Kimi Antonelli hat den packenden Grand Prix von Kanada gewonnen und dabei vom Ausfall seines Mercedes-Teamkollegen George Russell profitiert. Der 19-jährige Italiener feierte am Sonntag in Montreal den vierten Formel-1-Saisonsieg in Serie und baute seinen Vorsprung auf Russell in der Gesamtwertung auf 43 Punkte aus. Der Brite musste seinen Silberpfeil in Führung liegend mit Motorenproblemen abstellen. Lewis Hamilton wurde im Ferrari Zweiter vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen.
Für Mercedes war es am fünften Grand-Prix-Wochenende der fünfte Erfolg. Dieser hatte aber einen bitteren Beigeschmack, weil Pole-Setter Russell seine Siegträume unverschuldet begraben musste. Der Vorjahressieger stieg sichtlich verärgert aus seinem Boliden aus und warf seine Handschuhe auf den Boden. Auch Weltmeister Lando Norris, der so wie Teamkollege Oscar Piastri nach einem Taktik-Missgeschick des McLaren-Teams viele Positionen verloren hatte, musste mit technischen Problemen aufgeben. Das erwartete Regenchaos blieb aus.
Nachdem am Samstag das emotionale Stallduell zwischen Sprint-Sieger Russell und Antonelli nach einer Beinahe-Kollision sowie wütenden Funksprüchen das bestimmende Thema war, stand der Sonntag im Zeichen des Wetters - und der Fußball-WM. FIFA-Präsident Gianni Infantino nutzte den Grand Prix beim Co-Gastgeber, um sich im Trikot des NHL-Teams Montreal Canadiens gemeinsam mit dem WM-Pokal und einigen Stars der Motorsport-Königsklasse ablichten zu lassen.
Reifenpoker am Start in Montreal
Auf der Strecke wartete auf die Rennställe ein Reifenpoker, da es vor dem Start auf der Ile Notre-Dame zwar nieselte, die Strecke aber trotzdem nicht wirklich nass war. Das Mercedes-Duo in der ersten Reihe sowie die beiden Ferraris und Red Bulls entschieden sich für Trockenreifen, das McLaren-Duo in der zweiten Reihe riskierte es mit einem Intermediate-Reifensatz. Der mit Spannung erwartete Rennbeginn verschob sich um zwei Aufwärmrunden, da die fünf Lichter auf der Startampel im ersten Versuch nicht ausgingen und der liegengebliebene Racing Bull von Arvid Lindblad weggeschoben werden musste.