Irans Fußballerinnen wurden aufgefordert, die Kopftücher abzunehmen
Irans Fußballerinnen
Während sich die Situation im Iran zuspitzt, richtet sich beim Asien-Cup der Frauen in Australien viel Aufmerksamkeit auf das iranische Team. Stürmerin Sara Didar rang am Mittwoch mit den Tränen. "Natürlich sind wir alle besorgt und traurig über das, was im Iran und unseren Familien dort passiert ist", erklärte die 21-Jährige. Sie hoffe sehr, "dass unser Land in Zukunft stark und lebendig sein wird."
Die Mannschaft war bereits lange vor Beginn des Konflikts mit Israel und den USA nach Australien gereist. Beim Auftaktspiel am Montag in Gold Coast gegen Südkorea (0:3) blieben die Spielerinnen während der Nationalhymne still. Beobachter werteten dies als stillen Protest gegen das Regime.
Trainerin Marziyeh Jafari und Stürmerin Sara Didar
Trainerin Marziyeh Jafari wurde vor der Begegnung von einem in Australien lebenden iranischen Journalisten auf den Tod von Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei angesprochen. "Ich denke nicht, dass wir über dieses Thema reden sollten", entgegnete Jafari.
Zwei Rücktritte
Bereits vor der Abreise hatten zwei Spielerinnen ihren Rücktritt aus dem Team angekündigt. Verteidigerin Kowsar Kamali schrieb in einem inzwischen gelöschten Instagram-Beitrag, sie könne "nicht mehr so tun, als wäre alles normal". Damit bezog sie sich auf die gewaltsam niedergeschlagenen regierungskritischen Proteste im Iran.
Nach der Ankunft der Delegation in Australien berichteten Medien, dass sich unter den Mitgereisten auch Personen mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden befinden sollen. Sittenwächter, die darauf achten, dass die Spielerinnen etwa ihre knöchellange Spielkleidung tragen. Ganz so, wie es das Regime will.
Alte Flaggen
Unterstützung erhält das Team vor allem von Exil-Iranern in Australien. Beim ersten Spiel waren unter den Fans Flaggen aus der Zeit vor der islamischen Revolution von 1979 zu sehen. Eine Anhängerin sagte dem Sender ABC, man habe die Spielerinnen aufgefordert, ihre Kopftücher abzunehmen und "auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen".
Trainerin Jafari sagte: "Wir machen uns große Sorgen um unsere Familien und die Menschen im Iran." Kontakt in die Heimat gebe es derzeit nicht. "Niemand mag Krieg ... aber wir sind hier, um Fußball zu spielen und wir werden versuchen, uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren.“ Am Donnerstag trifft der Iran auf die Gastgeberinnen. Australiens Teamchef Joe Montemurro sagte: „Für uns geht es darum, Mitgefühl und Respekt zu zeigen.“
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