekämpfung iranischer Drohnen zu helfen, erklärte Selenskij am Samstag. Die Ukraine kämpfe seit Jahren gegen vom Iran entwickelte Drohnen des Typs Shahed. Jeder wisse, dass kein anderes Land der Welt über solche Erfahrungen damit verfüge wie die Ukraine.
"Wir sind bereit zu helfen und erwarten, dass auch unser Volk die notwendige Unterstützung erhält", sagt Selenskij mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Selenskij hatte bereits jüngst gesagt, er habe mit Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten über das Thema gesprochen. Schließlich werde die Ukraine immer wieder mit solchen Drohnen von Russland angegriffen.
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Trump: Keine Verhandlungen mit dem Iran
US-Präsident Donald Trump hat Verhandlungen mit dem Iran eine Absage erteilt und mit der Zerschlagung der gesamten Staatsführung und des Militärs gedroht. Angesichts der Luftangriffe auf die Islamische Republik könnte die Frage nach Diplomatie irrelavant werden, sagte Trump am Samstag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. "Irgendwann wird wohl niemand mehr übrig sein, der sagen könnte: 'Wir ergeben uns'".
Bei dem Gespräch an Bord des Präsidentenjets machte Trump den Iran für den Beschuss einer iranischen Mädchenschule mit vielen Toten verantwortlich. "Wir glauben, dass es der Iran war, weil sie mit ihrer Munition sehr ungenau sind", sagte Trump. Zuvor hatte Reuters aus US-Regierungskreisen erfahren, dass wahrscheinlich US-Streitkräfte dafür verantwortlich seien. Verteidigungsminister Pete Hegseth, der im Flugzeug hinter Trump stand, sagte, der Vorfall werde noch untersucht.
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Irans Revolutionsgarden: Können noch sechs Monate "intensiven" Krieg führen
Der Iran kann nach Angaben der Revolutionsgarden noch mindestens sechs Monate lang einen "intensiven" Krieg gegen die USA und Israel führen. Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran seien in der Lage, einen Konflikt mit dem derzeitigen Tempo "mindestens sechs Monate lang fortzusetzen", erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut Berichten der Nachrichtenagentur FARS am Sonntag.
Die Revolutionsgarden gaben zudem an, bereits "mehr als 200" Standorte angegriffen zu haben, die im Zusammenhang mit Stützpunkten und Einrichtungen der USA und Israels stehen.
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Chinas Außenminister kritisiert Angriffe auf den Iran
Chinas Außenminister Wang Yi hat den US-israelischen Angriff auf den Iran kritisiert. Macht gebe einem kein Recht, und die Welt dürfe nicht zum "Gesetz des Dschungels" zurückkehren, sagte Chinas Chefdiplomat am Wochenende in Peking am Rande des dort tagenden Nationalen Volkskongresses. China fordere eine Feuerpause und ein Ende des Krieges. "Dies ist ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen, und der für keine der beteiligten Seiten Vorteile hat", sagte Wang.
Ohne die USA zu erwähnen, forderte Wang außerdem, die Souveränität von Ländern in Nahost zu wahren, den Einsatz von Gewalt zu vermeiden, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und Konflikte dort politisch zu lösen. Revolutionen zu planen und Regimewechsel anzustreben, sei unpopulär, sagte Wang. China hatte den Angriff schon zuvor verurteilt, ein Ende der Militäroperationen und Sicherheit in der Straße von Hormuz zum Wohl der Weltwirtschaft gefordert.
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Erneut Angriffe aus den Golfstaaten gemeldet
Die Golfstaaten Kuwait, Katar und Saudi-Arabien haben am Sonntag erneut Angriffe mit Raketen und Drohnen gemeldet. Die Angriffe waren erfolgt, obwohl Irans Präsident Masoud Pezeshkian am Samstag erklärt hatte, keine Nachbarstaaten mehr attackieren zu wollen.
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Israel bombardiert Öllager in Teheran
Israel hat erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten am Wochenende Aufnahmen aus der Hauptstadt, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Israel erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Die Revolutionsgarden bestätigten im Staatssender IRIB die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans.
Israel führte in der Nacht zudem nach eigenen Angaben in Libanons Hauptstadt Beirut einen Angriff auf Kommandeure der Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durch. Nach libanesischen Angaben hatte Israels Militär gezielt ein Zimmer eines Luxushotels ("Ramada") in Beirut angegriffen. Sicherheitskreisen zufolge war zumindest eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.
Zugleich setzte Israel seine Angriffe gegen die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz im Süden Beiruts fort. Dabei sei unter anderem eine Abschussanlage der Schiiten-Miliz zerstört worden.
Am Sonntagmorgen begann die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle im Iran.
Netanjahu: "Moment der Wahrheit" rückt näher
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte in einer Videoansprache an die Menschen im Iran gewandt, der "Moment der Wahrheit" rücke näher. "Wir wollen den Iran befreien und in Frieden mit ihm leben", sagte Netanjahu. Aber "die Befreiung vom Joch der Tyrannei" hänge letztlich vom iranischen Volk ab.
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Trump nennt im Iran-Krieg gefallene US-Soldaten "Helden"
US-Präsident Donald Trump nimmt am Samstag an der Überführung der sechs im Iran-Krieg gestorbenen US-Soldaten teil. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Staat Delaware, wo er auf die Familien der Gefallenen treffen soll. Trump hatte die gefallenen Soldaten bei einer Veranstaltung im US-Staat Florida kurz zuvor als "großartige Helden" bezeichnet. Er versprach außerdem, dass die USA die Zahl der eigenen Toten in dem Krieg auf ein "Minimum" begrenzen würden.
Die sechs Soldaten wurden nach Angaben des US-Militärs alle in der ersten Woche des Krieges bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet.
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Mann in Dubai durch Trümmer eines Geschosses getötet
In Dubai wurde am Samstag ein Mann nach Behördenangaben durch Trümmer eines von der Luftabwehr abgefangenen Geschosses getötet. Die Trümmer seien auf ein Fahrzeug gefallen, dabei sei der Fahrer ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Der Mann stammte den Angaben zufolge aus einem asiatischen Land.
In Dubai ist aktuell nur etwa 25 Prozent des üblichen Flugverkehrs möglich. Die Slots für Rückholflüge werden langsam knapp.
Mehr dazu hier:
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Weitere Explosionen in irakischer Hauptstadt Bagdad und in Erbil
Außerdem gab es Samstagabend in der irakischen Hauptstadt Bagdad und in Erbil im Norden des Landes Explosionen. Das berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort. Unklar war zunächst, woher die Explosionen kamen.
In Bagdad sagte ein Augenzeuge, er habe nahe der Grünen Zone, wo sich unter anderem die US-Botschaft befindet, Luftabwehraktivität gesehen. In der Nähe des Flughafens von Bagdad sind seit Beginn des Iran-Kriegs wiederholt Drohnen abgefangen worden.
In Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Irak, hörte ein AFP-Journalist eine Drohne und dann mindestens drei laute Detonationen. Auch in Erbil sind seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag vergangener Woche immer wieder Drohnen abgefangen worden. In der Stadt befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex.
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Heftige Explosionen in Teheran
Die iranische Hauptstadt Teheran ist Samstagabend erneut von heftigen Explosionen erschüttert worden. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah einen Feuerball und Rauch über dem Süden von Teheran. Iranische Medien berichteten ebenfalls von Explosionen, außerdem war die Luftabwehr im Einsatz. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen die Mullahs verschärft und dem Iran mit der "vollständigen Zerstörung" und dem "sicheren Tod" gedroht.
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Auch Kuwait drosselt offenbar Ölförderung
Wegen des fortdauernden Iran-Kriegs hat nach Reuters-Informationen nun auch Kuwait seine Ölförderung gedrosselt. Die staatliche Kuwait Petroleum Corporation (KPC) habe die Rohölproduktion und die Raffineriedurchleitung reduziert, wie aus einer Händlernotiz vom Samstag hervorgeht, die der Nachrichtenagentur vorlag. Als Gründe wurden explizite Drohungen des Iran gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormuz sowie anhaltende iranische Angriffe auf Kuwait genant.
Zudem gebe es im Persischen Golf kaum noch verfügbare Schiffe für den Transport von Rohöl und Öl-Produkten. Die KPC habe bei ihrem Vorgehen auf "Höhere Gewalt" ("Force Majeure") verwiesen.
Was die Unterbrechung des Schiffverkehrs für die ganze Welt bedeutet, können Sie hier nachlesen:
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Emirate sind "keine leichte Beute"
Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Zayed Al Nahyan, hat in seiner ersten Rede seit Beginn des Nahost-Kriegs die Widerstandsfähigkeit seines Landes betont. "Die VAE haben eine dicke Haut und bitteres Fleisch - wir sind keine leichte Beute", sagte das Staatsoberhaupt in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Emirate würden ihre Pflicht erfüllen und alle Einwohner schützen, fügte er bei einem Besuch von Verletzten hinzu.
Der Iran hat inmitten von US-israelischen Angriffen auch Raketen auf das Golfland abgefeuert. Unterdessen stellte der iranische Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Eje'i klar, dass sein Land weiterhin Nachbarländer angreifen wird, die in Teherans Augen die USA und Israel unterstützen.
"Beweise der iranischen Streitkräfte zeigen, dass die Geografie einiger Länder offen oder verdeckt dem Feind zur Verfügung steht", sagte der Hardliner, der der iranischen Übergangsführung angehört, am Samstag. "Die heftigen Angriffe auf diese Ziele werden weitergehen."
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Außenminister wirft USA Angriff auf Entsalzungsanlage vor
Irans Außenminister Abbas Araqchi hat den USA vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf einer Insel im Persischen Golf angegriffen zu haben. Die Vereinigten Staaten hätten auf der Insel Keshm ein "unverfrorenes und verzweifeltes Verbrechen" begangen, erklärte der Minister am Samstag via X. Die Wasserversorgung in 30 Ortschaften sei betroffen, führte Araqchi weiter aus.
Die iranische Infrastruktur anzugreifen sei ein "gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen". Die USA hätten damit einen Präzedenzfall geschaffen.
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Geistliche fordern rasche Kür von Khamenei-Nachfolger
Im Iran dringen zwei einflussreiche Geistliche auf die rasche Ernennung eines neuen obersten Führers. Dies sei notwendig, um die Angelegenheiten des Landes besser zu organisieren, zitierten staatliche Medien am Samstag Großayatollah Naser Makarem Shirazi. Auch Großayatollah Hossein Nouri Hamedani forderte das zuständige Expertengremium zur Eile bei der Auswahl eines Nachfolgers von Ali Khamenei auf.
Nach dem Tod Khameneis führt derzeit vorübergehend ein dreiköpfiger Rat die Amtsgeschäfte. Diese Konstellation dürfte – nach den Aufrufen der Geistlichen zu urteilen – zumindest in Teilen des klerikalen Führungszirkels auf Vorbehalte stoßen. US-Präsident Donald Trump hatte gefordert, die USA müssten bei der Wahl des Nachfolgers ein Wort mitreden, was Teheran zurückweist.
Mojtaba Khamenei, Sohn des ehemaligen getöteten Oberhaupts, gilt aktuell als Favorit. Lesen Sie mehr hier:
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Saudi-Arabien warnt Teheran vor "Fehlkalkulation"
Saudi-Arabien hat den Iran nach einer Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen vor einer "Fehlkalkulation" gewarnt. Der saudi-arabische Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman erklärte am Samstag via X, er habe bei einem Treffen mit dem pakistanischen Armeechef Asim Munir über "die Angriffe des Iran auf das Königreich und die notwendigen Maßnahmen, um sie zu stoppen" gesprochen.
"Wir haben betont, dass solche Handlungen die regionale Sicherheit und Stabilität untergraben, und haben die Hoffnung geäußert, dass die iranische Seite Weisheit walten lässt und eine Fehlkalkulation vermeidet", fügte der Verteidigungsminister hinzu. Saudi-Arabien hatte nach eigenen Angaben Raketenangriffe auf einen von den US-Streitkräften genutzten Militärstützpunkt sowie Drohnenangriffe auf ein Erdölfeld abgewehrt. Als Vergeltung für die US-israelischen Angriffe auf den Iran greift Teheran auch seine Nachbarstaaten in der Golfregion an.
Angesichts der Raketenangriffe aus dem Iran sprachen der saudi-arabische Verteidigungsminister und das Militär der Atommacht Pakistan auch über die Umsetzung eines gemeinsamen Verteidigungsabkommens. Zwischen den beiden Ländern besteht seit 2025 ein Verteidigungspakt. Demnach wird jeder Angriff auf einen der beiden Staaten als Angriff auf beide Länder gewertet. Mit der Vereinbarung könnte Saudi-Arabien zumindest theoretisch auch Schutz durch pakistanische Atomwaffen erhalten.
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Die Wurzeln des Konflikts
In den vergangenen gut hundert Jahren gab es viele Kriege und Krisen im Nahen Osten, darunter zuletzt die Bürgerkriege im Irak, in Libyen und Syrien, den ewigen Konflikt um Israel, und jetzt auch noch den Angriff auf den Iran, der sich zum Flächenbrand auszuwachsen droht. Doch warum genau wurde der Nahe Osten zu so einem Pulverfass?
Lesen Sie dazu mehr im KURIER-History-Beitrag:
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