Unter Druck? Irans Fußballerinnen salutierten plötzlich bei der Hymne
Irans Spielerinnen beim Asien Cup am Donnerstag
Bereits vor Ausbruch des Krieges in der Heimat war die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen des Iran in Richtung Australien aufgebrochen, wo man dieser Tage am Asien Cup teilnimmt. Bei ihrem Auftaktspiel gegen Südkorea (0:3) machten die Spielerinnen des Iran Schlagzeilen, weil sie die Hymne nicht sangen. Die Geste war als stiller Protest gegenüber dem Regime interpretiert worden.
Am Donnerstag war plötzlich alles anders. Vor der zweiten Partie gegen Gastgeber Australien, die aktuell im Gange ist, sangen die Spielerinnen bei der Hymne nicht nur mit, sie salutierten dabei auch mit ihrem rechten Arm. Einzig eine Spielerin, Verteidigerin Atefeh Ramezanizadeh, benutzte dazu ihren linken Arm.
Atefeh Ramezanizadeh (re.) salutierte mit dem linken Arm
Salutieren bei der Hymne? Das ist selbst im Iran nicht üblich und auf Bildern von vergangenen Spielen der Frauen- und Männernationalteams nicht zu sehen. Das Verhalten der Spielerinnen gibt wieder eine Menge Raum zur Spekulation. Waren die Spielerinnen unter Druck gesetzt und dazu aufgefordert worden? Ist das Salutieren vielleicht gar als Gruß an die Revolutionsgarden zu interpretieren? Im Vorfeld der Partie war jedenfalls darüber berichtet worden, dass bei der Delegation des iranischen Teams auch Mitglieder der Revolutionsgarden vertreten sein sollen.
Alle trugen ein Kopftuch
Indes wurde das Team von einigen Exil-Iranern in Australien angefeuert. Diese haben die Spielerinnen eigenen Aussagen zufolge auch dazu aufgefordert, ohne Kopftuch zu spielen. Dazu kam es aber nicht. Am Donnerstag trugen jedoch alle Spielerinnen weiterhin ihren Hijab.
Exil-Iraner danken Donald Trump vor dem Stadion in Gold Coast
Vor der Partie war es bereits rund um das Stadion in Gold Coast zu politischen Kundgebungen dieser Regime-kritischen Exil-Iraner gekommen. Sie schwenkten dabei die alte Nationalflagge aus der Zeit vor der Iranischen Revolution 1979, dazu war sogar eine Israel-Flagge zu sehen und Fans, die das Bild von Donald Trump hochhielten mit den Worten: "Thank you!"
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