Expertenrat soll sich auf Khamenei-Nachfolger geeinigt haben
Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, ist am Samstag vergangener Woche, dem ersten Tag des Krieges, ums Leben gekommen.
Zusammenfassung
- Der iranische Expertenrat hat sich laut Agenturberichten auf einen Nachfolger für Ali Khamenei geeinigt, der Name wurde aber noch nicht genannt.
- Als Hauptkandidaten gelten Mojtaba Khamenei und Hassan Khomeini, beide erfüllen jedoch nicht den geforderten Rang eines Großajatollahs.
- Israel drohte erneut, dass auch ein neuer Oberster Führer nicht sicher sei und warnte alle Teilnehmer des Nachfolgeprozesses.
Im Iran hat sich der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, einem Agenturbericht zufolge weitgehend über die Nachfolge des getöteten geistlichen Führers Irans Ali Khamenei geeinigt. Ein Name wurde jedoch noch nicht genannt.
"Die Wahl zur Führungsperson hat stattgefunden, und eine Führungsperson wurde ernannt", sagte Alam al-Huda, Mitglied in dem geistlichen Gremium, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr vom Sonntag. Alle Nachrichten, die suggerieren wollten, dass der Expertenrat noch keine Entscheidung getroffen habe, seien Lügen.
Nun liege es am Leiter des Sekretariats des Rates zu entscheiden, wann der Nachfolger offiziell bekanntgegeben werde.
Noch Hürden
Expertenratsmitglied Ajatollah Mohammadmehdi Mirbaqeri sagte gegenüber Mehr, es müssten noch einige Hürden bei dem Nachfolgeprozess ausgeräumt werden. Iranischen Medien zufolge ist strittig, ob für die endgültige Entscheidung eine persönliche Zusammenkunft des Gremiums zwingend erforderlich ist.
Gemäß der iranischen Verfassung bestimmen die 88 Geistlichen im Expertenrat das neue Oberhaupt. Nach unbestätigten Berichten gelten Mojtaba Khamenei (56), der Sohn des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Khomeini (53), der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Khomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten.
Weder der 56 Jahre alte Mojtaba noch der 53‑jährige Hassan verfügen jedoch über den in der Verfassung geforderten Rang eines Großajatollahs.
Der Oberste Führer der Islamischen Republik hat das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen.
Israel erneuert Drohungen
Das israelische Militär hat vor der Wahl eines Nachfolgers erneut gedroht, dass auch dieser nicht sicher sei. "Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht", hieß es am Sonntag in einem Post auf Farsi auf der Plattform X.
Die Warnung gelte für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines Nachfolgers Khameneis teilzunehmen.
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