Trump: "Einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot"

Der massive Angriff der USA und Israels forderte auch das Leben des Obersten Führers des Iran, Donald Trump sieht bereits Kandidaten für die Nachfolge.
Trump: "Einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot"

In der Nacht auf Sonntag war klar, Donald Trump und Benjamin Netanjahu haben ihr Ziel erreicht: der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, wurde töten. Dies bestätigten iranische Staatsmedien am Sonntag in der Früh. Wenige Stunden davor hatte US-Präsident Donald Trump den Tod Khameneis verkündet, der seit dem Jahr 1989 iranischer Machthaber gewesen war. Auch der Kommandant der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, sind nach Angaben der israelischen Streitkräfte durch US-israelische Angriffe ums Leben gekommen. Trump schrieb auf Truth Social: „Khamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot.“ 

Das Regime rief nach dem Tod Khameneis eine 40-tägige Staatstrauer aus. Der Oberste Geistliche Führer sei "nach einem Angriff des zionistischen Regimes und der Vereinigten Staaten" zu einem "Märtyrer" geworden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Laut den Berichten starb Khamenei bereits am Samstag in der Früh. Auch mehrere Angehörige sollen mit ihm gestorben sein. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Khameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen.

Revolutionsgarden wollen "abschreckende und beispielhafte Antwort" geben

"Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen", betonten die Revolutionsgarden. Mit den Streitkräfte der Islamischen Republik und den Basij-Milizen werde man "inneren und äußeren Verschwörungen entschieden entgegentreten" und die Aggressoren "mit einer abschreckenden und beispielhaften Antwort bestrafen". Alle Teile der Gesellschaft sollten sich beteiligen und "Solidarität und nationale Einheit zu demonstrieren".

Laut dem Staatsfernsehen sollen nun Präsident Massoud Pezeshkian und zwei Spitzenbeamte das Land übergangsweise leiten. Neben Pezeshkian sind dies Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei und ein Jurist des Wächterrates, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf einen Berater Khameneis, Moihammad Mokhber.

Iran trägt Krieg in die Region

„Epische Wut“ nennen die USA die massive Militäroperation, die sie Samstagfrüh gegen den Iran gestartet haben. „Brüllender Löwe“ werden die mit Washington koordinierten Luftschläge in Israel genannt. Im ganzen Land wurden Ziele angegriffen, auch der Amtssitz des geistlichen und politischen Führers in Teheran, Ayatollah Ali Khamenei.

Der Iran reagierte, wie er es angekündigt hat: Er trägt den Krieg in die gesamte Region. Raketen wurden nicht nur Richtung Israel gefeuert. US-Stützpunkte in Kuwait, Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden ebenso attackiert. Explosionen wurden auch aus Jordanien, Saudi-Arabien und dem Irak gemeldet. Über Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Informationen.

US-POLITICS-TRUMP

US-Präsident Donald Trump gab am Samstag den Angriffsbefehl

Wiewohl US-Präsident Trump bei seiner „Kriegserklärung“ gemeint hatte: „Mutige amerikanische Helden könnten ums Leben kommen. Das passiert oft im Krieg.“ Ziel der Angriffe sei es, „die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die Bedrohung durch das iranische Regime ausschalten“.

Trump sagte, er sehe "einige gute Kandidaten" für die künftige Führung des Irans. Auf die Frage, ob es jemanden im Iran gebe, den er gerne an der Spitze des Landes sehen würde, sagte Trump dem Sender CBS News nach dessen Angaben in einem Telefoninterview: "Ja, ich denke schon. Es gibt einige gute Kandidaten." Trump wurde von CBS News auch gefragt, wer nach seiner Einschätzung nach Khameneis Tod das Sagen im Iran habe. Der US-Präsident antwortete demnach: "Ich weiß genau, wer, aber ich kann es Ihnen nicht sagen."

In den bisher so sicheren Golfstaaten machte sich Panik breit. In der katarischen Hauptstadt Doha gab ein Sprecher des Verteidigungsministeriums an, dass drei Angriffswellen erfolgt seien. Alle seien aber erfolgreich abgewehrt worden. In Abu Dhabi töteten Trümmer einer abgeschossenen iranischen Rakete einen „asiatischen“ Staatsbürger, wie es hieß.

Im Iran herrscht seit Samstag Ausnahmezustand. Aus Teheran heraus kam es zu riesigen Staus, alle wollten nur weg. Selbst die Staatsführung hatte die Einwohner aufgerufen, die Hauptstadt zu verlassen, jedenfalls aber größere Menschenansammlungen zu meiden. Vor den Tankstellen bildeten sich lange Warteschlangen. Schulen wurden geschlossen, Ärzte und anderes Personal im Gesundheitswesen wurden aufgefordert, sich bereit zu halten. Ausgewählte Apotheken haben jetzt rund um die Uhr geöffnet.

Aftermath of strike in Tehran

Nach den ersten Angriffen wollten die meisten Teheraner weg aus der Hauptstadt, es kam zu riesigen Staus

Laut iranischen Angaben wurde im Süden des Landes eine Mädchenschule getroffen. Dabei sollen Dutzende Kinder ums Leben gekommen sein. Während das Regime anti-amerikanische und anti-israelische Demos organisierte, feierten Exiliraner in europäischen Städten die Angriffe.

"Psychologische Kriegsführung"

Die Machthaber sagten ernst noch zum vermeldeten Tod von Khamenei, das sei nur „psychologische Kriegsführung“. Die Machthaber in Teheran riefen die Weltgemeinschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Gewalteskalation zu beenden. Man verwies darauf, dass sich beide Seiten gerade in einem Dialog-Prozess bezüglich des iranischen Atomprogramms befunden habe. Am Montag hätte in Wien eine neue Runde dazu stattfinden sollen. Noch am Samstag kam der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Iran's Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks during a televised message in Tehran

Der Amtssitz von Ayatollah Ali Khamenei wurde angeblich dem Erdboden gleichgemacht, der oberste Führer soll aber Teheran zuvor verlassen haben und am Leben sein

„Sie haben jede Chance zurückgewiesen, auf ihre atomaren Ambitionen zu verzichten. Und wir können das nicht länger hinnehmen“, hatte Donald Trump zuvor einen Angriffsbefehl gerechtfertigt: „Wir werden ihre Raketen zerstören, ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen.“

Die iranischen Revolutionsgarden, die Streitkräfte und die Polizei rief Trump dazu auf, ihre Waffen niederzulegen. Dann würden sie „absolute Immunität“ erhalten, „andernfalls droht euch der sichere Tod“. Dann richtete sich der US-Staatschef direkt an „das stolze iranische Volk“: Die Stunde der Freiheit sei nahe. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung.“

Ähnlich äußerte sich der Sohn des früheren Schahs von Persien, Reza Pahlavi, der seit Jahrzehnten in den USA lebt: "Es ist eure letzte Gelegenheit, euch dem Volk anzuschließen", schrieb der Exil-Politiker auf X nach der Erklärung Trumps über Khameneis Tod. "Jeder Versuch der Überreste des Regimes, einen Nachfolger für Khamenei zu bestimmen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt", so Pahlavi. "Der Tod des verbrecherischen Khamenei bringt zwar die Gerechtigkeit für das vergossene Blut nicht zurück, doch er kann ein Balsam für die verbrannten Herzen der Gerechtigkeit suchenden Familien sein."

Experten sehen aber kaum Chancen auf einen raschen Regimewechsel. Vielmehr scheint die Region auf einen langen Krieg zuzusteuern.

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