Israel und USA starten "großen Kampfeinsatz" gegen Iran
Rauchsäule nach einer Explosion: Blick auf Teheran am Samstagmorgen.
- Israel und die USA haben mit einem Militärschlag gegen den Iran begonnen. "Der Staat Israel hat einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen", teilte Verteidigungsminister Israel Katz am frühen Samstagmorgen mit. Wenig später auch die Bestätigung aus dem Weißen Haus: "Wir haben einen großen Kampfeinsatz im Iran begonnen", verlautbarte US-Präsident Donald Trump in einem Statement.
- Im Zentrum von Teheran waren mehrere Explosionen zu hören. Dicker Rauch sei aufgestiegen, auch in der Nähe des Präsidentenpalasts, in dem der oberste Führer Khamenei wohnt.
- In Israel wurde Luftalarm ausgelöst, um die Bevölkerung vor einem möglichen Gegenschlag des Iran zu warnen. Der israelische Luftraum wurde für den zivilen Luftverkehr geschlossen, die Bevölkerung angewiesen, möglichst die eigenen Wohnungen und Häuser nicht zu verlassen. Derzeit ist aber kein Gegenschlag bekannt.
- Die Aktion, "Lion's Roar" genannt, sei seit Monaten vorbereitet worden, hieß es aus Israel. Das Datum des Angriffs stehe seit Wochen fest. US-Präsident Trump hatte vor einiger Zeit auch diesen Samstag als Ultimatum genannt.
- In den vergangenen Wochen hatten die USA eine massive Truppenansammlung in der Region zusammengezogen - mehr dazu hier.
Seit Wochen mehrten sich Spekulationen über einen bevorstehenden großen Angriff auf den Iran, nachdem die USA die größte Gruppenkonzentration in der Region seit dem Irak-Krieg 2003 zusammengezogen hatten.
Der Angriff erfolgt nur einen Tag nach den letzten Gesprächen zum iranischen Atomprogramm in Wien. Vertreter der USA und des Irans hatten sich dort durchaus zuversichtlich gezeigt, Fortschritte gemacht zu haben. US-Präsident Donald Trump selbst hatte sich zuletzt aber noch "nicht glücklich" über die Gespräche gezeigt. Entweder es komme zu einer Einigung, sagte er in Richtung Iran. "Oder es passieren schlimme Dinge."
Washington fordert vom Iran den vollständigen Verzicht auf die Urananreicherung sowie die Aufgabe des Programms für ballistische Langstreckenraketen. Washingtons Druck ist jedoch auch vor dem Hintergrund der Proteste im Iran selbst zu sehen. "Hilfe ist unterwegs", hatte Donald Trump noch Ende Jänner - zum Höhepunkt der Massenproteste, die vom iranischen Regime bis dato brutal niedergeschlagen wurden - versprochen.
Analysten hielten deshalb zuletzt auch einen sogenannten "Enthauptungsschlag" im Rahmen einer begrenzten Militäroperation für realistisch.
Militärschlag gegen den Iran
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So viele führende Persönlichkeiten wie möglich treffen
Die New York Times berichtet, dass es ein zentrales Ziel der ersten gemeinsamen Angriffswelle im Iran war, so viele führende Persönlichkeiten wie möglich zu treffen. Das sollen drei israelische Sicherheitsbeamte, die mit den Operationen vertraut sind, gesagt haben. Die Beamten erklärten auch, dass man auf einen gewissen Überraschungseffekt setzte.
Auch der Standard berichtet, dass zahlreiche Regierungsgebäude im Iran Ziel der ersten Angriffswellen Israels und der USA geworden sind. So wurden unter anderem der Sitz des Obersten Führers Ali Khamenei, das Verteidigungs- und das Geheimdienstministerium, der Militärkomplex Parchin, Gebäude der Revolutionsgarden und der Atombehörde getroffen.
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Mehr Explosionen
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldet Explosionen in der Stadt Isfahan in Zentraliran und in der westlichen Provinz Ilam nahe der Grenze zum Irak.
Auch in Jerusalem waren laute Knallgeräusche zu hören, die wahrscheinlich von abgefangenen Raketen herrühren.
Auch in Bahrain waren Explosionen zu hören und es wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst. -
Benjamin Netanjahu meldet sich zu Wort
Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich via Videobotschaft zu Wort gemeldet. Er bezeichnete das iranische Regime als "existenzielle Bedrohung". Und weiter: Der amerikanisch-israelische Angriff auf die iranische Regierung könne die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nehme. Man dürfe keinesfalls zulassen, dass der Iran die Atombombe bekomme.
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Erste iranische Vergeltungsmaßnahmen?
Das israelische Militär gab bekannt, ballistische Raketen entdeckt zu haben, die aus dem Iran auf das Land abgefeuert wurden – die wohl ersten iranischen Vergeltungsmaßnahmen.
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Sirenen und Schutzräume
In ganz Nordisrael und der Küstenstadt Haifa heulen die Luftschutzsirenen und warnen die Bewohner, sich in befestigte Schutzräume zu begeben. Das berichtet die New York Times.
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Chaos in Teheran
Mehrere Einwohner Teherans berichteten laut der New York Times, dass es bisher keine Anweisungen von der Regierung gegeben habe und dass die Sirenen beim Beginn der Angriffe nicht ertönt seien. Sie sagten, dass die staatlichen Radio- und Fernsehsender keine Hinweise darauf gaben, wohin man gehen oder was man tun solle. -
Internet massiv eingeschränkt
Aus dem Land dringen Nachrichten kaum nach außen, Kontakte waren nicht zu erreichen. Das Internet wurde erneut massiv eingeschränkt. Es gab Medienberichten zufolge parallel zu den Militärangriffen auch landesweit Cyberangriffe auf iranische Infrastruktur. Auch Festnetzanschlüsse sind angeblich ausgefallen. Mobiltelefone haben nur sporadisch Empfang.
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Iranischer Präsident Pezeshkian wohlauf
Der iranische Präsident ist nach den Angriffen auf sein Land am Samstag Staatsmedien zufolge am Leben. Masoud Pezeshkian sei wohlauf, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Bisher hat sich noch kein Regierungsmitglied zu den neuen Attacken der USA und Israel geäußert. Die Polizei teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle, und es bestehe keinerlei Anlass zur Sorge.
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Die New York Times schreibt: "Die größte Bedrohung für Israel durch den Iran geht derzeit von Langstrecken-Boden-Boden-Raketen aus. Laut dem Präsident Trump vorgelegten Plan wird Israel seine Anstrengungen hauptsächlich auf Raketenlager, Produktionsanlagen und Abschussrampen konzentrieren, während die US-Streitkräfte voraussichtlich das iranische Atomprogramm und weitere Ziele im Zusammenhang mit den mächtigen Revolutionsgarden und der Regierung ins Visier nehmen werden."
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Größte Armada seit dem Irak-Krieg
Mit dem Eintreffen des Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford parkt vor der iranischen Küste das größte US-Marineaufgebot seit 23 Jahren. Aber kann man damit auch wirklich eine längere Bodenoperation durchführen?
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Israel meldet iranische Raketenangriffe und ruft Luftschutzalarm aus
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Die Angriffe auf den Iran erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Israel mutmaßliche Abschussrampen und unterirdische Schächte der Hisbollah im Südlibanon angegriffen hatte.
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Patienten in unterirdische Bunker
Mehrere israelische Krankenhäuser vermeldeten laut der New York Times, Patienten in befestigte Schutzräume oder unterirdische Bunker zu verlegen. Alle, die keine Akutfälle sind, sollen entlassen werden.
Derzeit gibt es noch keine offiziellen Angaben, ob es bereits zu Verletzten oder Toten bei den Angriffen gekommen ist. Die Krankenhäuser sind allerdings in Alarmbereitschaft. -
"Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen"
In seiner Ansprache sagte Trump auch: "Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime, eine bösartige Gruppe sehr harter, schrecklicher Menschen, beseitigen. Seine bedrohlichen Aktivitäten gefährden unmittelbar die Vereinigten Staaten, unsere Truppen, unsere Stützpunkte im Ausland und unsere Verbündeten auf der ganzen Welt.“ -
Trump sagte, dass es infolge der US-Militäroperation „möglicherweise zu Opfern kommen wird“. General Dan Caine, der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, hatte laut New York Times Trump in vertraulichen Treffen auf höchster Ebene gewarnt, dass amerikanische Truppen in einem Krieg mit dem Iran getötet oder verletzt werden könnten.
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Trump im Alleingang
Trump habe den US-Kongress nicht um Zustimmung bzgl. des Angriffs gefragt, obwohl er das laut Verfassung hätte tun müssen, kritisiert der amerikanische Abgeordnete Thomas Massie. Man wolle dagegen vorgehen.
Auch der Senator Jack Reed, der ranghöchste Demokrat im Streitkräfteausschuss des Senats, erklärte, der Kongress habe „keine konkreten Informationen oder Geheimdiensterkenntnisse“ über einen möglichen Angriff erhalten, und obwohl der Iran eine „ernsthafte“ und „destabilisierende“ Bedrohung für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten darstelle, habe die Regierung keine „strategische Rechtfertigung für Präventivschläge“ vorgelegt.
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"Lion's Roar"
Israel hat der neuen Militäroperation gegen den Iran nach Medienberichten vom Samstag den Namen "Brüllen des Löwen" gegeben. Dies meldeten israelische Medien unter Berufung auf Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.
Bereits den Krieg gegen den Iran im vergangenen Jahr hatte Israel nach dem Raubtier benannt. Damals lautete der Name der Operation "Rising Lion" - auf Deutsch: Operation sich erhebender Löwe. Die Bezeichnung bezieht sich auf eine Stelle in der Bibel, in der es unter anderem heißt: "Siehe, ein Volk erhebt sich wie ein junger Löwe."
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Iran möchte Vergeltung
Auch eine erste Reaktion des Irans ist bereits da. Ein Sprecher spricht davon, dass man Vergeltung "mit erdrückender Macht" wolle. -
Die Luftangriffe richten sich gegen Einrichtungen des iranischen Regimes und militärische Anlagen.
Laut hiesigen Medienberichten geht Israel von einem mehrtägigen Konflikt mit dem Iran aus.
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Rede von Trump
Die US-Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Donald Trump einen großen Kampfeinsatz im Iran begonnen. "Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk dadurch zu schützen, dass die unmittelbare Bedrohung durch das iranische Regime eliminiert wird", sagte Trump in einem am Samstag auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Video. Zuvor hatte bereits Israel mitgeteilt, einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet zu haben.
Der Iran entwickle Langstreckenraketen, welche die USA und andere Länder bedrohten, so Trump. "Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Boden gleichmachen." Die USA stellten zudem sicher, dass der Iran keine Atombombe erhalte. "Wir werden ihre Marine auslöschen." Einem CNN-Bericht zufolge konzentrieren sich die US-Angriffe auf militärische Ziele im Iran.
Trump fordert das iranische Volk auch auf, nach Abschluss der Militäraktion "die Regierung zu übernehmen". Und: "Das ist wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen“, sagte er. „Viele Jahre lang habt ihr Amerika um Hilfe gebeten, aber sie nie erhalten. Kein Präsident war bereit, das zu tun, was ich heute Abend zu tun bereit bin. Jetzt habt ihr einen Präsidenten, der euch gibt, was ihr wollt. Mal sehen, wie ihr reagiert.“
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Menschen in Panik, mehrere Explosionen
Augenzeugen berichteten Reuters von mehreren Explosionen im Stadtzentrum von Teheran. Die Menschen seien in Panik davongerannt. Staatlichen Medien zufolge kam es auch zu Explosionen in anderen Stadtteilen. Auch in den iranischen Städten Isfahan, Qom, Karaj und Kermanshah wurden der Nachrichtenagentur FARS zufolge Explosionen gemeldet.
Auf X finden sich Videos.
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Khamenei nicht in Teheran
Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei wurde laut einem Regierungsvertreter an einen sicheren Ort gebracht. Khamenei halte sich nicht in Teheran auf, sagte der Vertreter am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters.
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Auch Schulen und Arbeitsstätten geschlossen
Das Israelische Militär kündigte ein „Verbot von Bildungsaktivitäten, Versammlungen und Arbeitsplätzen” an.
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Mit USA abgestimmt und lange geplant
Der Militärschlag gegen den Iran war laut israelischen Verteidigungskreisen mit den USA abgestimmt. Die Aktion sei seit Monaten vorbereitet worden, das Datum des Angriffs stehe seit Wochen fest.
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Israel startet "Präventivschlag" gegen Iran
Israel hat eigenen Angaben zufolge einen Präventivschlag gegen den Iran begonnen.
"Der Staat Israel hat einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen", teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Samstag mit. Iranischen Staatsmedien zufolge waren im Zentrum von Teheran drei Explosionen zu hören. Dicker Rauch sei aufgestiegen.
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