Waffengang gegen den Iran stürzt die Region ins Chaos

Nach Luftangriffen der USA und Israels schlägt das Mullah-Regime zurück. Explosionen wurden in zahlreichen Staaten gemeldet.
TOPSHOT-IRAN-ISRAEL-US-CONFLICT

„Epische Wut“ nennen die USA die massive Militäroperation, die sie Samstagfrüh gegen den Iran gestartet haben. „Brüllender Löwe“ werden die mit Washington koordinierten Luftschläge in Israel genannt. Im ganzen Land wurden Ziele angegriffen, auch der Amtssitz des geistlichen und politischen Führers in Teheran, Ayatollah Ali Khamenei, der sich aber nicht in der Stadt aufgehalten habe und am Leben sei. Getötet wurden angeblich der Verteidigungsminister und der Chef der Revolutionsgarden.

Der Iran reagierte, wie er es angekündigt hat: Er trägt den Krieg in die gesamte Region. Raketen wurden nicht nur Richtung Israel gefeuert. US-Stützpunkte in Kuwait, Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden ebenso attackiert. Explosionen wurden auch aus Jordanien, Saudi-Arabien und dem Irak gemeldet. Über Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Informationen.

US-POLITICS-TRUMP

US-Präsident Donald Trump gab am Samstag den Angriffsbefehl

Wiewohl US-Präsident Trump bei seiner „Kriegserklärung“ gemeint hatte: „Mutige amerikanische Helden könnten ums Leben kommen. Das passiert oft im Krieg.“ Ziel der Angriffe sei es, „die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die Bedrohung durch das iranische Regime ausschalten“.

Iran-Krieg

In den bisher so sicheren Golfstaaten machte sich Panik breit. In der katarischen Hauptstadt Doha gab ein Sprecher des Verteidigungsministeriums an, dass drei Angriffswellen erfolgt seien. Alle seien aber erfolgreich abgewehrt worden. In Abu Dhabi töteten Trümmer einer abgeschossenen iranischen Rakete einen „asiatischen“ Staatsbürger, wie es hieß.

Im Iran herrscht seit Samstag Ausnahmezustand. Aus Teheran heraus kam es zu riesigen Staus, alle wollten nur weg. Selbst die Staatsführung hatte die Einwohner aufgerufen, die Hauptstadt zu verlassen, jedenfalls aber größere Menschenansammlungen zu meiden. Vor den Tankstellen bildeten sich lange Warteschlangen. Schulen wurden geschlossen, Ärzte und anderes Personal im Gesundheitswesen wurden aufgefordert, sich bereit zu halten. Ausgewählte Apotheken haben jetzt rund um die Uhr geöffnet.

Aftermath of strike in Tehran

Nach den ersten Angriffen wollten die meisten Teheraner weg aus der Hauptstadt, es kam zu riesigen Staus

Laut iranischen Angaben wurde im Süden des Landes eine Mädchenschule getroffen. Dabei sollen Dutzende Kinder ums Leben gekommen sein. Während das Regime anti-amerikanische und anti-israelische Demos organisierte, feierten Exiliraner in europäischen Städten die Angriffe.

Die Machthaber in Teheran riefen die Weltgemeinschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Gewalteskalation zu beenden. Man verwies darauf, dass sich beide Seiten gerade in einem Dialog-Prozess bezüglich des iranischen Atomprogramms befunden habe. Am Montag hätte in Wien eine neue Runde dazu stattfinden sollen. Noch am Samstag kam der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Iran's Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks during a televised message in Tehran

Der Amtssitz von Ayatollah Ali Khamenei wurde angeblich dem Erdboden gleichgemacht, der oberste Führer soll aber Teheran zuvor verlassen haben und am Leben sein

„Sie haben jede Chance zurückgewiesen, auf ihre atomaren Ambitionen zu verzichten. Und wir können das nicht länger hinnehmen“, hatte Donald Trump zuvor einen Angriffsbefehl gerechtfertigt: „Wir werden ihre Raketen zerstören, ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen.“

Die iranischen Revolutionsgarden, die Streitkräfte und die Polizei rief Trump dazu auf, ihre Waffen niederzulegen. Dann würden sie „absolute Immunität“ erhalten, „andernfalls droht euch der sichere Tod“. Dann richtete sich der US-Staatschef direkt an „das stolze iranische Volk“: Die Stunde der Freiheit sei nahe. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung.“

Ähnlich äußerte sich der Sohn des früheren Schahs von Persien, Reza Pahlavi, der seit Jahrzehnten in den USA lebt: „Wir sind nahe an einem endgültigen Sieg.“ Und weiter: „Ich möchte sobald wie möglich an eurer Seite sein, damit wir zusammen uns den Iran zurückholen und wiederaufbauen können.“

Experten sehen aber kaum Chancen auf einen raschen Regimewechsel. Vielmehr scheint die Region auf einen langen Krieg zuzusteuern.

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