Iran-Krieg: Die Slots für Rückholflüge werden langsam knapp
Einige Familien konnten bereits Wiedersehen feiern, andere Österreicher sitzen weiterhin im Krisengebiet fest
Seit Kriegsausbruch im Iran konnte das Außenministerium 1.100 Ausreisen von gestrandetem Österreicherinnen und Österreichern aus der Golfregion organisieren. Das teilte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) beim Sicherheitsupdate am Freitag mit.
Organisiert wurden Busse und Charterflugzeuge, mit letzteren wurden bisher 800 Personen von Riad (Saudi-Arabien), Maskat (Oman) und Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) ausgeflogen.
In Abu Dhabi hob der inzwischen vierte Rückholflug am Freitag mit 240 Passagieren ab und wurde gegen 21 Uhr am Flughafen Schwechat erwartet.
Wettbewerb und knappe Zeitfenster an Flughäfen
„Wir bemühen uns weiter um Landegenehmigungen und Slots. Die werden aber langsam rar. Die Flughäfen in Maskat und Riad haben gewisse Kapazitäten und es findet ein Wettbewerb darum statt“, schilderte Meinl-Reisinger.
Eine Chartermaschine des Außenministeriums mit ausgeflogenen Österreichern.
Derzeit erhebe man wieder den Bedarf für weitere Charterflüge, gleichzeitig kämpfe man mit „No-Shows“, also angemeldeten Personen, die nicht am Flughafen erscheinen, erklärte Außenamtssprecher Clemens Mantl. Die freien Plätze versuche man dann vor Ort flexible mit anderen registrierten Personen zu besetzten.
Wer die Kosten für die Flüge trägt
Indes werden die Rückholflüge zwar vom Außenministerium organisiert und den Fluglinien werden die Passagierlisten übergeben, aber diese Rückholaktionen sind nicht automatisch kostenlos. In der Regel müssen die Passagiere die Kosten selber tragen bzw. einen Selbstbehalt zahlen.
Doch auch das kann man so nicht pauschal sagen. „Wir haben den Vertrag mit den Airlines und wir bezahlen diese. Es kann durchaus vorkommen, dass wir einen Selbstbehalt einheben, der ist abhängig von den konkreten Umständen und dem Abflugort“, sagt Mantl zum KURIER.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) nahm die ersten Heimkehrer in Empfang.
„Wir schauen, dass wir die Kosten niedrig halten, in dem wir den Flug im Rahmen des EU-Krisenmechanismus nutzen können, wie beim Flug aus Riad. Die EU übernimmt einen großen Teil der Kosten, wenn wir einen gewissen Anteil an EU-Staatsbürgern mitnehmen.“
Bisher wurde für die Charterflüge kein Geld von den Reisenden verlangt. Man müsse aber sehen, ob es in Zukunft notwendig sein werde, einen Selbstkostenbeitrag festzulegen. Rückforderungen des Außenministeriums an die bereits Rückgeführten werde es aber nicht geben
Immer wieder Raktenalarm in Dubai
Viele Gestrandete hätten inzwischen auch Plätze in kommerziellen Flügen bekommen. Die finden aber weiterhin nur sehr eingeschränkt statt, vor allem in Dubai. Dort ist nur etwa 25 Prozent des üblichen Flugverkehrs möglich.
In Dubai sitzt weiterhin das Ehepaar Christian und Sylvia K. fest. Dort gab sowohl am Donnerstag als auch am Freitag erneut Raketenalarm: „Die Entwarnungen kommen aber schon schneller“, erzählen sie dem KURIER.
Ihr ursprünglicher Rückflug für Samstag wurde gestrichen, einen Platz im Rückholflieger haben sie noch nicht ergattert: „Wir haben auch keine Informationen über weitere Flüge, oder ob wir auf der Warteliste stehen.“
Flugpreise "explodieren", Taxi um 500 Euro
Daher haben sie nun einen Flug für Montag gebucht, der – wenn alles gut geht – direkt nach Wien fliegen soll. Entstanden seien ihnen bisher 3000 Euro Mehrkosten: „Die Kosten explodieren. Ein Grazer Paar aus unserem Hotel hat Flüge um 5000 Euro gebucht.“
Wer mit dem Taxi über die Grenze nach Maskat will, müsse mit Kosten von 500 Euro rechnen. Das Ehepaar hofft noch vor Montag im Rückholflieger mitzudürfen: „Je früher, desto sicherer.“
Laut Ministerium sind in den Emiraten derzeit noch 1.058 Personen reiseregistriert, in der gesamten Region 1.760.
Gefahr von Drohnen und Raketen für AUA zu hoch
Die AUA führt derzeit nur Sonderflüge im Auftrag des Außenministeriums in der Krisenregion durch. Aus Sicherheitsgründen sind jedoch nur Flüge nach Maskat im Oman und Riad in Saudi-Arabien möglich.
Dass Emirates und Etihad Flüge von Dubai und Abu Dhabi durchführen können, die AUA jedoch nicht, liege daran, dass diese trotz aufrechter Luftraumsperren enge Korridore für die Starts und Landungen nützten. Da die Gefahr von Drohnen und Raketen aus dem Iran nicht gebannt ist, „bedeuten diese Flüge aber ein höheres Risiko, was wir grundsätzlich ablehnen.“
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